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Toyota GR Supra 2.0 im Test: Der leichte Sportwagen

Roter Toyota GR Supra fährt auf kurviger Landstraße bei Sonnenuntergang mit dramatischem Himmel.
In diesem Artikel
  1. Kommt mir dieses Auto bekannt vor?
  2. Was ist beim Toyota GR Supra 2.0 anders?
  3. Wie schlägt er sich gegenüber dem Sechszylinder?
  4. Tut er das auch?
  5. Macht der kleinere Motor nicht weniger Spaß?
  6. Was ist sonst neu?
  7. Wie fällt das Urteil aus?

Kommt mir dieses Auto bekannt vor?

Es ist der Toyota GR Supra, zugleich Held und Bösewicht in den Kommentarspalten des Internets. Nur wenige Autos haben derart heftige Diskussionen ausgelöst: Die Rückkehr des Supra-Schriftzugs in derselben markanten grafischen Schrift wie beim Kultvorgänger aus den Neunzigern sorgte zunächst für grenzenlose Begeisterung. Der nahezu unverändert von BMW übernommene Antriebsstrang spaltete daraufhin jedoch die Foren. Kurz gesagt: Der aktuelle Supra hat sich als ordentlicher Sportwagen erwiesen, gilt aber nicht als authentischer japanischer Sportwagen.

Was ist beim Toyota GR Supra 2.0 anders?

Die Skeptiker wird auch diese Version kaum überzeugen. Der aus München stammende 3,0-Liter-Reihensechszylinder, der so viel Empörung auslöste, ist verschwunden. An seine Stelle tritt ein ebenfalls aus München stammender 2,0-Liter-Vierzylinder – ein noch freierer Umgang mit der Supra-Tradition.

Der Turbomotor steckt unter anderem in sportlichen Varianten des BMW 1er und des Mini sowie im Morgan Plus Four. Im Supra leistet er 255 bhp, also rund 259 PS, und entwickelt etwa 400 Nm Drehmoment. Die Kraft gelangt über eine Achtgangautomatik mit Schaltwippen an die Hinterräder; eine andere Getriebeoption gibt es nicht. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der Wagen in 5,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 250 km/h.

Wie schlägt er sich gegenüber dem Sechszylinder?

Bis 100 km/h ist der Supra 2.0 fast eine Sekunde langsamer, die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit bleibt aber gleich. Entscheidend sind allerdings nicht nur die Fahrleistungen. Zunächst spart man 7.000 Pfund: Der Einstiegspreis des weniger kräftigen Modells liegt bei 45.995 Pfund. Noch wichtiger sind die 100 kg weniger Gewicht und der kleinere Motor, der weiter hinten im Fahrgestell sitzt und so die Gewichtsverteilung zusätzlich verbessert. Eigentlich müsste dieser Supra deshalb das bessere Fahrerlebnis bieten.

Tut er das auch?

Kurz gesagt: ja. Das geringere Gewicht bringt ein direkteres Ansprechen der Lenkung, einen ausgewogeneren Federungskomfort und mehr Agilität mit sich. Als Fahrer gewinnt man dadurch mehr Vertrauen in das, was unter einem passiert. Weil weniger Drehmoment auf die Räder trifft, ist auch die Traktion besser. So lässt sich das Auto bei einem breiteren Spektrum an Wetterbedingungen wesentlich stärker fordern.

An einem kalten, nassen Tag erwacht das Fahrwerk auf schelmische Art zum Leben, ohne dass die Eingewöhnung allzu steil ausfällt. Stellt man die Stabilitätskontrolle auf die mittlere Stufe, kann man sich vertrauensvoll auf die Hinterachse verlassen und immer wieder Spaß haben. Der schwerere, temperamentvollere 3.0 sorgt unter denselben Umständen mitunter für feuchte Hände.

Macht der kleinere Motor nicht weniger Spaß?

Klanglich ist er zwangsläufig weniger überzeugend. Tatsächlich ist der 2,0-Liter aber mit dem 3,0-Liter-Motor des Spitzenmodells verwandt: Beide beruhen auf einem modularen Konzept mit 500 cm³ pro Zylinder, aus dem auch der 1,5-Liter-Dreizylinder in Minis und günstigeren BMW-Modellen hervorgeht. Es überrascht daher wohl nicht, dass es weiterhin Freude macht, die oberen Drehzahlbereiche auszukosten. Dazu tragen besonders die kurzen Übersetzungen der Achtgangautomatik bei. Wir haben dieses Getriebe schon andernorts ausgiebig gelobt, und tatsächlich holt es das Beste aus dem Motor heraus.

