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Mercedes GLC mit EQ Technology: Der neue Elektro-SUV im Detail

Mercedes-Benz Elektro-SUV in grauer Farbe vor modernem Gebäude bei Dämmerung geparkt.
In diesem Artikel
  1. Mercedes GLC mit EQ Technology: elektrischer Start
  2. 800-Volt-Technik, Rekuperation und Anhängelast
  3. Mehr Platz und ein Hyperscreen im Mercedes GLC

Den Kühlergrill des neuen Mercedes GLC kennt ihr bereits: Mercedes hatte mit einer Nahaufnahme im Internet angekündigt, dass eine neue Version seines meistverkauften Modells bevorsteht. Jetzt ist auch der übrige Wagen enthüllt, sodass der Grill endlich im Gesamtbild zu sehen ist.

Und ja: Er ist riesig. Wer im Konfigurator die passenden Optionen wählt, bekommt ihn zudem beleuchtet – 942 kleine Punkte lassen sich animieren, um den Fahrer sowohl zu begrüßen als auch zu verabschieden. Denn nichts ist schlimmer, als wenn das eigene Auto nicht Tschüss sagt. Auch der dreizackige Stern an der Front leuchtet.

Mercedes erklärt, das neue Design „bewahrt die Essenz von Mercedes-Benz“. Dafür verabschiedet sich die Marke von der rundlich-kieselartigen Form des EQC – ebenso wie von anderen zum Scheitern verurteilten EQ-Modellen – und greift Ideen aus der eigenen Vergangenheit auf. Die Front soll eine moderne Interpretation des Gesichts von 600 Pullman, W108 und W126 sein. Dieses Erscheinungsbild dürfte sich künftig über die gesamte Modellpalette verbreiten.

Mercedes GLC mit EQ Technology: elektrischer Start

Was gibt es sonst Neues beim GLC? Zum Marktstart kommt er als Elektroauto. Der erwähnte EQC ist Geschichte; an seine Stelle tritt der „GLC mit EQ Technology“. Mercedes sagt, das Auto sei „von Beginn an elektrisch entwickelt“ worden, zugleich werde es „ein vielfältiges Portfolio an Antriebssystemen für jeden Kundenbedarf“ geben. Für ausgewählte Märkte folgen also Hybrid-, Benzin- und möglicherweise sogar Dieselvarianten.

Das entspricht weitgehend der Strategie, die Mercedes bereits beim neuen CLA verfolgt. Vorstandschef Ola Källenius sagte TG, das Unternehmen „baut jetzt, um in unsicheren Zeiten Flexibilität zu schaffen“.

„Ich wünschte, ich hätte eine Kristallkugel, aber die habe ich nicht“, sagte der Schwede.

Zum Start gibt es den GLC 400 4Matic. Seine zwei Elektromotoren leisten 483 PS und treiben alle vier Räder an, wobei der vordere Motor bei Nichtbedarf abgekoppelt wird. Ein Zweiganggetriebe an der Hinterachse soll die Effizienz steigern. Der Lithium-Ionen-Akku mit 94 kWh nutzbarer Kapazität ermöglicht nach WLTP bis zu 713 km Reichweite mit einer Ladung. Damit zählt er zu den Elektroautos mit der größten Reichweite am Markt, bleibt aber noch deutlich hinter den 805 km WLTP des neuen BMW iX3 zurück.

800-Volt-Technik, Rekuperation und Anhängelast

Wie der BMW basiert auch der GLC auf einer 800-Volt-Architektur. An einer 330-kW-Ladesäule soll er in nur zehn Minuten Energie für 299 km Reichweite nachladen können. An den hauseigenen Mercedes-Ladeparks lässt sich ein Ladepunkt außerdem direkt aus dem Fahrzeug reservieren.

Optional ist eine Luftfederung aus der S-Klasse erhältlich. Sie nutzt Daten von Google Maps, damit das Fahrzeug möglichst lange und möglichst weit abgesenkt bleibt. Die ebenfalls optionale Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von 4,5 Grad reduziert den Wendekreis auf 11,2 Meter. Bis zu 2,4 Tonnen darf der GLC ziehen.

Mercedes rechnet zudem damit, dass dank einer beim Bremsen verfügbaren Rekuperationsleistung von bis zu 300 kW mehr als 99 Prozent aller Verzögerungen rekuperativ erfolgen. Eine Wärmepumpe gehört serienmäßig dazu – eine gute Nachricht, wenn der Winter näher rückt.

Trotz des gewaltigen Grills erreicht der neue GLC einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 Cd. Erstaunlich windschnittig. Ansonsten entspricht das Styling weitgehend dem Erwartbaren; wer einen etwas sportlicheren Auftritt möchte, kann die AMG Line wählen. Wobei das natürlich relativ ist. Vorne und hinten sitzen aufwendige LED-Leuchten, und die Rückleuchten übernehmen das sternartige Motiv des neuen CLA.

Mehr Platz und ein Hyperscreen im Mercedes GLC

Durch den um 84 mm längeren Radstand bietet der Innenraum mehr Bein- und Kopffreiheit als der aktuelle GLC. Das Kofferraumvolumen beträgt 570 Liter, dazu kommen weitere 128 Liter im Frunk.

Aber Hand aufs Herz: Wegen des Kofferraums seid ihr wohl kaum hier, oder? Ihr habt vermutlich die Größe des Infotainment-Bildschirms gesehen. Verdammt, den könnte man aus dem All erkennen. In den hochwertigsten GLC-Versionen spannt sich ein neuer, nahtloser Hyperscreen mit 39,1 Zoll über das Armaturenbrett. Seine „innovative Matrix-Hintergrundbeleuchtungstechnologie“ soll für besonders hohe Schärfe sorgen. Als Hintergrundmotive stehen 11 unterschiedliche „Stile“ zur Wahl, die zugleich die Ambientebeleuchtung und die Instrumentenanzeigen verändern.

Ein Panoramadach ist serienmäßig an Bord. Optional gibt es schaltbare Glastechnik, mit der einzelne Bereiche blickdicht geschaltet oder 162 Sterne über den Köpfen der Insassen beleuchtet werden können. Natürlich handelt es sich um Sterne nach Mercedes-Benz-Spezifikation – durch das echte Glas dürftet ihr vermutlich mehr als 162 Sterne sehen.

Auch ein vollständig veganes Interieur wird angeboten und trägt eine Zertifizierung der The Vegan Society. Mercedes macht außerdem viel Aufhebens darum, auf die Kunden gehört und Tasten ans Lenkrad zurückgebracht zu haben. Wenn wir richtig zählen, gibt es zwei kleine physische Scrollräder und danach jede Menge derselben haptischen Schalter wie bisher. Oh je.

Außerdem heißt es, dass sich das Gespräch mit dem MBUX Virtual Assistant dank künstlicher Intelligenz von Microsoft und Google „wie ein Gespräch mit einem Freund“ anfühle. Angesichts des Energiebedarfs dieser KI-Systeme wäre es allerdings wahrscheinlich besser, einen alten AMG-V8 mit 6,2 Litern Hubraum zu fahren und zu akzeptieren, dass er keine Fragen beantwortet.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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