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Dongfeng VIGO im Test: Geräumig und komfortabel ab 33.197 Euro

Weißer Dongfeng Vico Pickup im modernen Ausstellungsraum mit großen Glasfenstern und Tageslicht.
In diesem Artikel
  1. Auf dem richtigen Weg. Aber …
  2. Der Dongfeng VIGO punktet mit viel Platz
  3. Technologie als Achillesferse
  4. Auf der Strasse wird es besser
  5. Er bevorzugt ein ruhigeres Tempo
  6. Der Preis ist das Lockmittel
  7. Technische Daten

Geräumig, komfortabel und umfangreich ausgestattet: Der Dongfeng VIGO kostet etwas mehr als 33.000 Euro. Allerdings müssen Käufer vor allem bei Technologie und Fahrverhalten Abstriche machen.


Dongfeng ist seit etwas mehr als zwei Jahren in Portugal vertreten. Den Anfang machte der Box, ein Elektroauto des B-Segments, das jedoch nicht den von der Marke erhofften Erfolg erzielte.

Zwar hatte er überzeugende Argumente wie sein Raumangebot und seine umfangreiche Ausstattungsliste, in manchen Bereichen wirkte er aber noch nicht vollständig auf die Erwartungen des europäischen Publikums abgestimmt. Das zeigte sich besonders bei Lenkung, Fahrwerk und Bremsen.

Aus den ersten Schritten muss man lernen – und genau das scheint Dongfeng nun zu tun. Die Marke hat zwei neue Modelle für den nationalen Markt vorgestellt, mit denen sie in zwei der umkämpftesten Fahrzeugsegmente Europas antreten will. Eines davon konnte ich bereits fahren.

Es trägt den Namen VIGO, fährt rein elektrisch und soll das B-SUV-Segment «angreifen». In dieser Klasse reicht ein konkurrenzfähiger Preis längst nicht mehr aus, um hervorzustechen. Doch besitzt der VIGO genug Qualitäten, um mehr als nur über den Preis zu punkten?

Auf dem richtigen Weg. Aber …

Wer dem Erscheinungsbild eines Autos keine entscheidende Bedeutung beimisst, kann diesen Abschnitt überspringen. Wer hingegen ein Modell mit etwas Persönlichkeit sucht, sollte weiterlesen.

Meiner Ansicht nach tut sich der VIGO in diesem Punkt schwer, wirklich zu überzeugen. Sein Exterieur ist zweifellos weniger unauffällig und beliebig als jenes des Dongfeng Box, eine klar erkennbare Designsprache, die ihn sofort als Modell der Marke ausweist, fehlt jedoch.

Betrachtet man die drei Modelle, die Dongfeng derzeit in Portugal anbietet – Box, VIGO und MAGE –, lassen sich kaum gemeinsame gestalterische Merkmale ausmachen. Jedes Fahrzeug scheint einem eigenen Ansatz zu folgen und setzt deutlich unterschiedliche Designlösungen ein. Ein stärkeres Familiengefühl fehlt.

Dennoch wirkt der VIGO stilistisch nicht so austauschbar wie manche anderen Modelle, die erst kürzlich in Portugal eingeführt wurden. Das ist ein positives Zeichen. An der Front gibt es allerdings einige Details, die mich an den KIA Stonic erinnern. Das Heck zeigt dagegen deutlich mehr Eigenständigkeit.

Ungeachtet dessen folgt das Modell den aktuellen Trends. Mit seiner robusten Erscheinung und der für ein SUV typischen Bodenfreiheit fallen in der Seitenansicht die markanten Karosseriefalten, kantigen Formen und kräftig ausgeformten Radhäuser auf, in denen die einzigen verfügbaren 18-Zoll-Felgen sitzen.

Der Dongfeng VIGO punktet mit viel Platz

Vor allem im Innenraum werden die 4306 mm Länge und insbesondere der Radstand von 2715 mm zu einem grossen Vorteil.

Hinter dem auf meine Fahrposition eingestellten Fahrersitz – ich bin etwa 1,78 m gross – bleibt reichlich Platz. Der VIGO gehört zweifellos zu den geräumigsten Angeboten seines Segments und bietet auf der Rückbank ausreichend Raum, um zwei Erwachsene mit mehr als 1,80 m Körpergrösse komfortabel unterzubringen.

