Genesis steigt in den Rennsport ein – und zwar so richtig. Der Genesis GMR-001 ist, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, ein Le-Mans-Hypercar. Ab 2026 setzt Genesis Magma Racing – man denke an die feurigen orangefarbenen Magma-Studien – zwei Autos in der WEC ein. Ein Jahr später soll der Einstieg in die US-amerikanische IMSA-Serie folgen.
Genesis GMR-001: Team und Langstreckenprogramm
Für sein neues Langstreckenprogramm hat Genesis mit Unterstützung von Hyundai Motorsport eine Reihe prominenter Fachleute verpflichtet. Teamchef wird Cyril Abiteboul, früher Renault-F1-Boss und Protagonist der Serie „Drive to Survive“. Zum Fahreraufgebot gehört der dreimalige Le-Mans-Sieger Andre Lotterer. Betrieben wird das Auto vom äußerst erfahrenen Team ORECA Motorsport, das seine Basis in Paul Ricard in Frankreich hat.
Ein so wankelmütiger Langstreckeneinsatz wie jener von Lamborghini ist von Genesis nicht zu erwarten. Wenn das WRC-Rallyeprogramm als Maßstab dient, plant Hyundai Motorsport langfristig und investiert kräftig. Nach mehr als einem Jahrzehnt voller Anläufe gewann das Team heuer mit Thierry Neuville erstmals die WRC-Fahrerweltmeisterschaft.
Hybridantrieb und Konkurrenz in der WEC
Der GMR-001 wird nach LMDh-Reglement gebaut. Über seinen Hybridantrieb hält sich Genesis vorerst dennoch bedeckt. Abiteboul bestätigte allerdings, dass ein auf dem WRC-Motor des Unternehmens basierender V8 mit Turboaufladung zum Einsatz kommt. Das aktuelle Reglement schreibt Hinterradantrieb und eine Gesamtsystemleistung von 698 bhp, rund 708 PS, vor. Der Elektroanteil daran beträgt lediglich 67 bhp, rund 68 PS. Das Mindestgewicht liegt bei 1.030 kg.
Trotz Lamborghinis Ausstieg bleibt das Starterfeld stark besetzt: Porsche, Toyota, Cadillac, Ferrari, Peugeot, Aston Martin, BMW und Alpine sind für das nächste Jahr bestätigt. Dann verlangt das FIA-Reglement von jedem Hersteller den Einsatz von zwei statt nur eines Autos.
Dass Hyundai Motorsport in den Langstreckensport einsteigt, überrascht kaum. Ist das nicht einfach der vorhersehbare nächste Schritt? Genesis ist die Luxusmarke von Hyundai und darf sich daher mit Rennwagen der obersten Liga beschäftigen, während Hyundai im bodenständigeren WRC- und TCR-Tourenwagensport unterwegs ist. Doch wie groß sind Hyundais Ambitionen? Könnte das ein Zwischenschritt zu einem späteren Formel-1-Einstieg sein?
Vorbereitung auf den LMDh-Einstieg
Das liegt noch in weiter Ferne. Da das LMDh-Programm selbst erst 2026 beginnt, setzt Genesis Magma Racing im nächsten Jahr einen LMP2-Rennwagen in der European Le Mans Series ein, um dem Team Rennerfahrung zu verschaffen. Auch dieses Fahreraufgebot ist prominent besetzt: Dazu zählen der ehemalige Williams-F1-Pilot Logan Sargeant und Jamie Chadwick, dreimalige Meisterin der W-Serie.
Abiteboul, der neben seiner Rolle als GMR-Teamchef auch Präsident von Hyundai Motorsport ist, ließ seine Reality-TV-Persönlichkeit durchblicken und sprach davon, „unsere Erfahrung im Rundstreckenrennsport auf ein völlig neues Niveau zu heben“. Unrecht hat er damit nicht. Die Regeln zur Leistungsangleichung sollten verhindern, dass Genesis zu Beginn zurückfällt. Zugleich erschweren sie es aber bewusst, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Gegen Gegner wie Ferrari und Porsche ist das eine knifflige Aufgabe.
Stammpilot Lotterer erklärte unterdessen, er sei „überaus begeistert und dankbar“, am LMDh-Projekt beteiligt zu sein. Da spricht wohl jemand, der zuletzt sechs Jahre in der Formel E verbracht hat.
Das Rennprogramm soll letztlich zumindest auf Marketingebene mit der kommenden Magma-Straßenwagensparte von Genesis verbunden werden. Das Ziel lautet, „Hochleistungsluxus neu zu definieren“. Wir nehmen das beim Wort, sobald die Renningenieure einen Zugang per Gesichtserkennung und gesteppte Lederpolster erlauben. Welche weiteren Ausstattungsmerkmale würdet ihr euch für den GMR-001 wünschen?






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