Der Cupra Tindaya ist das Kind aus Cupras Shooting-Brake-Konzept „Dark Rebel“ von 2023 und einem ziemlich großen SUV. Herausgekommen ist ein 4,7 m langer, extrem angriffslustiger Crossover, der zugleich als Designmanifest der spanischen Marke und als Ausblick auf ein kommendes Serienmodell dient. Kaufen können soll man ihn laut Interims-CEO Markus Haupt etwa ab 2030.
Cupra Tindaya als Ausblick auf das Serienmodell
Falls Sie es nicht verfolgt haben: Seit der Ausgliederung zur eigenständigen Marke im Jahr 2018 befindet sich Cupra in einer ausgesprochen starken Phase. Die Marke nähert sich insgesamt einer Million verkaufter Fahrzeuge und war im vergangenen Monat die am schnellsten wachsende Marke Europas. Und das noch vor dem Marktstart des neuen urbanen Elektroautos Raval Anfang nächsten Jahres, dem Schwestermodell von VW ID. Polo und Skoda Epiq.
Zurück zum Tindaya: Wie es sich für ein gutes Konzeptfahrzeug gehört, trägt er den Namen „eines vulkanischen Berges, der sich auf Fuerteventura erhebt, einem Teil der Kanarischen Inseln im wilden Atlantischen Ozean“. Auffällig ist, dass Cupra kein Wort zum Antrieb verliert. Das ist durchaus nachvollziehbar, weil das Serienauto noch mindestens fünf Jahre entfernt ist, sagt aber auch viel über die aktuelle Stimmung der Branche aus. Wahrscheinlich wird er rein elektrisch fahren, doch weshalb sollte man sich schon heute festlegen, wenn ein Plug-in-Hybrid im Jahr 2030 die klügere Wahl sein könnte?
Man könnte Ihnen die bereits bekannten Designfloskeln aus der Pressemitteilung auftischen: von den „Linien, die von der hinteren Schulterpartie ausgehen und die Rückleuchten mit einer durchgehenden digitalen Maske einfassen“, bis zum Innenraum, in dem ein „Juwel“ „das Fahrzeug erweckt, die Fahrmodi anpasst und die Atmosphäre durch Licht, Klang und Umgebungsreaktionen verändert“. Für Sie und mich ist das schlicht das gläserne Dreieck auf der Mittelkonsole. Aber Sie haben Augen und verwenden sie vermutlich gerade, um das finstere Gesicht des Tindaya sowie sein Sammelsurium aus Kanten und Lufteinlässen zu betrachten. Minimalistisch ist er nicht, markant dagegen sehr – vor allem wegen des Dachrückens mit zwei abnehmbaren Elementen sowie der Sitze, einer „modernen Neuinterpretation des klassischen ‚Eames Lounge‘“, die an einem weiteren Rücken aufgehängt sind, der den 2+2-Innenraum teilt.
Markus Haupt über Cupra, USA und Nahost
„Der Tindaya wurde geboren, um Realität zu werden. Es ist eine Designstudie, aber zu Beginn des nächsten Jahrzehnts, ungefähr dann, wird er Wirklichkeit sein“, erklärte Haupt gegenüber Top Gear. Der erst im April nach dem überraschenden Abgang des britischen Managers Wayne Griffiths zum Interims-CEO ernannte Cupra-Chef bestätigte außerdem, dass die geplante Expansion in die USA vorerst auf Eis liegt. Dabei hätte der Tindaya genau die passende Größe für US-Kunden. Der baldige Start der Marke im Nahen Osten sehe dagegen vielversprechend aus.
Auch bei der Gefahr, dass chinesische Hersteller den europäischen Markt überschwemmen könnten, blieb Haupt zuversichtlich: „Wir haben so viele Dinge, die sie nicht haben: Händlernetze, Kundendienst, wir sind Teil des VW-Konzerns und haben Zugang zur Konzerntechnologie. Ein oder zwei verdienen Geld, der Rest verbrennt noch Geld. Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren viele Veränderungen sehen werden.“






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