Porsche-Fans mit einer Schwäche für Slantnose-Modelle erinnern sich vermutlich daran: Im Mai 2025 liess Porsche beim Europäischen Patentamt die Bezeichnungen „Flachbau“ und „Flachbau RS“ eintragen. Dieses traumhafte Einzelstück liefert nun die Erklärung dafür – Überraschung: Es ist der Flachbau RS.
Porsche Flachbau RS als Hommage an den 935 Moby Dick
Als Basis dient der bereits enorm eindrucksvolle 991.2 911 GT2 RS eines Kunden. Porsches hauseigene Sonderwunsch-Abteilung machte daraus ein Fahrzeug, das an „Moby Dick“ erinnert – nicht an den Wal, sondern an Porsches legendären, ausserordentlich erfolgreichen und geradezu „monströsen“ Rennwagen.
„Unser Ziel war es, den ikonischen Look des 935 neu zu interpretieren, ohne bei Sicherheit, Technik oder Strassenzulassung Kompromisse einzugehen“, erklärte Alexander Fabig, Vice President Individualisation bei Porsche. Genau: Dieses Fahrzeug darf tatsächlich auf öffentlichen Strassen bewegt werden.
Passend dazu stammt das Design des Einzelstücks von jenem Mann, der bereits die Neuinterpretation des 935 von 2018 entworfen hat: Grant Larson. Wie Porsche mitteilt, ist Larson mittlerweile im Ruhestand. Zu seiner jüngsten Kreation sagte er: „Der neue Flachbau RS ist eine moderne, stimmige Neuinterpretation des ikonischen Designs des 935 Moby Dick.“
Aufwendige Slantnose-Karosserie und Manthey-Aerodynamik
Einen GT2 RS in einen Slantnose zu verwandeln, war offenbar alles andere als eine Sache für einen gemütlichen Nachmittag. Der Porsche erhielt neue, tiefer positionierte vordere Kotflügel, zusätzliche Luftauslässe, eine neu gestaltete Frontschürze sowie eine besonders gelungene LED-Lichtsignatur. Sie ist dreistufig angeordnet und übernimmt Fernlicht, Abblendlicht und Tagfahrlicht.
Auch Porsches enger Partner Manthey beteiligte sich an dem Projekt. Das Ergebnis sind ein neuer Frontsplitter, ein Heckdiffusor, eine bessere Aerodynamik als beim Serienmodell und ein mächtiger Heckflügel. Dieser lässt sich abhängig vom gewünschten Abtrieb manuell in drei Positionen fixieren – und ja, dieser Porsche nimmt das Thema sehr ernst.
In der höchsten Flügelstellung erzeugt er 554kg Abtrieb. Zudem wiegt er 31.6kg weniger als der Basis-GT2-RS, der seinerseits bereits vom leichten Weissach-Paket profitiert. Entsprechend konsequent fällt das Gewicht aus.
Porsche 911 GT2 RS-Antrieb und kompromissloser Leichtbau
Am Antriebsstrang des GT2 RS änderte Porsche nichts – und warum auch? Der 3,8-Liter-Biturbo-Boxersechszylinder leistet bereits knapp 700 PS, entwickelt 750 Nm Drehmoment, beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 340 km/h. Die Leistung eines GT2 RS steigert man nicht einfach so.
Das Einzelstück trägt eine spezielle Lackierung namens „Grand Prix White“, kontrastierende schwarze Elemente, Streifen, Aerodisc-Räder und einen radikal reduzierten Innenraum. Wirklich radikal: Der Kunde bat Porsche, das PCM-System, die Stereoanlage sowie sogar die Schalldämmung und die Bodenverkleidungen auszubauen.
Stattdessen dominieren nun lackiertes Metall und offen sichtbares Carbon. Selbst der Kabelbaum liegt frei. Und weil es Porsche ist, wurde auch dieser erleichtert, indem man „einzelne nicht mehr benötigte Kabel“ entfernte. Zwischen leichtem Schaltmanschettenmaterial und diesem Aufwand liegen Welten.
Zu sehen sind ausserdem edle „Flachbau RS“-Nähte, Carbon-Schalensitze und eine Nürburgring-Inschrift. Letztere ist keineswegs bloss Dekoration: Porsche absolvierte mit einem Validierungsprototypen – einem von drei gebauten Exemplaren – 50 Runden auf der Nordschleife. Porsche-Testfahrer Lars Kern sagte nach den Runden auf dem „Ring“, der Wagen sei „selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten extrem stabil und präzise“ geblieben. Auftrag erfüllt.






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