Adrian Newey ist weit mehr als nur ein Ingenieur: Er ist der Michelangelo des Rennwagendesigns. Wie ein Bildhauer formt er Luftströmungen zu Weltmeistertiteln. Seit Jahrzehnten dominieren seine Konstruktionen den Sport; Williams, McLaren und Red Bull erlebten unter seinem Einfluss jeweils ihre goldenen Jahre.
Adrian Newey: Der entscheidende Faktor für Aston Martin
Einen Mann wie ihn im Team zu haben, ist wie ein Ass im Ärmel. Aston Martin ist ein ehrgeiziger Rennstall mit der Rückendeckung eines Milliardärs, dem ehemaligen Weltmeister Fernando Alonso und einem unstillbaren Verlangen nach Ruhm. Hat sich das Team nun genau jene Zutat gesichert, die aus einem Herausforderer einen Champion machen kann?
Ich erinnere mich an Miami 2024, als eifrig darüber spekuliert wurde, wohin Adrian nach seiner Ankündigung wechseln würde, Red Bull nach 19 Jahren zu verlassen. Anders als viele Figuren im F1-Fahrerlager meidet Adrian die Aufmerksamkeit der Medien. Sein Unbehagen angesichts der Kamerateams war deutlich spürbar, doch wie wir wissen, werden F1-Verhandlungen oft in der Öffentlichkeit geführt.
Bei einem kurzen Vier-Augen-Gespräch mit ihm kam Lawrence Stroll herüber, fing Adrians Blick auf und formte mit einer Handbewegung ein imaginäres Telefon an seinem Ohr. Dann sagte er lautlos: „Ruf mich an.“ Eine Kamera hinter ihm zeichnete die ganze Szene auf. Die Nachricht, Adrian werde zu Aston Martin wechseln, verbreitete sich daraufhin wie ein Lauffeuer. Ein kluger Schachzug von Herrn Stroll. Binnen weniger Wochen hatte er die begehrteste Unterschrift im Sport gesichert.
Warum Newey Aston Martins Aufschwung auslösen könnte
Doch kann ein einzelner Mann tatsächlich den Unterschied ausmachen? Ja – wenn dieser Mann Adrian Newey heisst. Der psychologische Schub für ein Team, das von seiner Position 2023 bis zum Ergebnis 2024 um fünf Plätze zurückfiel, lässt sich kaum beziffern. Bei Aston Martin arbeiten zahlreiche talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, doch seine Verpflichtung ist zweifellos der Impuls, den Aston braucht, um seinen Angriff neu zu entfachen. Strolls prall gefüllte Kassen, Alonsos zeitlose Klasse und die hochmoderne Fabrik sind allesamt hilfreich. Was Aston bislang aber wohl fehlte, war ein echter technischer Visionär.
Leidenschaft und Handwerk von Adrian Newey
Neweys Besonderheit liegt jedoch nicht allein in seinem Wissen, sondern auch in seiner Leidenschaft – ungeachtet der schwindelerregenden Vergütung, die angeblich bei 30 Millionen Pfund pro Jahr liegt. Er ist ein Romantiker des Rennsports, der Fahrzeugkonzepte noch immer von Hand skizziert. In seiner Freizeit entwirft er Hypercars und arbeitete kürzlich mit Shack, dem Architektur- und Bau-Startup meines Bruders, zusammen, um eine leistbare, von der F1 inspirierte Garage zu gestalten. Wie findet dieser Mann bloss die Zeit dafür?
Aston Martin ist als Marke auf seine treuen Fans angewiesen, und die Verpflichtung von Adrian Newey ist für sie fast ebenso eine starke Geschichte wie Ferraris Aufnahme von Lewis Hamilton. Wird eine der beiden Partnerschaften Erfolg garantieren? In der Formel 1 garantiert das niemals etwas, doch sie zeigt, dass Aston nicht nur dabei ist, um das Feld zu füllen.






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