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DS No 8: Der große französische Elektrowagen

Elegantes modernes Elektroauto in gold-schwarzer Lackierung vor wellenförmiger Wand bei Sonnenuntergang.
In diesem Artikel
  1. DS No 8: Vom Konzept zur Serienform
  2. Aerodynamik und Innenraum des DS No 8
  3. Antriebe und Laden des DS No 8

Hier ist der DS No 8. Wohlgemerkt: Er heißt weder DS 8 noch DS Number 8, DS Eight oder DS #8. Sein Name spielt natürlich auf den französischen Duft der Marke an – ähnlich wie bei Chanel No 5.

Frankreich gehörte zu den ersten europäischen Ländern mit weitreichenden Schnellautobahnen, und der ursprüngliche Citroën DS aus dem Jahr 1955 nutzte sie bestens. Damit soll nicht gesagt sein, dass der DS No 8 so revolutionär ist wie einst die „Göttin“. Für entspanntes Reisen auf der Autoroute gibt es aber deutlich schlechtere Autos. Er fährt rein elektrisch, ist ausgesprochen aerodynamisch und mit einer gewaltigen Batterie erhältlich, die eine WLTP-Reichweite von 755 Kilometern ermöglicht.

Das sind tatsächlich 55 Kilometer mehr als beim Peugeot e-3008 mit gleicher elektrischer Ausstattung und derselben Plattform. Hier zeigt sich der Nutzen der Aerodynamik: Für ein Elektroauto liegt der DS vergleichsweise niedrig.

Der No 8 besetzt die Lücke zwischen Schrägheck und Crossover. Wer sich seine Silhouette vorstellen möchte, kann an den Polestar 4 oder den BMW iX2 denken. Falls diese beiden noch unbekannt sind, helfen auch Cupra Formentor und Peugeot 408 als Vergleich. Für den 408 kommt gerade eine Elektrovariante auf den Markt; seine ältere Plattform bietet allerdings Platz für eine wesentlich kleinere Batterie als jene des e-3008 oder DS No 8.

DS No 8: Vom Konzept zur Serienform

Erstaunlich genau vorweggenommen wurde der No 8 vom Konzeptfahrzeug Aero Sport Lounge aus dem Jahr 2020. Damals bekamen wir es nicht zu Gesicht: Es war in aller Eile für den Genfer Autosalon fertiggestellt und auf einen Lastwagen geladen worden. Weil die Messe wegen Covid abgesagt wurde, musste es aber sofort wieder herunter. Als DS uns heute den fertigen No 8 zeigte, stand das Konzeptfahrzeug mit im Raum.

Schon der Sport Lounge besaß das gleiche dynamische Profil, eine ähnliche beleuchtete Darstellung eines „Kühlergrills“ und eine Zweifarblackierung, wie sie beim No 8 optional erhältlich ist. Die Motorhaube des Serienwagens ist sogar eine Weltpremiere: Eine Maschine, die einem riesigen Tintenstrahldrucker ähnelt, trägt die schwarze Lackfläche ohne Abkleben auf. Die schwarzen Bereiche an der hinteren Dachsäule sind Kunststoffauflagen; darunter liegt ein einziges Metallblech.

DS-Designchef Thierry Metroz erklärt, abgesehen vom geschlossenen Kühlergrill weise am Design des No 8 nichts ausdrücklich auf ein Elektroauto hin. „Für mich sind es dieselbe Marke und dieselbe Philosophie. Wir werden nicht eine Art von Design für Elektroautos und eine andere für Verbrenner haben.“ Zwar startet der No 8 ausschließlich elektrisch, doch falls die Nachfrage nach Batteriefahrzeugen nachlässt, kann er wie der Peugeot 3008 auch als Benziner oder Plug-in-Hybrid gebaut werden.

