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Alfa Romeo Junior Veloce: Ein schneller Elektro-Crossover mit Charakter

Rotes Alfa Romeo SUV auf Rennstrecke bei Dämmerung, umgeben von Bäumen und Rasenflächen.
In diesem Artikel
  1. Alfa Romeo Junior Veloce: Name und Design
  2. Fahrverhalten des Alfa Romeo Junior Veloce
  3. Alfa Romeo und die Verkaufszahlen

Schnell, mit Frontantrieb und jeder Menge Charakter: Der Alfa Romeo Junior Veloce ist ein wirklich gelungenes Auto. Obwohl er elektrisch fährt und als kleiner Crossover daherkommt, ist er meiner Meinung nach vielleicht sogar der „Alfa“-typischste Alfa Romeo, der seit Jahren gebaut wurde.

Alfa Romeo Junior Veloce: Name und Design

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst wäre da die Sache mit dem Namen: Im April 2024 wurde das Auto ursprünglich als Milano angekündigt. Weil Alfa die Fertigung aber in Polen plante, schritt die italienische Regierung rasch ein und untersagte die Verwendung des Namens der lombardischen Hauptstadt. Nach einer Suche nach Inspiration im Archiv erhielt das Auto wenige Tage später den Namen Junior. Typisch Alfa.

Dann wäre da das Aussehen. Konventionell schön ist der Junior zweifellos nicht, doch einige unserer liebsten Alfa-Modelle aller Zeiten waren optisch ebenfalls, sagen wir, „herausfordernd“. Man denke nur an die V6-Modelle SZ und RZ aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Sie von Zagato bauen und nicht entwerfen zu lassen, war eine interessante Entscheidung von Alfa – heute lieben wir ihre kantigen Linien. Der Junior wird zwar nicht wie der SZ altern, besitzt aber einige gelungene Details. Höher ausgestattete Versionen wie der Veloce tragen im Kühlergrill einen Ausschnitt in Form des Alfa-Romeo-Wappens, während sich das abgestufte Heck an der Giulia TZ orientiert. Beim Veloce kommen außerdem die hervorragenden, filigran wirkenden 20-Zoll-Leichtmetallräder namens Venti dazu. Räder kann Alfa einfach.

Fahrverhalten des Alfa Romeo Junior Veloce

Und dann ist da noch das Fahrgefühl. Bei der Markteinführung in Großbritannien fuhr ich das etwas enttäuschende Standardmodell auf den Straßen von Lincolnshire. Anschließend sollte ich den Veloce mit 280 PS ausprobieren, doch Alfa hatte nur ein paar Linkslenker zur Verfügung, die sich ausschließlich auf einer gemieteten Kartbahn bewegen ließen. Zeichnet sich da ein Muster ab? Trotzdem ist der Unterschied zwischen dem Standardauto und dem Veloce bemerkenswert. Das stärkere Modell bietet nicht nur mehr Leistung, sondern auch eine breitere Spur, einen neuen Drehstab an der Hinterachse, richtige Sabelt-Schalensitze, größere Bremsen vorne, ein strafferes Fahrwerk und ein Torsen-Sperrdifferenzial. Hier wurde viel Arbeit investiert.

Auch wenn er ein kleiner Crossover ist, fühlt sich der Veloce tatsächlich wie ein richtiger sportlicher Kompaktwagen mit Frontantrieb an. Zwar macht sich etwas Antriebseinfluss in der Lenkung bemerkbar, dafür lenkt er erstaunlich gut in Kurven ein. Im Dynamic-Modus, der dem ESP mehr Spielraum lässt, beginnt das Heck beim Lupfen des Gaspedals mitzudrehen. Dank des Differenzials lässt sich anschließend deutlich früher wieder Gas geben, als man vielleicht erwarten würde. Ganz leise gesagt: Ein wenig erinnert das an einen erwachsen gewordenen 147 GTA. Künstlichen Sound gibt es ebenfalls, auch wenn der natürlich nicht an einen Busso-V6 heranreicht.

Alfa Romeo und die Verkaufszahlen

Ein Crossover muss es sein, denn genau solche Autos verkaufen sich. In den 1990er-Jahren setzte Alfa Romeo durchaus beachtliche Stückzahlen ab, häufig knapp 200.000 oder mehr Fahrzeuge pro Jahr. Zuletzt kam die Marke an diese Zahlen nicht annähernd heran. Hoffentlich steigen die Verkäufe wieder langsam, wenn ein kleiner Crossover auf einer gemeinsamen Stellantis-Plattform gebaut wird. Schließlich wollen wir doch alle, dass der Alfa-Wahnsinn überlebt. Und wenn dabei weiterhin auch ein wenig verrückte Varianten der Standardmodelle entstehen, unterstützen wir diese Strategie erst recht.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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