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ACAP will ISV bis 2036 abschaffen und IUC reformieren

Silberner Elektro-Sportwagen futuristisches Design vor modernem Gebäudekomplex in hellen Innenräumen.
In diesem Artikel
  1. Weniger Steuer beim Kauf, höhere Abgabe bei der Nutzung
  2. Alternder Fahrzeugbestand bereitet der Branche Sorgen
  3. Fehlende Förderungen für den Fahrzeugwechsel

Der Automobilverband Portugal (ACAP) will die Besteuerung von Kraftfahrzeugen in Portugal neu gestalten. Vorgesehen ist, die Fahrzeugsteuer (ISV) bis 2036 schrittweise abzuschaffen und einen Teil der Steuerlast auf die einheitliche Verkehrssteuer (IUC) zu verlagern.

Der Vorschlag stammt aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY, die am 1. Oktober beim Forum ACAP Auto’26 vorgestellt wurde. Nach Angaben des Verbands soll die Kfz-Besteuerung damit besser auf die Energiewende abgestimmt werden und zugleich zur Erneuerung eines weiterhin alternden Fahrzeugbestands beitragen.

Konkret würden Käuferinnen und Käufer neuer Fahrzeuge nach und nach weniger ISV entrichten, während die IUC im Laufe der Jahre stärker ins Gewicht fallen würde. Die ACAP ist der Ansicht, dass Portugal damit näher an die Steuermodelle anderer europäischer Länder wie Spanien und Deutschland heranrücken könnte.

Weniger Steuer beim Kauf, höhere Abgabe bei der Nutzung

Die Vorlage sieht vor, die ISV jedes Jahr um 10 % zu senken, bis sie 2036 vollständig entfällt. Gleichzeitig soll die IUC neu ausgestaltet werden.

Eine zentrale Neuerung wäre die schrittweise Abkehr vom Hubraum als Besteuerungsgrundlage. Stattdessen sollen Kohlendioxidemissionen (CO₂) und weitere Umweltparameter stärker berücksichtigt werden. Auch die Stufen für CO₂, Kraftstoffart und Fahrzeugalter würden angepasst.

Für Neufahrzeuge würde die IUC schrittweise steigen und damit einen Teil der durch das Auslaufen der ISV wegfallenden Einnahmen ausgleichen. Bei allen übrigen Fahrzeugen wäre eine jährliche Anpassung der Abgabe entsprechend der Inflation vorgesehen.

Auch die Verteilung der Einnahmen soll sich ändern. Derzeit fliesst ein Teil der IUC unmittelbar an die Gemeinden. Der ACAP-Vorschlag sieht vor, diese Einnahmen schrittweise an den Staat zu übertragen.

Nach den Berechnungen von EY würde die Kombination dieser Massnahmen die gesamten Steuereinnahmen während der Übergangsphase weitgehend aufkommensneutral halten. Der Ansatz beruht somit nicht auf einer insgesamt höheren Belastung von Kraftfahrzeugen, sondern auf einer anderen Form der Einnahmeneinhebung.

Das in der Studie angeführte Beispiel verdeutlicht das Ausmass der Änderung. Für ein Fahrzeug des B-Segments, für das 2026 923,60 Euro ISV fällig werden, wären 2027 noch 831,20 Euro zu zahlen, bis der Betrag 2036 auf null sinkt. Im Gegenzug würde die IUC für dasselbe Fahrzeug von 111,50 Euro im Jahr 2026 auf 135,90 Euro im Jahr 2036 steigen.

Alternder Fahrzeugbestand bereitet der Branche Sorgen

Die ACAP begründet die Reform mit dem hohen Alter des portugiesischen Fahrzeugbestands und der wachsenden Zahl importierter Gebrauchtwagen. Nach ACAP-Angaben waren Ende 2024 in Portugal rund 1,6 Millionen Fahrzeuge älter als 20 Jahre; das entspricht 27 % des Bestands. Gleichzeitig liegt das Durchschnittsalter importierter Fahrzeuge bei über acht Jahren.

Auch der Anteil importierter Gebrauchtfahrzeuge ist deutlich gestiegen: von 10,7 % der Zulassungen im Jahr 2010 auf 50,7 % im Jahr 2024 und 51,1 % in den ersten acht Monaten des Jahres 2025.

Aus Sicht der ACAP erschwert diese Entwicklung die Senkung der Emissionen und hat Folgen für die Verkehrssicherheit. Ein erheblicher Teil der älteren Fahrzeuge erfüllt nämlich neuere Emissionsnormen wie Euro 6 und Euro 6d nicht.

Der Verband möchte die Steuerreform daher durch eine weitere Massnahme ergänzen, die er bereits seit mehreren Jahren fordert: ein Förderprogramm für die Verschrottung alter Fahrzeuge.

Der Studie zufolge erhöhte sich die Zahl der jährlich verschrotteten Fahrzeuge von rund 20 Tausend im Jahr 2006 auf 107 Tausend im Jahr 2024. Allerdings stieg auch das durchschnittliche Alter der verschrotteten Fahrzeuge von 15,6 auf 24,7 Jahre. Für die ACAP zeigt dies, dass Fahrzeuge meist erst dann verschrottet werden, wenn sie bereits sehr alt sind.

Fehlende Förderungen für den Fahrzeugwechsel

Nach Einschätzung des Verbands reichen die derzeit verfügbaren Förderungen für den Ersatz älterer Fahrzeuge nicht aus. Das gelte insbesondere angesichts der Preise von Elektroautos sowie der Einschränkungen bei Finanzierung und Anzahl der für Privatpersonen vorgesehenen Anreize.

Die von EY vorgelegte Schätzung geht davon aus, dass die Reform jährlich etwa 3,2 Millionen Liter Kraftstoff einsparen und die CO₂-Emissionen um rund 10 800 Tonnen pro Jahr senken könnte. Zusätzlich würden die Emissionen von Stickstoffoxiden und Partikeln zurückgehen.

Die letzte umfassende Reform der Kfz-Besteuerung in Portugal erfolgte 2007. Fast zwei Jahrzehnte später ist die ACAP der Auffassung, dass die zunehmende Elektrifizierung des Markts und der alternde Fahrzeugbestand einen neuen Ansatz bei der Besteuerung von Kraftfahrzeugen erforderlich machen.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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