Mit der offiziellen Ankündigung des Aus für das Honda Civic Coupé in den USA – ja, Amerikaner konnten einen Civic mit nur drei Türen kaufen – wurde zugleich bekannt, dass im Frühjahr 2021 eine neue, elfte Civic-Generation enthüllt wird. Ihre Spitzenversion soll weiterhin der Civic Type R sein, der voraussichtlich etwas später folgt.
Welche Art von Maschine wird der kommende Civic Type R aber sein? Obwohl der Hot Hatch bei Erprobungsfahrten bereits von Kameras eingefangen wurde, gibt es weiterhin offene Fragen dazu, was die neue Generation bieten wird.
Zwei mögliche Wege für den Civic Type R
Derzeit scheinen zwei Szenarien realistisch zu sein. Sehen wir sie uns an.
Civic Type R … als Hybrid
Ein Hybridantrieb für den Civic Type R zählt in jüngster Zeit zu den meistdiskutierten Möglichkeiten. Besonders plausibel wirkt dieses Szenario angesichts der angekündigten Honda-Pläne, das gesamte Modellportfolio bis 2022 zu elektrifizieren.
Folgt man den Gerüchten, hätte diese Maschine einen deutlich anderen Charakter als das derzeit angebotene Modell. Ein Elektromotor an der Hinterachse, während der Verbrennungsmotor weiterhin die Vorderachse antreibt, würde den künftigen Civic Type R zu einem Allrad-„Monster“ mit geschätzten 400 PS machen – bereit für den Kampf mit den deutschen Mega-Hatches, allen voran dem Mercedes-AMG A 45 S mit 421 PS.
Vom Konzept her und nach allem, was bekannt ist, könnte eine ähnliche Lösung wie im Honda NSX zum Einsatz kommen: Dort ergänzen drei Elektromotoren und eine Batterie den 3.5-V6-Biturbo. Das bedeutet einen Motor pro Rad – dort an der Vorderachse – sowie einen weiteren, der direkt mit dem Verbrennungsmotor gekoppelt ist.
Allerdings wirft diese Variante mehrere Probleme auf. An erster Stelle stehen die gesamte Komplexität des Antriebsstrangs und die damit verbundenen Kosten. Der Honda Civic Type R ist schon jetzt nicht das günstigste Modell, sein Preis müsste zur Finanzierung dieser technologischen „Überdosis“ aber deutlich steigen.
Die Verkaufsvolumina von Hot Hatches sind ohnehin nicht besonders hoch, und ein höherer Preis würde dem kaum helfen. Ob sich die erforderliche hohe Investition lohnt? Man muss sich nur vor Augen führen, was mit dem Ford Focus RS geschah, der eine ähnliche Lösung versprach.
Zweitens bringt die Hybridisierung – in diesem Fall ein Plug-in-Hybrid – Ballast mit sich, und zwar reichlich: Ein Gewichtsnachteil von 150 kg wäre keineswegs unrealistisch. Um der zusätzlichen Leistung gerecht zu werden, müssten zudem verstärkte oder grössere Komponenten verbaut werden – mehr „Gummi“, grössere Bremsen sowie Anpassungen an den übrigen Fahrwerkskomponenten. Wie würde sich das auf die so geschätzte Agilität des Civic Type R auswirken?
Civic Type R ohne Elektronen
Wäre es vielleicht besser, das einfachere Erfolgsrezept von heute beizubehalten? Die zweite Möglichkeit, ein Civic Type R ausschliesslich mit Verbrennungsmotor und zwei angetriebenen Rädern, rückte zuletzt in den Mittelpunkt. Auslöser waren Aussagen von Tom Gardener, Senior Vice President von Honda Europe, gegenüber Auto Express:
„Wir haben unsere wichtigsten Säulen, die elektrifiziert werden (…), aber es wurden noch keine Entscheidungen getroffen (zum Civic Type R). Uns ist sehr bewusst, wie sehr unsere Kunden das aktuelle Modell schätzen, und wir müssen gründlich prüfen, welcher Weg der beste ist.“
Da der künftige Hot Hatch bereits – wenn auch getarnt – bei Fahrtests gesichtet wurde, könnte diese Entscheidung allerdings längst gefallen sein.
Entscheidet sich Honda für einen „konventionelleren“ Civic Type R, heisst das dennoch nicht zwingend, dass er vollständig ohne Elektrifizierung auskommt. Gemeint wäre natürlich ein einfacheres und hinsichtlich Platzbedarf sowie Zusatzgewicht deutlich weniger einschneidendes Mildhybrid-System, das bei den Emissionstests bereits einige wertvolle Gramm CO₂ einsparen kann.
Im Übrigen wäre das Rezept praktisch identisch mit jenem des aktuellen Modells. Der K20-Motor würde vermutlich weiter eingesetzt und im Sinne der Effizienz einige Änderungen erhalten – ob er überhaupt mehr Leistung bräuchte? Einige Gerüchte besagen, dass die Leistung des 2.0 Turbo leicht steigen könnte.
Emissionen als entscheidender Faktor
Das grösste Hindernis, alles weitgehend unverändert zu lassen, liegt in der Emissionsbilanz. Honda hat mit dem Honda e bereits sein Elektroauto auf den Markt gebracht, zudem wurden CR-V und Jazz hybridisiert. Es ist zu erwarten, dass die elfte Civic-Generation eine ähnliche Hybridlösung wie diese beiden Modelle erhält.
Würde das genügen, um die Emissionen des japanischen Herstellers in Europa auf ein Niveau zu senken, das „Exzentrizitäten“ wie den Civic Type R ermöglicht? Ein Blick auf den Landsmann Toyota zeigt: Dank eines mehrheitlich aus Hybridfahrzeugen bestehenden Absatzes kann sich die Marke aktuell einen GR Supra und einen GR Yaris leisten – beide ausschliesslich mit Verbrennungsmotor.
Und was ist deine Meinung? Soll der Honda Civic Type R in eine höhere Klasse aufsteigen – bei Leistung und Preis – und mit Hybridisierung den Deutschen Konkurrenz machen? Oder sollte er möglichst eng am Rezept des aktuellen, von uns so geschätzten Modells bleiben?






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