Der Euro NCAP hat die jüngsten Sicherheitsbewertungen veröffentlicht, die nach den strengeren Protokollen von 2026 durchgeführt wurden. Bei den drei auffälligsten Modellen gibt es eine klare Gemeinsamkeit: ihre Herkunft.
Zu den getesteten Fahrzeugen zählten der CUPRA Raval, der Geely E2, der GAC Aion UT und der Leapmotor B05. Ausgerechnet die drei chinesischen Modelle erreichten die begehrte Höchstwertung von fünf Sternen.
Dieses Abschneiden steht im deutlichen Gegensatz zu den Ergebnissen, welche chinesische Fahrzeuge früher erzielten – ein Umstand, den auch der Euro NCAP in seiner Mitteilung hervorhob.
Aled Williams, Direktor des Programms, erklärte: „Die Fahrzeugsicherheit chinesischer Fahrzeuge hat sich drastisch weiterentwickelt, seit der Euro NCAP 2010 erstmals ein in China gebautes Auto getestet hat. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, doch die heutigen Ergebnisse zeigen eindeutig, dass chinesische Hersteller weiterhin daran arbeiten, die hohen Standards zu erfüllen, die europäische Verbraucher erwarten.“
Die Euro-NCAP-Ergebnisse
Der in Europa entwickelte und produzierte Aion UT erhielt fünf Sterne. Seine Bewertung beträgt 66 % für sicheres Fahren, 74 % für Kollisionsvermeidung, 91 % für Kollisionsschutz und 88 % für Sicherheit nach einem Unfall.
Die Organisation weist jedoch darauf hin, dass wesentliche Funktionen zu stark über den zentralen Bildschirm bedient werden müssen. Zudem erkannte das System Geschwindigkeitsbegrenzungen nur in 68 % der Fälle korrekt.
Der Geely E2, der in China rund 9000 Euro kostet, bot in sämtlichen Kategorien ein hohes Schutzniveau: 79 % für sicheres Fahren, 72 % für Kollisionsvermeidung, 86 % für Kollisionsschutz und 95 % für Sicherheit nach einem Unfall. Hervorgehoben wurde ausserdem das serienmässige System zur Kindererkennung.
Das automatische Notbremssystem (AEB) zeigte dennoch gewisse Unregelmässigkeiten. Bei den Crashtests verlor das Modell zudem Punkte, weil die Beine des Fahrers bei einem Frontalaufprall nicht ausreichend geschützt waren.
Der Leapmotor B05 überzeugte schliesslich besonders beim Kollisionsschutz (92 %). Sein AEB-System erwies sich bei hohen Geschwindigkeiten und an Kreuzungen als „aussergewöhnlich“. Kritik gab es allerdings wegen des fehlenden Rückhaltesystems, das sich an unterschiedliche Körpergrössen der Insassen anpassen lässt.
Fünf Sterne nur mit optionalem Paket
Der einzig getestete europäische Vertreter, der CUPRA Raval, konnte mit den chinesischen Konkurrenten nicht gleichziehen und erreichte mit der serienmässigen Sicherheitsausstattung nur 4 Sterne. Ausschlaggebend waren die Bewertungen für sicheres Fahren (58 %) und Kollisionsvermeidung (66 %).
Um die angestrebten fünf Sterne zu erhalten, benötigt der Raval das optionale Sicherheitspaket. Damit steigen die Werte für sicheres Fahren und Kollisionsvermeidung auf 72 % beziehungsweise 77 %.
Als Stärken des Raval nannte der Euro NCAP den Komfort, das Infotainmentsystem sowie den physischen Schutz. Bei den Seitenaufpralltests und den Frontalaufpralltests über die gesamte Fahrzeugbreite erzielte das Modell die maximale Punktzahl – 91 % beim Kollisionsschutz und 95 % bei der Sicherheit nach einem Unfall.
Der Euro NCAP machte allerdings darauf aufmerksam, dass der Raval nicht mit einem System zur Kindererkennung ausgestattet ist.
„Es wäre wünschenswert, wenn die europäische Marke CUPRA aktive Technologien serienmässig anbieten würde, aber ein Sicherheitspaket ist ein Kompromiss“, sagte der Verantwortliche.
Weitere veröffentlichte Ergebnisse
Der Euro NCAP veröffentlichte zudem weitere Resultate, die nach den Protokollen von 2025 bewertet wurden: Der Kia K4, der zunächst von ANCAP in Australien getestet worden war, wurde nun nach ergänzenden Tests in Europa bestätigt. In der Basisversion erzielte er 4 Sterne, mit dem optionalen Sicherheitspaket der Marke 5 Sterne.
Der Mercedes-Benz CLE Cabrio, die offene Variante des im vergangenen Jahr geprüften CLE Coupé, übernahm die 5-Sterne-Bewertung des Coupés.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen