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Mercedes-Benz GLB 2026: Erster Test mit bis zu sieben Sitzen

Blauer Mercedes-Benz GLB 2026 SUV mit LED-Scheinwerfern, schwarzem Dach und Alufelgen, präsentiert in Showroom.
In diesem Artikel
  1. Mercedes-Benz GLB 2026: Platz für große Familien
  2. Vertrauter Innenraum
  3. Dieselben Motoren wie im CLA
  4. Im Zickzack über Mallorca
  5. Strecke begünstigte den Verbrauch nicht
  6. Die Preise des Mercedes-Benz GLB 2026
  7. Urteil
  8. Technische Daten

Die Technik stammt aus dem CLA, doch der Mercedes-Benz GLB 2026 bietet mehr Platz und behält einen Trumpf, der in seinem Segment einzigartig ist: bis zu sieben Sitzplätze.

Mercedes-Benz verabschiedet gleich zwei Modelle auf einmal: den GLB mit Verbrennungsmotor und den elektrischen EQB. An ihre Stelle tritt ein einziges Modell, das den Namen GLB weiterführt und zunächst elektrisch auf den Markt kommt, aber auch mit Verbrennungsmotoren erhältlich sein wird.

Technisch baut es auf dem CLA auf. Dazu gehören die MMA-Plattform, die 800-V-Architektur und dieselben elektrischen und konventionellen Antriebe. Der GLB ist das dritte für diese Plattform vorgesehene Modell. Als Nächstes soll gegen Ende des Jahres der Nachfolger des GLA folgen.

Mercedes-Benz GLB 2026: Platz für große Familien

Mit einer weiterhin verfügbaren Siebensitzer-Variante richtet sich das SUV erneut an große Familien – eine besonders in Europa vom Aussterben bedrohte Spezies. Gegenüber dem Vorgänger hat es zugelegt: Die wichtigste Änderung ist der um 6 cm gewachsene Radstand, der unmittelbar mehr Beinfreiheit in der zweiten und dritten Reihe schafft.

Obwohl das getestete Fahrzeug ein Fünfsitzer war, konnte ich auch die Anordnung mit drei Sitzreihen ausprobieren. Ganz hinten finden Personen bis zu einer Körpergröße von 1,75 m Platz; das Ein- und Aussteigen lässt sich vergleichsweise einfach bewältigen. Für ein weniger als fünf Meter langes Auto ist das bemerkenswert.

Die Sicht nach hinten ist sehr gut. Kameras vorne und hinten unterstützen zusätzlich und erleichtern das Rangieren. Auf der zweiten Sitzreihe gefallen mir die gegenüber der ersten erhöhten Sitze mit ihrem Amphitheater-Effekt. Sie lassen sich in zwei asymmetrisch geteilten Abschnitten vor- und zurückschieben, auch die Lehnenneigung ist verstellbar.

Zum Komfort in der zweiten Reihe trägt außerdem der vollständig ebene Boden bei. Selbst 1,90 m große Passagiere können hier reisen, ohne in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein.

Der Kofferraum ist je nach Einstellung der zweiten Sitzreihe um 15 bis 45 Liter gewachsen. Unter der Motorhaube stehen weiterhin 127 Liter zur Verfügung.

Vertrauter Innenraum

Am Steuer begegnet mir das bereits im CLA eingeführte Armaturenbrett wieder. Es vereint bis zu drei Bildschirme unter einer gemeinsamen Oberfläche, die Mercedes-Benz MBUX Superscreen nennt.

Damit Nutzer die Hardware möglichst umfassend ausschöpfen können, bietet das Betriebssystem MB.OS mehr Funktionen, eine wirksamere und intuitivere Navigation mit Google Maps sowie einen virtuellen Assistenten. Dieser soll eine flüssigere und natürlichere Interaktion mit dem Auto per Sprache ermöglichen.

Die wahrgenommene Qualität ist lediglich akzeptabel. Oben am Armaturenbrett liegt eine strukturell harte Oberfläche, die durch eine dünne, weiche Folie nachgiebiger wirkt. Die vorderen Türtaschen und das Handschuhfach sind weich ausgekleidet. Dazu kommen gute Abschlüsse im Bereich der Dachbeleuchtung und einige Holzeinlagen, die sich angenehm anfühlen und gut aussehen. An den mittleren und hinteren Dachsäulen sowie in den hinteren Türtaschen fehlen weiche Verkleidungen hingegen.

Dieselben Motoren wie im CLA

Die ersten Exemplare des neuen Mercedes-Benz GLB kommen im Juni nach Europa und sind zunächst, wie zuvor beim CLA, rein elektrisch. Zum Start umfasst die Palette zwei Ausführungen mit „EQ Technology“: den 250+ mit Hinterradantrieb und den 350 4MATIC mit Allradantrieb.

Den Einstieg bildet der GLB 250+ mit 200 kW (272 PS). Seine Lithium-Ionen-Batterie mit NMC-Zellchemie speichert 85 kWh; damit verspricht Mercedes-Benz eine maximale Reichweite von 631 km nach WLTP. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt er 7,4 s, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h.

