Hyundai Ioniq Concept THREE: Vorschau auf den Elektro-Hatchback
Niemand sagt Veloster. Merkwürdig eigentlich, denn Hyundais Designteam hat sich immer wieder mit der Geschichte der Marke beschäftigt – dennoch erwähnt dort niemand das asymmetrische Coupé aus dem Jahr 2012. Sie wissen schon: jenes Modell mit zwei Türen auf der einen und einer auf der anderen Seite. Ein bisschen ein heimliches Vergnügen. Genau daran erinnert uns das hier.
Mit Blick nach vorn handelt es sich um den Hyundai Ioniq Concept THREE. Die Grossschreibung stammt von Hyundai, nicht von uns. Er gibt einen Ausblick auf den elektrischen Ioniq-Hatchback, der im kommenden Jahr erscheint. Als Wettbewerber bietet sich etwa der Volkswagen ID.3 zum Vergleich an.
Auf der Messe in München wurde das Konzept enthüllt. Kurz darauf soll das Serienmodell in den Schauräumen und auf den Strassen auftauchen. Getarnte Prototypen mit schwarzer Kunststoffverkleidung sind bereits unterwegs. Und ja: Sie besitzen die übliche Anzahl an Türen, nämlich fünf. Für grosse Reichweite und schnelles Laden setzt das Modell auf die 800-Volt-Elektrik von Hyundai-Kia.
Aerodynamik und „Kunst aus Stahl“
Das Design folgt klar der Aerodynamik: Das abfallende Heck führt die Luft sanft über Dach und Heckpartie, während ein Entenbürzel-Spoiler für eine saubere Strömungsablösung sorgt. Die bekannten Pixel-Leuchten von Hyundai treten prominent in Erscheinung und erhalten durch neue Helligkeitsverläufe einen 3D-Effekt.
Die Designer bezeichnen diese Formensprache als „Kunst aus Stahl“. Damit verweisen sie darauf, dass Hyundais ungewöhnlich umfangreiche vertikale Integration sogar die eigene Stahlproduktion umfasst. Dazu zählen Legierungen, die tief gezogene Pressformen ermöglichen – laut den Gestaltern entstehen so Formen, die „kraftvoll, aber sanft“ wirken.
Innenraum, HMI und Preispositionierung
Im Innenraum wirkt alles schlicht und beruhigend. Statt grosser, dominanter Bildschirme werden Informationen über mehrere kleine Anzeigeelemente eingeblendet.
Weder aussen noch innen wäre dieser Hatchback mit einem anderen Modell zu verwechseln. Das selbstbewusste Designabenteuer der Koreaner setzt sich fort.
Das HMI des Serienwagens wird zwar nicht ganz so ausgefallen sein, soll dank eines neuen zugrunde liegenden Betriebssystems und Kooperationen mit zahlreichen externen Entwicklern dennoch einen Schritt über Hyundais aktuelle, bereits recht benutzerfreundliche Lösung hinausgehen. Mehrere davon sind bekannte Namen aus dem Bereich der Consumer-Apps. „Pleos“ bündelt ausserdem viele grundlegende Fahrzeugfunktionen und die Konnektivität.
In einer früheren Meldung haben wir erklärt, warum Hyundai auf preisgünstige Elektroautos setzt. Rund 80 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge werden auch in Europa produziert, und diesen Anteil möchte das Unternehmen bei den hiesigen Elektroautos beibehalten.
Sagen wir besser: günstiger statt billig. (Billig ist die Aufgabe des Inster.) Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass der endgültige Preis des Autos noch nicht exakt feststeht. Wir hören daher, dass Hyundai es in letzter Minute Ioniq 2 nennen könnte, falls der Preis ausreichend sinkt – andernfalls Ioniq 4.
Auch die Preise hängen davon ab, ob daraus das erste Elektroauto wird, das im türkischen Werk des Unternehmens gebaut wird. Quellen zufolge könnte das der Fall sein. Oder auch nicht. Entschlossen, oder?
Angesichts weltweiter Verschiebungen bei Zöllen und einer unsicheren Nachfrage nach Elektroautos richtet Hyundai seine Elektroauto-Strategie neu aus. Wenn die neue Richtung aber einmal festgelegt ist, wird das Unternehmen sie – falls die Geschichte ein Hinweis ist – unbeirrt verfolgen.






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