Die Zeit wartet bekanntlich auf niemanden – auch nicht auf besonders vernünftige Elektro-SUVs. Tatsächlich ist es bereits vier Jahre her, dass der Škoda Enyaq ordentlich und bedacht seinen Platz in der Welt der Elektroautos eingenommen hat. Damit ist es Zeit für ein Facelift.
Škoda Enyaq: Neues Gesicht und bessere Aerodynamik
Der neue Škoda Enyaq zeigt sich mit einer Front, die offenbar von der Designschule des Hyundai Tucson beeinflusst ist. Škoda nennt das neue Gesicht „Tech-Deck“: Der Name klingt zwar nach einem Bösewicht aus „Transformers“, doch hinter der markanten Front verbergen sich zahlreiche Sensoren und technische Komponenten für Assistenzfunktionen. Dazu später mehr.
Insgesamt 36 Lichtsegmente bilden den oberen Teil der Enyaq-Front. Zusammen mit zwei LED-Leuchten darunter entsteht laut Škoda eine „horizontale Interpretation des vieräugigen Nachtgesichts, das zu einem Erkennungsmerkmal der Škoda-SUVs geworden ist“. Das war natürlich längst bekannt, oder?
Am Heck ändert sich dagegen wenig. Die höher ausgestatteten Versionen erhalten LED-Technik und animierte Blinker. Dazu stehen neue glänzende Räder zur Wahl, deren Größe von stattlichen 48,3 cm (19 Zoll) bis zu gewaltigen 53,3 cm (21 Zoll) reicht.
Trotz der markanten Front und der großen Räder gleitet der Enyaq leichter durch den Fahrtwind. Möglich machen das ein „optimierter Übergang zur Motorhaube“, angepasste Luftvorhänge, ein kleinerer Spalt zwischen Kühler und vorderem Stoßfänger sowie das Raddesign. Škoda gibt für den neuen Enyaq einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,245 an; beim Vorgänger waren es 0,264. Das Enyaq Coupé kommt sogar auf 0,229 statt zuvor 0,240. Für die Reichweite ist das besonders wichtig.
Škoda Enyaq: Antriebe, Reichweite und Laden
Insgesamt ist das Facelift gelungen und dürfte an den guten Eigenschaften des bisherigen Autos wenig ändern. Der Enyaq nutzt weiterhin die MEB-Plattform mit Batterie und Elektromotor an der Hinterachse. Überarbeitet wurde allerdings das Angebot: Zur Wahl stehen nun der Enyaq 60 mit 63-kWh-Batterie, der Enyaq 85 mit 82 kWh und der Enyaq 85x, ebenfalls mit 82 kWh, aber mit zwei Motoren – daher das „x“. Alle sind leistungsstärker als zuvor.
Das Basismodell Enyaq 60 leistet rund 204 PS und entwickelt 309 Nm Drehmoment. Es beschleunigt in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht rund 159 km/h. Die angegebene Reichweite beträgt rund 431 km.
Der heckgetriebene Enyaq 85 ist mit rund 286 PS und 545 Nm deutlich kräftiger. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt er 6,7 Sekunden. Seine angegebene Reichweite liegt bei rund 578 km, beim Coupé sind es rund 587 km.
Interessanterweise ist der allradgetriebene 85x beim Sprint auf 100 km/h nicht schneller und erreicht dieselbe Höchstgeschwindigkeit von rund 179 km/h wie der 85. Seine Reichweite fällt zudem geringer aus als beim heckgetriebenen Modell: Das SUV schafft laut Angabe rund 534 km, das Coupé rund 538 km. Das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent dauert bei allen drei Varianten zwischen 24 und 28 Minuten.
Innenraum und Assistenzfunktionen im Škoda Enyaq
Abgesehen von einem neuen Lenkrad bleibt der Innenraum weitgehend unverändert. Damit sind auch die Vorzüge des ursprünglichen Modells weiterhin an Bord: echte Tasten, ein digitales Cockpit, ein zentraler Touchscreen mit 33 cm (13 Zoll) Diagonale und nachhaltig eingesetzte Materialien.
Hinzu kommen Škodas praktische „Simply Clever“-Lösungen. Dazu zählen der klassische Regenschirm in der Tür, Handytaschen an den Rücksitzen sowie ein Eiskratzer mit Reifenprofilmesser. Neu für 2025 ist außerdem ein QR-Code im Kofferraum. Was es damit auf sich hat? Wir wissen es auch nicht.
Für den Enyaq des Modelljahres 2025 gibt es zudem neue Assistenzfunktionen. Der ferngesteuerte Parkassistent tut genau das, was sein Name verspricht: Er parkt das Auto automatisch ein, während der vermutlich nervöse Besitzer zusieht.
Beim „trainierten Parken“ wiederum lernt das Fahrzeug bis zu 50 Meter lange Zufahrten zu fünf bestimmten Parkplätzen. Sind diese gespeichert, kann es per App automatisch dorthin fahren.
Auch die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet, und es gibt zahlreiche Fahrassistenzsysteme. Zur Wahl stehen die Ausstattungslinien SE L, Edition und Sportline; das Fahrzeug in der Hauptbildergalerie ist ein Sportline. Ein Update für den vRS dürfte wohl ebenfalls bald folgen. Denn die Zeit wartet eben auf niemanden – auch nicht auf besonders vernünftige und mäßig sportliche Elektro-SUVs.






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