Damit nicht genug: Auch der Kofferraum fällt mit einem angegebenen Volumen von bis zu 500 Litern grosszügig aus. Zum Vergleich: Das sind 25 Liter mehr als beim Skoda Epiq, 159 Liter mehr als beim Peugeot E-2008 und 125 Liter mehr als beim Renault 4 E-Tech.

Eine in dieser Klasse ausgesprochen ungewöhnliche Lösung hebt den Kofferraum zusätzlich hervor: eine zweiteilige Heckklappe, wie man sie vom Smart ForTwo oder, am anderen Ende der Skala, von den Premium-Modellen BMW X5 und Range Rover kennt.

Auf den ersten Blick wirkt diese Lösung vielleicht nicht besonders nützlich, aber glauben Sie mir: Sie ist es. Gerade beim Transport schwerer Gegenstände. Diese lassen sich auf dem unteren Teil abstellen – er trägt bis zu 150 kg – und anschliessend einfach ins Fahrzeuginnere schieben. Der Rücken wird es Ihnen danken.

Technologie als Achillesferse

Dem Fahrer stehen zwei Displays zur Verfügung: ein kleineres 8,8-Zoll-Instrumentendisplay und ein zentraler 12,8-Zoll-Bildschirm für das Infotainmentsystem. Während Ersteres seinen Zweck erfüllt, offenbarte Letzterer einige Schwächen.

Die Grafik wirkt schlicht und trägt nicht gerade zu einem hochwertigeren Eindruck bei. Die Menüs erfüllen zwar ihre Aufgabe, sind aber nicht immer selbsterklärend, wodurch manche Bedienvorgänge umständlicher werden.

Die starke Abhängigkeit vom Bildschirm geht jedoch noch weiter. Physische Tasten sucht man – abgesehen von den Fensterheberschaltern in den Türen – vergeblich.

Die Bedienung der Klimaanlage ist im Zentraldisplay untergebracht, ebenso die Steuerung der Fahrerassistenzsysteme. Letzteres ist bei der grossen Mehrheit moderner Fahrzeuge inzwischen üblich. Anders als bei einigen anderen Marken gibt es im Dongfeng jedoch keine Schnellzugriffe, um diese Systeme rasch abzuschalten.

Hinzu kommt eine Frage, die ich weiterhin nicht nachvollziehen kann: Warum besteht der VIGO – wie so viele andere chinesische Modelle – auf einem Bildschirm, dessen Fläche grösstenteils praktisch ungenutzt bleibt? Ein Blick auf das obige Bild reicht aus, um zu verstehen, was gemeint ist.

Auf der Strasse wird es besser

Sobald man am Steuer Platz genommen, sich angeschnallt und die aufdringlichsten Warnhinweise der Fahrerassistenzsysteme stummgeschaltet hat, gibt es im VIGO keinen Knopf zum Losfahren. Es genügt, das Bremspedal zu betätigen, die gewünschte Fahrtrichtung zu wählen und loszufahren.

In diesem Bereich dürfte das chinesische Elektro-B-SUV Kunden gewinnen können. Schon die ersten Kilometer verlaufen ausgesprochen sanft und komfortabel – so sehr, dass ich mich hinunterbeugte, um zu prüfen, ob es sich um eine Einzelradaufhängung hinten oder eine Verbundlenkerachse handelt. Es ist übrigens die zweite Variante.

Die Lenkung ist leichtgängig, die 163 PS und 230 Nm des Elektromotors stehen jederzeit spontan bereit, und auch der Verbrauch überrascht. Tatsächlich konnte ich kaum glauben, dass der VIGO einen Durchschnittsverbrauch von rund 17 kWh/100 km angibt. Während der Tage, die ich mit ihm verbrachte und in denen viele Autobahnkilometer anfielen, musste ich mich nämlich nicht sonderlich bemühen, um den Test mit durchschnittlich 12,3 kWh/100 km abzuschliessen.

