Mit der jüngsten Vorstellung des iX3 hat BMW seine Designsprache der Neuen Klasse erstmals öffentlich gezeigt. Am kleinen SUV wirkt sie allerdings weniger radikal, als wir zunächst erwartet hatten. Vielleicht lohnt es sich, stattdessen auf die kommende i3 Limousine zu warten.
BMW M3: Zurückhaltung beim Design
Doch wie sieht es bei den reinrassigen M-Modellen aus? Bekannt ist bereits, dass neben der konventionelleren Benzinervariante mit Reihensechszylinder auch eine vollelektrische M3 Limousine kommen wird. Und an BMWs rollendem Versuchsträger mit vier Motoren und umgerechnet rund 17.991 Nm Drehmoment, den die Marke „Vision Driving Experience“ getauft hat, haben wir bereits ziemlich dramatische Stoßfänger vorne und hinten gesehen.
BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk erwartet, dass die kommenden M-Fahrzeuge etwas dezenter ausfallen als die aktuelle Generation mit ihren übergroßen Nieren.
„Sie werden ausdrucksstärker sein als die normalen Autos. Üblicherweise sind sie schneller und dynamischer. Und genau das werden sie natürlich auch zum Ausdruck bringen“, sagte van Hooydonk gegenüber TG.
„Aber in den Designs wird eine gewisse Zurückhaltung zu erkennen sein, mit der wir vor vielen Jahren beim i3 und i8 begonnen und die wir dann beim i4 und iX fortgesetzt haben. Ich denke, was man hier [beim iX3 M Sport] sieht, baut auf all diesen Schritten auf. Und das wird nun auf das gesamte Portfolio ausgeweitet.“
„Ich glaube, ein sehr klares Design hält sich wahrscheinlich länger. Das ist gut für unsere Kunden, weil es den Wiederverkaufswert begünstigt und auch den Lebenszyklus unseres Produkts etwas verlängert. Natürlich hilft das auch der Nachhaltigkeit.“
Ein zurückhaltend gestalteter M3? Den würden wir nehmen.
Neue Klasse: Familienähnlichkeit mit eigenem Charakter
Gleichzeitig betonte van Hooydonk, dass das Design der Neuen Klasse nicht dazu führen werde, dass alle BMW unabhängig von ihrer Größe oder ihrer Stellung im Modellprogramm gleich aussehen.
„Die Fahrzeuge der Neuen Klasse werden zu derselben Produktfamilie gehören. Es wird also eine Familienähnlichkeit geben, aber wie im richtigen Leben hat jedes Familienmitglied ganz eigene Merkmale und einen eigenen Charakter“, sagte er.
„Wir wollen jedem unserer Produkte einen eigenen Charakter geben. Denn stärker als je zuvor trifft jedes unserer Produkte in seinem Segment auf unterschiedliche Wettbewerber. Es reicht nicht, einfach nur der BMW im jeweiligen Segment zu sein. Man muss in jedem Segment der Beste sein. Und man muss darüber nachdenken, was dieses Segment braucht und will. Was die Konkurrenz wahrscheinlich tun wird, weiß man nie, also muss man seinen eigenen Kurs festlegen. Ich glaube, auch innerhalb der Modellpalette wird es genügend Unterschiede geben. Es ist kein Matrjoschka-Prinzip.“
Warum BMW beim Design einen größeren Schritt macht
Bedeutet die recht deutliche Abkehr von den bisherigen weit aufgerissenen Kühlergrills aber, dass BMW einräumt, mit dem alten Auftritt nicht ganz ins Schwarze getroffen zu haben?
„Nicht unbedingt, denn derzeit verkaufen wir tatsächlich ziemlich viele Autos. Und das haben wir auch in letzter Zeit getan. Wie Sie wissen, waren es für alle schwierige Zeiten. Aber im Vergleich hat sich BMW ziemlich gut geschlagen. Und wir sehen, dass unser Marktanteil weltweit wächst, manchmal sogar entgegen dem Trend, während ganze Märkte geschrumpft sind.“
„Es läuft also gut, aber BMW ist ein Unternehmen, das weiß, dass Erfolg nie selbstverständlich ist. Wenn man heute erfolgreich ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass es morgen so weitergeht. Man muss wirklich analysieren, was in der Welt um einen herum geschieht. Denn wenn wir diese Designentscheidungen treffen, ist die Markteinführung noch drei Jahre entfernt. Das ist also sehr schwierig.“
„Man sieht, wie schnell Märkte heute reagieren. Wie soll man das alles vorhersagen? Man kann es nicht. Deshalb hatten wir das Gefühl, dass nur eines sicher ist: einen größeren Schritt zu machen.“






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