Zum Inhalt springen
Nachrichten

Bentley Torcal: Erstes Elektro-SUV mit 888 PS und 600 km Reichweite vorgestellt

Silberner Bentley Torcal EV SUV in modernem Showroom neben Ladestation für Elektroautos.
In diesem Artikel
  1. Bentley Torcal mit neuen Proportionen
  2. Innenraum mit einem Hauch Porsche
  3. 888 PS und 600 km Reichweite
  4. Technik zur Kontrolle des Gewichts
  5. Wann kommt er?

Nach zahlreichen Vorankündigungen und langer Erwartung ist das Geheimnis endlich gelüftet: Bentley hat den Torcal vorgestellt. Er ist das erste Elektroauto in der Geschichte des britischen Herstellers und zugleich der leistungsstärkste Bentley aller Zeiten.

Der Torcal markiert Bentleys Einstieg in das Segment der elektrischen Luxus-SUV und führt eine neue Formensprache der Marke ein. Als viertes Modell der Baureihe ergänzt er Bentayga, Continental GT und Flying Spur.

Mit dem in London präsentierten Torcal beginnt für Bentley eine neue Ära. Zugleich bleiben jene Eigenschaften erhalten, die jedes Modell des Herstellers aus Crewe prägen: hohe Leistung, hochwertige Materialien und umfangreiche Möglichkeiten zur Individualisierung.

Bentley Torcal mit neuen Proportionen

Bei der Gestaltung des Torcal ließ sich Bentley eigenen Angaben zufolge von der eigenen Vergangenheit inspirieren, insbesondere vom Continental T. Dennoch bringt das Modell eine eigenständige Formensprache für das nun beginnende Elektrozeitalter mit.

Die Flächen sind vergleichsweise klar gestaltet, die Karosserie setzt stärker auf ihre Proportionen als auf übertriebene Zierelemente. Die wohl größte Ausnahme bildet der beleuchtete Kühlergrill mit Rautenmuster. Dazu kommt das neue Bentley-Emblem, das im Vorjahr vorgestellt wurde.

Am Heck fallen die muskulösen Partien über den Rädern und die futuristischere Lichtsignatur auf. Statt der gewohnten ovalen Rückleuchten kommen zwei horizontal angeordnete, schmal geschnittene Leuchteneinheiten zum Einsatz.

Innenraum mit einem Hauch Porsche

Im Innenraum hält Bentley an der gewohnten Verbindung traditioneller Materialien mit innovativer Technik fest. Leder bleibt erhältlich, zugleich debütiert im Torcal ein Merinowollstoff, der gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Fox Brothers entwickelt wurde.

Laut Bentley ist es der erste Automobilstoff, der vollständig aus Merinowolle gefertigt und nach dem Responsible Wool Standard zertifiziert ist. Neu ist auch die von Mulliner entwickelte Ausführung Ombré Walnut: Sie besteht aus bis zu 1000 einzelnen Schichten aus Walnussholzresten und Recyclingpapier.

Optional gibt es im Innenraum zudem eine neue Aluminiumausführung, die von den früheren Armaturenbrettern aus gedrehtem Aluminium in Bentley-Modellen inspiriert ist. Hinzu kommt eine große Auswahl an Farben, Hölzern und Verkleidungen.

Serienmäßig bieten die Sitze 16 Einstellmöglichkeiten, Heizung, Belüftung, verstellbaren Seitenhalt und Massage. Im Fond stehen drei Plätze zur Verfügung. Außerdem führt der Torcal ein System zum elektrischen Umklappen der Rücksitze ein.

Bei der Technik hält sich Bentley mit der Anzahl der Bildschirme zurück: Zwei reichen aus. Beim zentralen Display genügt ein genauer Blick, um die Ähnlichkeit mit dem rund 12,3 Zoll großen gebogenen Bildschirm im neuen Porsche Cayenne Electric zu erkennen.

888 PS und 600 km Reichweite

Die Nähe der beiden Modelle aus dem Volkswagen-Konzern setzt sich unter der Karosserie fort. Der Bentley Torcal nutzt dieselbe PPE-Plattform – Premium Platform Electric – wie der Porsche Cayenne Electric. Damit verwendet das britische SUV mehrere Komponenten, die bereits im Modell aus Stuttgart zu finden sind, darunter die Elektromotoren und die Batterie.

Zum Marktstart stehen zwei Versionen zur Wahl: Der Torcal leistet 821 PS und entwickelt 1194 Nm Drehmoment, der Torcal S kommt auf 888 PS und 1350 Nm. Für den Sprint auf 100 km/h benötigen sie 3,4 beziehungsweise 2,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 250 km/h und 260 km/h.

Der Torcal ist zwar nicht der schnellste Bentley aller Zeiten, mit fast 900 PS jedoch das leistungsstärkste Fahrzeug, das der Hersteller aus Crewe je gebaut hat.

Beide Ausführungen verfügen über zwei Elektromotoren, je einen pro Achse, und eine Batterie mit 113 kWh. Bentley gibt eine Reichweite von bis zu 600 km nach WLTP an.

Dank seiner 800-V-Elektroarchitektur unterstützt der Bentley Torcal Gleichstromladen mit bis zu 400 kW. Der Ladevorgang von 10 % auf 80 % dauert weniger als 20 Minuten. Der Hersteller aus Crewe geht noch weiter und erklärt, dass sich in nur sieben Minuten Reichweite für 161 km nachladen lässt.

Technik zur Kontrolle des Gewichts

Als Elektroauto weist der Torcal beim Gewicht zwangsläufig einen der höheren Werte in seinem Datenblatt auf. Um damit umzugehen und den markentypischen Komfort zu bewahren, führt das SUV eine neue vollaktive Federung ein.

Jeder Stoßdämpfer lässt sich einzeln und unabhängig einstellen. So können die Bewegungen der Karosserie kontrolliert werden, ohne auf herkömmliche Stabilisatoren zurückzugreifen.

Ergänzt wird das System durch eine Allradlenkung. Sie macht das Modell in der Stadt wendiger und bei höherem Tempo zugleich stabiler und dynamischer. Der Wendekreisdurchmesser beträgt lediglich 11,1 Meter.

Um das Fehlen der V8- und W12-Motoren auszugleichen, die die Geschichte vieler Bentley-Modelle geprägt haben und weiterhin prägen, erhält der Torcal auch einen Klang, den die Marke Bentley Dynamic Symphony nennt.

Dieser Klang wurde mit echten Instrumenten erzeugt, darunter Schlagzeug, Bratsche und Bass. Als Inspiration diente der historische 6,75-Liter-V8 der Marke.

Das System verändert den Klang abhängig von Geschwindigkeit und angefordertem Drehmoment; im Sportmodus wird er intensiver. Wer lieber lautlos fährt, kann ihn abschalten.

Noch interessanter ist, wie Bentley dieses Prinzip auch auf andere Fahrzeuggeräusche übertragen hat. Der Klang der Blinker entstand beispielsweise aus der Aufnahme eines Hammers, der in den Werkstätten der Marke auf eine Lederfläche schlägt.

Wann kommt er?

Die Preise des Bentley Torcal für den portugiesischen Markt sind noch nicht bekannt. Die ersten Auslieferungen beginnen im zweiten Quartal 2027.

Gerade beliebt

Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen