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Aston Martin Valhalla: neuer Supersportwagen mit V8 und 1.080 PS

Grüner Aston Martin Valhalla Supersportwagen mit offenem Heckflügel vor Sonnenuntergang auf Betonboden
In diesem Artikel
  1. Der V8-Hybridantrieb des Aston Martin Valhalla
  2. Antrieb, Fahrwerk und Aerodynamik des Valhalla
  3. Karosserie und Innenraum des Aston Martin Valhalla

Astons erster serienmäßig gebauter Supersportwagen mit Mittelmotor. Der erste mit Batterie und Elektromotoren. Der erste mit V8 und flach gekröpfter Kurbelwelle, der rein elektrisch rund 14,5 Kilometer weit kommt. Der erste, der zu Ehren von Mad Max: Fury Road gebaut wurde. Moment, nein, das nicht. Drei von vier sind aber auch nicht schlecht.

Und schlecht ist auch der neue Aston Martin Valhalla nicht – zumindest, wenn man sich die frisch veröffentlichten Seriendaten ansieht. Sie liegen noch vor den ersten Auslieferungen vor, die für das zweite Halbjahr 2025 geplant sind. Fest steht: An Feuerkraft mangelt es diesem Auto nicht. Also fangen wir am besten dort an.

Der V8-Hybridantrieb des Aston Martin Valhalla

Im Herzen des Wagens – tatsächlich genau in seiner Mitte – sitzt Astons eigens entwickelter neuer 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern und flach gekröpfter Kurbelwelle. Es ist der stärkste V8, der je in einem Aston Martin verbaut wurde.

Der Achtzylinder ist technisch aufwendig: Seine Turbolader fördern pro Stunde 20 Prozent mehr Luft als jene des DBX707. Für eine bessere Verbrennung wechselt die Zündung ständig zwischen den beiden Zylinderbänken, außerdem gibt es neue Nockenwellen und Krümmer. Der nur sehr entfernt vom Motor des Mercedes-AMG GT Black Series abgeleitete V8 leistet für sich allein 828 PS.

Allein bleibt er natürlich nicht. Auf der rasanten Fahrt durch die Ebene – zweifellos Richtung Gas Town – begleiten ihn drei Elektromotoren: zwei an der Vorderachse und einer im Getriebe. Sie steuern weitere 251 PS bei, sodass sich eine explosive Gesamtleistung von 1.080 PS und ein Drehmoment von 1.100 Nm ergeben. Die beiden vorderen Motoren bewegen den Valhalla auch rückwärts, denn einen Rückwärtsgang gibt es nicht. Alle drei Elektromotoren überbrücken zudem die „flüchtigen“ Momente des Turbolochs und liefern bei voller Beschleunigung zusätzlichen Schub.

Das bedeutet tatsächlich: Im EV-Modus wird dieser Mittelmotor-Supersportwagen zum Aston mit Frontantrieb. Wie peinlich!

Antrieb, Fahrwerk und Aerodynamik des Valhalla

Das neue Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe ist in den Hybridantrieb eingebunden und verteilt die Kraft auf alle vier Räder. Damit beschleunigt der Valhalla in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit ist auf 349 km/h begrenzt. Er ist also kräftig und schnell – und erzeugt obendrein viel Abtrieb.

Bei 240 km/h liegen 600 kg Abtrieb an. Diesen Wert hält der Valhalla bis zur Höchstgeschwindigkeit konstant, indem eine ausgeklügelte aktive Aerodynamik überschüssigen Abtrieb abbaut und so für stabiles Fahrverhalten sorgt. Dafür nutzt sie eine Klappe unter dem Frontsplitter und ein DRS-System am Heckflügel.

Bemerkenswert ist, dass Vorder- und Hinterachse mechanisch nicht miteinander verbunden sind. Stattdessen steuert der Valhalla seinen Allradantrieb über „hochmodernes IVC [Fahrdynamikregelung] und integrierte Bremskraftsysteme“. Untergebracht ist das Ganze in einer eigens entwickelten Kohlefaser-Fahrgastzelle mit Aluminium-Hilfsrahmen, die gemeinsam mit dem Formel-1-Team entstand. Aston nennt ein Trockengewicht von 1.655 kg – 120 kg weniger als beim Lamborghini Revuelto.

Apropos Formel 1: Vorn kommen eine Schubstangenaufhängung sowie innen liegende Federn und Dämpfer zum Einsatz, hinten eine Fünflenkeraufhängung. Die adaptiven Dämpfer stammen von Bilstein. Auch die Bremsanlage fällt kräftig aus: Kohlefaserk eramik ist serienmäßig, mit 410-mm-Scheiben und Sechskolbensätteln vorn sowie 390-mm-Scheiben und Vierkolbensätteln hinten. Sie wurde „für die Strapazen des Rundstreckeneinsatzes entwickelt und auf die differenzierten Anforderungen des Straßenverkehrs abgestimmt“. Viel Glück dabei, sie auf der M25 auf Temperatur zu bringen.

Auf der Rennstrecke von Silverstone – oder einer anderen Strecke nach Wahl – soll der Valhalla laut Aston dagegen zum K.-o.-Schlag ausholen. An der Vorderachse gibt es eine gezielte Drehmomentverteilung und Bremsenergierückgewinnung, hinten ein elektronisches Differenzial sowie eine „elektrische Allradverteilung“. Vereinfacht gesagt tauschen sich diese Systeme ständig miteinander aus, damit das Auto in die gewünschte Richtung fährt.

Fahrmodi gibt es natürlich ebenfalls: EV, Sport, Sport+ und Race. Für eine elegante Silhouette liegt der Heckflügel zunächst bündig an der Karosserie an. Wird Race aktiviert, fährt er um 255 mm aus und dient bei starkem Bremsen als Luftbremse.

Karosserie und Innenraum des Aston Martin Valhalla

Und wie sieht der Valhalla aus, wenn man nur eine Kamera auf ihn richtet? Durchaus gut. Optisch – nicht bei den technischen Daten – bleibt er dem ursprünglichen V6-Konzept von 2019 sehr nahe, das wir vor langer, langer Zeit gesehen haben. In einer weit, weit entfernten Galaxis. Nein, Moment, falsches Filmuniversum.

Die Karosserie besteht überwiegend aus Kohlefaser. Nach vorn öffnende Flügeltüren sorgen für zusätzliche Supersportwagen-Dramatik; „sichtbare Lufthutzen und Einlässe“ gibt es auffallend wenige, dafür umso deutlichere Venturi-Tunnel am Heck und den einziehbaren Heckspoiler. Hinzu kommt ein Dachschnorchel, ebenfalls aus der Formel 1 entlehnt, der Luft in den Motor und das Kühlsystem presst.

Im Innenraum gibt es viel Formel 1 und eine Prise Valkyrie. Die Gestaltung ist klar, reduziert und entsprechend zweckorientiert. Verkleidungen aus zerkleinerter und recycelter Kohlefaser kommen großzügig zum Einsatz, die Sitze bestehen jeweils aus einem einzigen Kohlefaserteil. Erhöhte Fußräume prägen die Sitzposition, sodass man seine beste Fernando-Imitation geben kann.

Zwei Bildschirme beherrschen das Armaturenbrett: einer für den Fahrer, einer in der Mitte. Sie bieten verschiedenste Anzeigen und konfigurierbare Darstellungen, darunter Grafiken zur Bremsenergierückgewinnung und zum Elektroantrieb. Davon ist man bestimmt ganz fasziniert, während man mit 241 km/h auf eine Haarnadelkurve zustürmt.

„Vor vier Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, die Marke Aston Martin zu verändern: Wir wollten ihre traditionsreiche und unübertroffene Luxuskompetenz um modernste, von der Formel 1 inspirierte Technologie und klassenführende Leistung ergänzen, um es mit den erfolgreichsten Marken der Welt aufzunehmen“, sagte Aston-Chef Adrian Hallmark.

Gebaut werden nur 999 Exemplare des Valhalla. Jedes kostet ab rund 850.000 britischen Pfund einschließlich Steuern. Damit ist er entweder eine sehr teure Alternative zum Lamborghini Revuelto mit V12-Hybridantrieb für 450.000 Pfund oder ein günstiger Konkurrent mit enormem Abtrieb und gewaltiger Leistung gegenüber dem mehrere Millionen Pfund teuren McLaren W1 und Ferrari F80. Allerdings wird seine Form weniger stark von der Aerodynamik bestimmt, weshalb er auch weit weniger brutal aussieht.

Und natürlich wird man ihn für die Ewigkeit glänzend konfigurieren können und … bitte nicht in Chrom, nur nicht in Chrom.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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