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Peugeot E-T16: Die neue elektrische Hommage an den Peugeot 205 T16 der Gruppe B

Schwarzer Peugeot GTi mit markanten Heckflügeln fährt bei Sonnenuntergang auf einer Wüstenstraße.
In diesem Artikel
  1. Peugeot E-T16: Elektroantrieb und Fahrleistungen
  2. Das Außendesign des Peugeot E-T16
  3. Innenraum und Lenkung des Peugeot E-T16

Achtziger, Neunziger, Nullerjahre – wer weiß schon, welches Jahrzehnt gerade am angesagtesten ist? Klar ist nur: Die Vergangenheit bietet Zuflucht vor einer unangenehmen Gegenwart. Und wenn wir ohnehin in einem postpostmodernen kulturellen Sammelsurium leben, können wir uns auch gleich ganz in die Gruppe B der Achtziger stürzen.

Jeder hat seine Favoriten, doch der Peugeot 205 T16 könnte durchaus der König dieser Ära sein. Das Original brüllte sich 1985 und 1986 zu zwei aufeinanderfolgenden Herstellertiteln in der Rallye-Weltmeisterschaft WRC. Den Vorschriften entsprechend homologierte Peugeot 200 Exemplare für die Straße. Für den zivilen Einsatz wurde die Leistung stark auf rund 203 PS gedrosselt – nicht optimal, aber immer noch lebhaft. Mächtig aufgerüstet sah der Wagen trotzdem aus.

Peugeot E-T16: Elektroantrieb und Fahrleistungen

An Leistung mangelt es dem Konzept E-T16 jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil: Drei Elektromotoren bringen es zusammen auf 816 PS. Einer sitzt vorne, zwei arbeiten hinten; die Drehmomentverteilung zwischen ihnen lässt sich je nach Bedingungen und gewähltem Fahrmodus verändern. Davon gibt es ebenfalls drei. Sie regeln die üblichen Parameter von der Fahrwerksabstimmung bis zur Leistungsentfaltung, einschließlich eines Rennstreckenmodus für eine besonders extrovertierte Fahrweise. Also ungefähr das, was der große Ari Vatanen zu jener Zeit betrieb, als die Rallye-Weltmeisterschaft genauso viele Menschen anzog wie die Formel 1.

Die Zahlen des E-T16 sind verrückt: In 2,5 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h, nach 16 Sekunden liegen 300 km/h an. Eine Simulation legt zudem nahe, dass er drei Runden auf der Nordschleife mit Vollgas fahren kann, ohne dass die 85 kWh große NMC-Batterie ihre Leistung drosselt. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht an einer 350-kW-Schnellladesäule das Laden von 10 auf 80 Prozent in 15 Minuten. Peugeot nennt eine WLTP-Reichweite von 399 km – allerdings nicht, wenn man über den Nürburgring jagt.

Passend dazu fallen die Bremsen des E-T16 gewaltig aus: Vier Scheiben messen jeweils 380 mm im Durchmesser, dazu kommen breite Michelin-Reifen mit 275 mm vorne und 315 mm hinten. Im Innenraum gibt es außerdem eine senkrecht montierte hydraulische Handbremse – weil das eben Gesetz ist.

Das Außendesign des Peugeot E-T16

Der gewöhnliche 205 wurde von Gérard Welter und dem großen Paul Bracq gestaltet. Als GTI war er ein fahrendes Manifest für ausgewogene Proportionen und geschickt eingesetzte Grafikelemente. Der T16 hingegen war bewusst nicht hübsch. Wie bei allen Gruppe-B-Autos setzte sich die Funktion mit aller Gewalt gegen die Form durch, um Kühlung und Leistung zu optimieren. Hässlich, aber reizvoll, könnte man sagen – die Franzosen haben dafür eine vornehmere Formulierung: ungewöhnlich attraktiv.

Dafür wirkt der E-T16 zu sorgfältig gestaltet, auch wenn er ebenfalls an die Grenzen geht. Peugeot will bei seiner erneuten Selbstbehauptung ausdrucksstärker und extrovertierter auftreten. Die sogenannte „Drei-Krallen-Lichtsignatur“ wird hier konsequent horizontal neu interpretiert: Drei schmale Lichtbänder prägen die Front, in deren Mitte das Peugeot-Logo leuchtet. Ihr gelbes Licht erinnert an französische Autoscheinwerfer alter Schule. Die Rückleuchten und der feine seitliche Zierstreifen sind dagegen rot – wie schon beim ursprünglichen 205 GTI und T16.

Zwar ist die Hommage nicht ganz so aufgebläht wie das Auto aus den Achtzigern, doch aggressiv wirkt sie allemal. Breite Radkästen treffen auf eine geformte Motorhaube mit zwei großen Luftauslässen und eine sensationell übertriebene Frontschürze mit drei Kühlluftöffnungen. Hinzu kommen Luftauslässe hinter den Vorderrädern und die Aerodynamik am Heck, deren Diffusor zwei verstellbare Lamellen integriert. Den Abschluss bildet ein Heckflügel mit „Katzenohren“, der eigentlich albern aussehen müsste, es aber nicht tut.

Der größte Teil der Karosserie trägt ein mattes Winchester-Grau: eine weitere stimmungsvolle Anspielung auf den berühmten Vorgänger des E-T16, auch wenn der Name nicht besonders französisch klingt. Die Räder sind mikrogestrahlt und silberfarben – und sehen großartig aus. Wie beim Original lässt sich das gesamte Heck öffnen. Weil wir aber 2026 und nicht 1986 schreiben, blickt man dort nicht auf einen Verbrennungsmotor samt Turbo, sondern auf zwei Elektromotoren und die Kohlefaser-Fahrgastzelle. Der Lufteinlass vor dem Hinterrad dient nicht mehr als Kühlkanal für den Motor, sondern beherbergt nun den Ladeanschluss und einen Knopf zum Öffnen der Tür.

Innenraum und Lenkung des Peugeot E-T16

Im Innenraum wartet eine Weiterentwicklung von Peugeots i-Cockpit, das anfangs irritierte, sich aber als recht nützlich erwies. Es gibt ein Panorama-Display mit 21 Zoll beziehungsweise 53,3 cm Diagonale. Doch wichtiger ist das Hypersquare: eine Neuerfindung des Lenkrads und der Lenkung selbst, die auch im neuen Konzept RCZ zu sehen sein wird. In Serie kommt es zuerst im E-208 der nächsten Generation.

Dank elektronischer Lenkung ohne mechanische Verbindung entfallen die physische Lenksäule und die mechanischen Gestänge. Die Übersetzung ist variabel, und vier runde Bedieneinheiten nehmen verschiedene Schalter auf. Das sieht beeindruckend aus, besonders im E-T16 mit seinen zusätzlichen Funktionen. Tatsächlich soll das System aber auch Vibrationen und Antriebseinflüsse auf die Lenkung beseitigen. Von der Geradeausstellung bis zum vollen Lenkeinschlag sind lediglich 170 Grad nötig.

Wer den Blick davon lösen kann, entdeckt Kohlefaser, eloxiertes Aluminium, recyceltes Pelinova-Leder und Plexiglas in den wild gestalteten Schalensitzen.

Wie beim Renault 5 Turbo 3E ist auch hier der Geist der Achtziger deutlich zu spüren. Vom großen heimischen Rivalen werden 1980 Stück gebaut. Dürfen wir Peugeot vorschlagen, beim E-T16 sechs Exemplare mehr aufzulegen?

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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