Laut Metroz sind die scharfen Kanten des Autos aerodynamisch sogar günstiger als abgerundete Formen. Die Luft ströme dadurch sauber an den Seiten entlang und löse sich am Heck ordentlich vom Fahrzeug: „Schauen Sie sich Autos aus der WEC an.“

Aerodynamik und Innenraum des DS No 8

Metroz nennt weitere Maßnahmen, die die Reichweite erhöhen – insbesondere bei Autobahngeschwindigkeit, wo die Aerodynamik besonders stark ins Gewicht fällt. Wichtig ist der cW-Wert von 0,24. Ebenso entscheidend ist aber die geringe Höhe, die die Stirnfläche verkleinert. Diese Fläche entspricht dem A in cW × A, dem aussagekräftigeren Maß für den Luftwiderstand. Beim No 8 beträgt cW × A 0,63, beim höheren Peugeot dagegen 0,75. Das bedeutet ein Sechstel weniger Luftwiderstand, der bei konstant hoher Geschwindigkeit für den größten Teil des Energieverbrauchs verantwortlich ist. DS gibt bei gleichbleibenden 121 km/h eine reale Reichweite von 502 Kilometern an.

Um dieses Ergebnis zu erreichen, genügte es nicht, die Oberflächen entsprechend zu formen. Auch die Proportionen der Karosserie mussten deutlich verändert werden. Gegenüber verwandten Modellen wie dem 3008 und dem Vauxhall Grandland liegen Motorhaube und Armaturenbrett um 5 Zentimeter tiefer; dafür musste die gesamte Spritzwand abgesenkt werden. Das Dach sitzt 6 Zentimeter niedriger, und die Rückbank wurde nach hinten versetzt.

Im Innenraum fallen ungewöhnlich kantige Formen, neuartige Materialien und interessante hinterleuchtete Dekore auf. Das ausgefallene Vierspeichenlenkrad mag wie eine Spielerei aussehen, liegt aber überraschend angenehm in den Händen. Auch bei den Farben reicht die Auswahl weit über das in der Branche übliche Schwarz hinaus. Platz und Ausstattung sind reichlich vorhanden: Ein Head-up-Display, eine Wärmepumpe und große Bildschirme gehören bei allen Versionen zur Serie. In höheren Ausstattungen kommen Pixel-Scheinwerfer und eine Hi-Fi-Anlage von Focal hinzu.

Beheizbare und belüftete Sitze gibt es sogar hinten; vorne sorgen Heizlüfter in den Kopfstützen dafür, dass die Wärme direkt am Körper ankommt. Das ist effizienter, als den gesamten Innenraum zu heizen oder zu kühlen. Die Versionen mit großer Batterie erhalten eine adaptive Dämpfung samt kameragestütztem DS-System zur vorausschauenden Erkennung von Bodenunebenheiten. Ganz überzeugt hat uns dieses System bisher allerdings nie.

Antriebe und Laden des DS No 8

In Zahlen ausgedrückt stehen drei Antriebe zur Wahl. Den Einstieg bilden eine 74-kWh-Batterie und Frontantrieb mit 233 PS. Beim vollständigen Durchtreten des Gaspedals kommen kurzfristig weitere 30 PS hinzu; die WLTP-Reichweite beträgt 575 Kilometer. Darüber folgt die Langstreckenbatterie mit 97,2 kWh und der angekündigten Reichweite von 755 Kilometern – das sind rund 750 Kilometer. Man kann sich nur vorstellen, wie viel kurz vor Schluss noch nachgebessert wurde, um diese Marke zu übertreffen. Schließlich gibt es eine Variante mit zwei Motoren: Sie büßt 64 Kilometer Reichweite ein, bietet dafür insgesamt 355 PS und beschleunigt in 5,4 Sekunden auf 100 km/h.

Die große Batterie kann bis zu einem Ladestand von 55 Prozent mit 160 kW geladen werden. Damit dauert das Laden von 20 auf 80 Prozent problemlos weniger als eine halbe Stunde. Hergestellt wird diese Batterie übrigens in einem französischen Werk, das auch Mercedes beliefert.

Der gesamte Wagen wird hingegen in einem Werk des Stellantis-Konzerns im süditalienischen Melfi montiert. Macht nichts: Seine Ausstrahlung ist eindeutig die eines großen französischen Reisewagens.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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