Das ist auch gut so, denn die einfachere Ausrichtung des Supra 2.0 könnte gelegentlich den Wunsch nach einem Schaltgetriebe wecken. Nach unseren Erfahrungen mit dem Morgan wäre der Verzicht auf die acht zupackenden Gänge allerdings, als würde man ohne jenen überschäumenden Freund ins Gasthaus gehen, der immer gleich eine Runde Stamperl bestellt und alle zum Feiern mitreißt. Sechs länger übersetzte Gänge könnten den Spaß durchaus verderben. Andererseits ist dieser Motor in Minis mit einem ordentlichen Schaltgetriebe kombiniert – möglich wäre es also doch.

Was ist sonst neu?

Serienmäßig schrumpft der Durchmesser der Leichtmetallräder um einen Zoll: Der Supra 2.0 fährt auf 18-Zoll-Rädern. Abgesehen von den geringfügig kleineren Auspuffendrohren ist das äußerlich der einzige Unterschied zum teureren 3.0. Wer die unten abgebildete Fuji Speedway Edition bekommt, erhält für weitere 1.300 Pfund wieder 19-Zoll-Räder in einer besonderen Schmiedeausführung, dazu glänzenden weißen Lack und rote Akzente innen wie außen. Für Großbritannien sind allerdings nur 45 Exemplare vorgesehen.

Im Innenraum des Vierzylinder-Supra fehlen vor allem elektrisch verstellbare Sitze und ein Head-up-Display. Ersteres verleiht ihm eine sportlichere Anmutung – in einem solchen Auto stelle ich meinen Sitz lieber von Hand ein. Das Display könnte man dagegen vermissen. Der große, mittig angeordnete Drehzahlmesser des Supra ist aber nach wie vor deutlich ansprechender als die TFT-Instrumentenanzeige seines technisch verwandten, aber nicht identischen BMW Z4.

Wie fällt das Urteil aus?

Objektiv betrachtet ist er das bessere Auto als der Supra 3.0: direkter und ausgewogener, zugleich günstiger in der Anschaffung und im Betrieb. Trotzdem bleibt er ein Stück weit rätselhaft. Ganz ehrlich: Will man Fahrverhalten oder Kraft? Obwohl ich stets Ersteres bevorzuge, glaube ich, dass die Stärke des Supra in Letzterem liegt. Durch den Verlust von zwei Zylindern macht der Supra zwar mehr Freude beim Fahren, hat dabei aber möglicherweise das Alleinstellungsmerkmal seines Namens eingebüßt.

Mit weniger Gewicht und stärkerer Fokussierung tritt der Supra außerdem noch unmittelbarer gegen Porsche Cayman und Alpine A110 an. Ein womöglich noch reizvollerer Konkurrent könnte mit dem Toyota GR86 aus dem eigenen Haus hinzukommen, sobald er erscheint. Fühlt sich dieser wie eine noch leichtfüßigere Version des Supra an – mit Schalthebel in der Mitte und etwas mehr Charakter des japanischen Binnenmarkts –, könnte er ausgesprochen gut werden.

Wenn das Sportwagensegment um 45.000 Pfund so viele derart gelungene Konkurrenten bietet, steht es um unseren kleinen Teil der Autowelt derzeit sehr gut. Gefällt Ihnen die Form des Supra und können Sie sich die Finanzierung leisten? Dann fügt sich diese Einstiegsversion noch leichter in Ihren Alltag ein.

Wertung: 7/10

  • 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo, 255 bhp (rund 259 PS), 295 lb ft (rund 400 Nm)
  • 0–62 mph (rund 0–100 km/h) in 5,2 Sekunden, 155 mph (rund 250 km/h) Höchstgeschwindigkeit
  • 38,7 mpg (rund 7,3 l/100 km), 167 g/km
  • 1.395 kg
  • Hinterradantrieb, Achtgangautomatik

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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