Das bedeutet, dass die für die 51,9-kWh-LFP-Batterie angegebenen 340 km Reichweite nicht nur erreichbar, sondern sogar relativ einfach zu übertreffen sind. Ich bin überzeugt, dass die für dieses SUV versprochenen 521 km Stadt-Reichweite absolut realistisch sind.

Beim Laden akzeptiert der VIGO an Gleichstrom-Schnellladestationen (DC) bis zu 167 kW, ein interessanter Wert in diesem Segment. Bei Wechselstrom (AC) sind hingegen nicht mehr als 6,6 kW möglich.

Diese Verbrauchswerte waren nur dank der elektrischen Rekuperation möglich. Der VIGO bietet keinen One-Pedal-Drive-Modus, doch die stärkste Stufe erwies sich als ausreichend, damit man beim Fahren kaum auf das Bremspedal angewiesen ist. Schade nur, dass sich auch dieses System wieder ausschliesslich über den Bildschirm einstellen lässt.

Er bevorzugt ein ruhigeres Tempo

Mit den drei wählbaren Fahrmodi ECO, Normal und Sport lassen sich die Unterschiede zwischen den Einstellungen relativ leicht wahrnehmen. Während im ersten Modus die Leistungsentfaltung gleichmässiger erfolgt und für den Alltag aus meiner Sicht mehr als ausreicht, reagiert der VIGO in den beiden anderen Modi ruppiger.

Die stärker auf Effizienz ausgelegten Reifen helfen nicht weiter, doch es wurde deutlich, dass das dynamische Fahrverhalten nicht zu seinen Stärken zählt. Die Lenkung ist nicht nur zu stark unterstützt, sondern vermittelt auch kaum Informationen über die Vorgänge an der Vorderachse. In bestimmten Situationen spürte ich zudem in den ersten Lenkwinkeln eine wenig natürliche Reaktion.

Auch die Bremsanlage könnte gleichmässiger arbeiten. Die Bremskraft scheint nicht immer dem Druck auf dem Pedal zu entsprechen, was eine präzise Dosierung erschwert.

Im normalen Einsatz sind das keine besonders schwerwiegenden Mängel, sie zeigen aber klar, dass sich der VIGO bei entspannter Fahrweise deutlich wohler fühlt.

Der Preis ist das Lockmittel

Damit sind wir beim Preis angelangt, also bei jenem Punkt, in dem chinesische Modelle üblicherweise den Unterschied machen wollen. Ab 33.197 Euro (26.990 Euro + MwSt.) erhältlich, ist der Dongfeng VIGO nicht das günstigste Angebot im Segment. Es wäre aber auch nicht fair, ihn direkt mit den Einstiegsvarianten seiner Konkurrenten zu vergleichen.

Schliesslich ist er ausschliesslich in der Ausstattung One Edition erhältlich, die nahezu alles bietet: die beiden Bildschirme im Innenraum, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Memory-, Heiz- und Belüftungsfunktion, V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), Panoramadach, LED-Scheinwerfer sowie zahlreiche Fahrerassistenzsysteme.

Erst im Vergleich mit besser ausgestatteten Varianten der übrigen Fahrzeuge in diesem Segment erhält der VIGO eine andere Dimension. Man muss nur den Peugeot E-2008 GT betrachten, der ab 43.180 Euro erhältlich ist, oder den Škoda Epiq und den Hyundai Kauai mit vergleichbaren Batterien und Ausstattungsniveaus, deren Preise bei 37.158 Euro beziehungsweise 39.207 Euro beginnen.

Unter dem Strich verdient der VIGO angesichts dessen, was Dongfeng für ihn verlangt, eine Berücksichtigung. Das gilt besonders für alle, die ein elektrisches SUV dieser Grösse suchen. Er bietet überdurchschnittlich viel Platz, ist relativ komfortabel, verfügt über ein effizientes Elektroantriebssystem und ist sehr umfangreich ausgestattet.

Beim Fahren bleibt noch Luft nach oben, vor allem für jene, die sich ein Modell mit engagierterem Fahrverhalten wünschen. Doch bei vielen der wichtigen Punkte liegt er richtig.

Technische Daten

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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