Im GLB 350 4MATIC steigt die Leistung auf 260 kW (354 PS). Ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse mit 80 kW (109 PS) wird nur bei Bedarf zugeschaltet und kann sich innerhalb von lediglich 0,2 s abschalten. Auf 100 km/h beschleunigt diese Variante in nur 5,5 s. Mit derselben Batterie fällt ihre Reichweite mit 614 km etwas geringer aus.

Bei beiden Versionen arbeitet das elektrische System mit einer Nennspannung von 800 V. Das ermöglicht Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 320 kW: In zehn Minuten lässt sich so Reichweite für 260 km nachladen. Optional ist auch das Laden an 400-V-Ladestationen möglich. Der 22-kW-Bordlader für Wechselstrom arbeitet bidirektional, sodass der GLB externe Geräte mit Strom versorgen kann.

Für möglichst hohe Effizienz nutzt der Elektroantrieb ein Zweiganggetriebe. Der zweite Gang wird üblicherweise oberhalb von 110 km/h eingelegt und optimiert den Verbrauch auf der Autobahn. Vier Rekuperationsstufen stehen zur Wahl, darunter das Ein-Pedal-Fahren, bei dem der GLB vollständig zum Stillstand kommen kann.

Im Laufe dieses Jahres werden weitere Versionen erwartet. Der günstigere elektrische GLB 200 soll 165 kW (224 PS), eine 58-kWh-Batterie mit LFP-Zellchemie und 431 km Reichweite bieten. Hinzu kommen Mildhybrid-Varianten mit 48 V. Sie übernehmen die Lösung aus dem CLA: einen turbogeladenen Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,5 Litern Hubraum in Kombination mit einem Achtgang-Doppelkupplungsautomatikgetriebe.

Im Zickzack über Mallorca

Die Testfahrt im GLB 250+ führte auf Mallorca über stark kurvige Bergstraßen, durch städtischere Abschnitte und über einige Schnellstraßen. Einen ersten positiven Eindruck hinterließ die Lenkung: Sie reagiert recht direkt, benötigt 2,6 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag und vermittelt gute Rückmeldungen. In den Fahrprogrammen Eco und Comfort fühlt sie sich allerdings zu leicht an. Ideal wäre in allen Modi eine Stufe mehr Lenkwiderstand.

Die Bremsen bestätigen den großen Fortschritt, den die Elektroautos von Mercedes-Benz seit Einführung der „One-Box“-Bauweise gemacht haben. Ihre Reaktion ist deutlich unmittelbarer und linearer als bei EQS und EQE.

Auch die Stufen der Energierückgewinnung sind gut abgestimmt, von null bis zum Ein-Pedal-Fahren. Das macht die Fahrt in der Stadt sanfter und entspannter und unterstützt auch eine sportlichere Fahrweise, weil sich Kurven effizienter anfahren lassen.

Lob verdient ebenso die Federung des Mercedes-Benz GLB 2026 für ihren Komfort auf schlechten Straßen. Mitunter merkt man allerdings, dass man in einem hohen Auto sitzt: In Kurven neigt sich die Karosserie etwas, auf welligem Asphalt schaukelt sie leicht. Übermäßig fällt das nicht aus. Es bleibt aber der Eindruck, dass weniger sportliche Reifen den Effekt verstärken könnten. Unser GLB trug vorne Reifen der Größe 255/40 und hinten 235/45, jeweils auf 20-Zoll-Felgen (50,8 cm).

Der elektrische Hinterradantrieb trägt dazu bei, dass an der Vorderachse selbst in engeren, zügiger gefahrenen Kurven keine Traktionsverluste zu spüren sind.

Die Fahrleistungen liegen auf sehr gutem Niveau. Beim erneuten Beschleunigen setzt der Vortrieb sofort ein, was Überholmanöver erheblich erleichtert. Im Sportmodus ist dieser Effekt am stärksten. Im Eco-Modus stehen dagegen höchstens 70 % der Gesamtleistung bereit, außer der rechte Fuß des Fahrers überwindet den „Druckpunkt“ im Weg des Fahrpedals.

Strecke begünstigte den Verbrauch nicht

Für Durchschnittsverbräuche nahe den homologierten Werten war diese Route wenig förderlich: Die kurvigen Bergstraßen luden zu einer sportlicheren Fahrweise ein.

Das bestätigte sich am Ende der 70 km langen Strecke. Der angezeigte Durchschnitt lag bei 22,5 kWh/100 km und damit klar über den homologierten 18,3 kWh/100 km. Selbst auf alltäglicheren Strecken bei ruhigerem Tempo könnte die tatsächliche Reichweite nach diesem ersten Kontakt aber eher bei 500–550 km als bei den versprochenen 631 km liegen.

Schließlich fehlt dem Mercedes-Benz GLB 2026 die Fähigkeit des niedrigen, schlanken CLA, „durch die Luft zu schneiden“ …

Die Preise des Mercedes-Benz GLB 2026

Die ersten Mercedes-Benz GLB 2026 sollen im Juni auf die Straße kommen. Der 250+ startet bei 58 200 Euro und kostet damit rund 2000 Euro mehr als der CLA.

Für die übrigen Versionen liegen bereits Preise vor:

Urteil

Technische Daten

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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