Der renommierte Fotograf Mark arbeitet schon seit sehr, sehr vielen Jahren mit Top Gear zusammen. Wenn er nicht fotografiert, kauft er unpassende Autos. Hier lässt er die Welt an seiner Sucht teilhaben.
Die Lagerbox macht Autokäufe gefährlich einfach
Eine Lagerbox zu mieten hat den Nachteil, dass man beim Autokauf keinen vernünftigen Kopf mehr bewahren muss. Früher setzte ganz natürlich die Auffahrt eine Grenze – oder die Frage, wie viele Autos auf die Straße ausweichen konnten, bevor ein Nachbar die Nerven verlor. Mit Zugang zu einem Lager wird das Horten schrecklicher Fahrzeuge jedoch zu einem Selbstbedienungsladen.
Weder ein Pickerl noch Kfz-Steuer sind dann erforderlich – ja, das Auto muss nicht einmal fahrbereit sein. Einfach in die Box hineinschieben, das Rolltor schließen und sich erst darum kümmern, wenn Zeit oder Geld für die Reparatur vorhanden sind. Leider ist Letzteres viel zu selten der Fall. Das erklärt auch, weshalb von meinen zehn Autos nur drei fahrbar sind. Eines davon ist ein Dodge Viper mit einem Verdeck, das nicht funktioniert.
Alpina E24 B10 Coupé und Pajero stehen zum Verkauf
Deshalb habe ich diesen Monat etwas für mich ungewöhnlich Vernünftiges getan. Ich habe mir selbst eine kleine Intervention verordnet und verkaufe alles, was ich dieses Jahr entweder nicht genutzt habe oder in den kommenden Monaten ohnehin nicht reparieren werde. Ganz oben auf der Abschussliste steht das Alpina E24 B10 Coupé, das ich seit fast acht Monaten besitze, ohne auch nur einen einzigen Kilometer damit gefahren zu sein. Zugegeben: Ich kaufte es im Winter, und im Jahr davor war es vollständig restauriert worden. Doch ein Auto, das keinen Drang zum Fahren auslöst, verfehlt für mich den Sinn des Besitzes.
Als Nächstes folgt einer der zahlreichen Pajeros, die ich derzeit horte: der grüne Haufen mit „Fent“ als Kennzeichen. Als ich ihn kaufte, war ich hart zu diesem Auto – und das zu Recht. Es ist das genaue Gegenteil des Alpina. Tatsächlich macht es aber Spaß zu fahren und ist technisch solide; nur Zustand und Lack sprechen gegen ihn. Zusammen mit zwei weiteren Pajeros, die ebenfalls Arbeit brauchen, ist es ein weiteres Auto, das seit mehr als sechs Monaten ungenutzt in der Lagerbox steht.
Mein Zwiespalt beim Dodge Viper RT/10
Am meisten hadere ich allerdings mit dem Verkauf meines frühen Dodge Viper RT/10. Ich liebe dieses Auto wirklich: Als Kind war es das erste Auto, das ich als Poster an der Wand hatte, und ich hätte nie geglaubt, selbst einmal eines besitzen zu können. Das eigentliche Problem besteht darin, einen passenden Anlass zu finden, das verdammte Ding zu fahren. Schwer zu bedienen ist er nicht, doch abseits von Sonnenschein und einer glatten Landstraße macht er keinen Spaß. Ich wage zu behaupten, dass ich in den vergangenen drei Jahren mehr Freude daran hatte, ihn zu besitzen, als ihn tatsächlich zu fahren. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, wirkt aber ein wenig wie Verschwendung.
Hinter dem Verkauf dieser Autos steckt ein tieferer Grund. Es gibt zwei langfristige Projekte, die ich unbedingt abschließen möchte: meinen R34 GT-R, der seit 2020 stillgelegt ist, und meinen M635CSi, der seit 2018 nicht mehr auf der Straße war. Beide erhalten Komplettrestaurierungen, beide werden gerade wieder zusammengebaut, und beide möchte ich unbedingt wieder fahren. Bis zur Fertigstellung ist es allerdings noch ein weiter Weg, und beschleunigen lässt sich das nur, indem ich mehr Geld hineinstecke – etwas, wovon ich offenbar völlig besessen bin.
Werden sie dem Hype gerecht werden, wenn sie fertig sind? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn noch ein Jahr verstreicht, ohne dass ich sie wieder straßentauglich bekomme, werde ich bis dahin womöglich tatsächlich zwangseingewiesen.






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