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Peugeot 2008: Der kleine Crossover im Test

Weißer Peugeot SUV fährt auf einer Stadtstraße mit modernen Gebäuden im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Noch ein kleiner Crossover?
  2. Wie groß ist der Peugeot 2008?
  3. Innen sieht er doch wie ein 208 aus …
  4. Ein Fall für die Geschmackspolizei?
  5. Auf den Bildern sieht er aber gut aus
  6. Und wie fährt sich der Peugeot 2008?
  7. Darf es auch ins Gelände gehen?

Noch ein kleiner Crossover?

Tatsächlich. Der Peugeot 2008 ist eine aufgepolsterte Variante des Peugeot 208 und buhlt unter anderem mit dem Opel Mokka und dem Ford B-Max um Aufmerksamkeit. Möglicherweise zählt auch der Nissan Juke zu seinen Konkurrenten, wobei dieser etwas größer und teurer ist. Früher hätte man aus dem 208 vielleicht einen kleinen Kombi gemacht, ähnlich dem damaligen 207 SW. Doch heute gehören Crossover zum Alltag – und so wird die 208-Baureihe eben auf diese Weise erweitert.

Wie groß ist der Peugeot 2008?

Im Innenraum wirkt er so geräumig wie ein 208, bietet den Passagieren hinten aber mehr Kopffreiheit. Von außen ist er weniger ausladend, als die Bilder vermuten lassen: Selbst am höchsten Punkt der Dachreling misst er weniger als 1,52 Meter. Der Kofferraum ist dennoch ziemlich praktisch. Seine Ladefläche schließt bündig mit der Ladekante ab, was das Einladen erleichtert. Auch die Rücksitze lassen sich vollständig flach umlegen, sodass mehr als genug Platz für ein paar Säcke voller Fußbälle entsteht.

Innen sieht er doch wie ein 208 aus …

Die Anordnung entspricht weitgehend jener des 208; neu ist allerdings die Handbremse im Stil eines Flugzeug-Bedienelements. Auch bei den Materialien gibt es Änderungen: Anstelle des üblichen Klavierlacks und silberner Zierleisten kommen seidenmatte Lackierungen und haptisch interessante Oberflächen zum Einsatz. Unser Testwagen hatte kupferfarbene Einfassungen an den Lüftungsdüsen, ein mit Stoff bezogenes Armaturenbrett, das sich wie Jutegewebe anfühlte, und Sitze mit einem Bezug, der an goldene Netzstrümpfe erinnerte.

Ein Fall für die Geschmackspolizei?

Das klingt nach einem wilden Durcheinander, funktioniert aber erstaunlich gut. Man könnte meinen, die Designer hätten Stunden in Möbelgeschäften verbracht, Lampenschirme und Sofas betastet und überlegt, wo sich ähnliche Effekte im Auto einsetzen ließen. Mehrmals ertappten wir uns dabei, wie wir über das Armaturenbrett strichen oder mit dem Finger den Lüftungsdüsen folgten. Wäre doch nur auch das Äußere so ansprechend …

Auf den Bildern sieht er aber gut aus

In Wirklichkeit wirkt er ein wenig … beliebig. Die Flächen erscheinen recht flach, während zahlreiche verspielte Details und Füllelemente wenig vorteilhafte Formen kaschieren sollen. Ein Beispiel ist der Knick im Dach: Chromeinsätze oberhalb der hinteren Türen unterbrechen seine optische Wucht. Auf den ersten Blick könnte man außerdem annehmen, die Dachlinie folge dem geschwungenen Verlauf der Dachreling. Stattdessen steigt sie über der B-Säule an, ähnlich wie beim Škoda Roomster – und das sieht nicht gut aus. Wir würden mit Überzeugung darauf wetten, dass dieses Auto kein Designklassiker wird.

Und wie fährt sich der Peugeot 2008?

Das Fahrverhalten ist hier die größte Überraschung. Dieser VTi wiegt nur 1.080 Kilogramm und ist nicht besonders hoch, weshalb er weder stark schwankt noch sich ausgeprägt zur Seite neigt. Der 1,6-Liter-Benziner, eine weniger leistungsstarke Variante des Motors aus dem 208 GTI, wirkt munter und läuft geschmeidig. Sowohl mit 16- als auch mit 17-Zoll-Rädern zeigt sich der Federungskomfort gut abgestimmt. Die Lenkung bietet mehr Widerstand und Rückmeldung als jene eines normalen 208. Der 1,6-Liter-Diesel wiegt hingegen volle 100 Kilogramm mehr, größtenteils auf der Vorderachse, und fühlt sich deshalb weniger agil an.

Darf es auch ins Gelände gehen?

Wenn es sein muss. Den 2008 gibt es ausschließlich mit Frontantrieb. Die teureren Versionen besitzen allerdings das Peugeot-System „Grip Control“, das die Antriebskraft elektronisch auf die Vorderräder verteilt. Wie bei einem Range Rover lässt sich einstellen, auf welchem Untergrund man unterwegs ist. Anders als ein Range Rover bezwingt der Peugeot damit aber nicht jedes Gelände. Im Grunde handelt es sich um eine aufwendige, wenn auch recht wirksame Traktionskontrolle – und um ein etwas unnötiges Zugeständnis an seine SUV-Ambitionen.

Technische Daten:

1.598 cm³, 4 Zylinder, Frontantrieb, 120 britische Pferdestärken (rund 122 PS), Höchstgeschwindigkeit 196 km/h, 0–100 km/h in 9,5 Sekunden, 1.085 kg

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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