Nun ist es amtlich: Der Yangwang U9 Xtreme, der zuvor als Track Edition bezeichnet wurde, ist das schnellste Serienfahrzeug der Welt. Auf dem Hochgeschwindigkeitsoval ATP Papenburg in Deutschland erreichte er 496,3 km/h (308.4mph).
Dreihundertacht Meilen pro Stunde. Nur wenige Wochen nachdem er den Höchstgeschwindigkeitsrekord für elektrische Serienautos gebrochen hatte, setzte er noch eins drauf: Kein anderes straßenzugelassenes Auto der Welt – egal ob elektrisch angetrieben oder nicht – ist schneller.
Damit löst er den Bugatti Chiron Super Sport 300+ ab, der 2019 auf 490,6 km/h (304.8mph) kam. Zuvor hatte der U9 Xtreme bereits den Aspark Owl mit 438,7 km/h (272.6mph) sowie den Rimac Nevera R mit 431,7 km/h (268.2mph) übertroffen. Wobei „übertroffen“ die Dimension dieses Vorsprungs kaum beschreibt.
Marc Basseng am Steuer des Yangwang U9 Xtreme
Gefahren wurde der Rekordwagen erneut vom deutschen Rennfahrer Marc Basseng. Er kennt sich mit Geschwindigkeitsrekorden bestens aus und scheint Nerven aus Stahl zu haben. Im vergangenen Jahr erzielte er im „normalen“ U9 seine persönliche Bestmarke von 375,0 km/h (233mph). Nun gehört er zu dem exklusiven Kreis jener Menschen, die die Marke von 482,8 km/h (300mph) geknackt haben.
2,978bhp und eine 1.200-Volt-Architektur
Inzwischen sind auch weitere technische Daten bekannt. Vier Elektromotoren liefern zusammen 2,978bhp – mehr als doppelt so viel wie die 1,288bhp des regulären Modells. Jeder einzelne Motor kann bis zu 30.000 U/min drehen und verwendet den weltweit dünnsten, in Großserie produzierten Super-Siliziumstahl mit einer Stärke von 0,1 mm.
Der U9 Xtreme ist außerdem das erste Serienauto mit einer Ultra-Hochvolt-Plattform auf 1.200-Volt-Basis. Gegenüber dem 800-Volt-System des bisherigen U9 gelangt die elektrische Energie damit schneller durch die Plattform und folglich zu den Motoren.
Bei identischer Leistungsabgabe entsteht zudem bis zu 67 Prozent weniger Wärme als bei der 800-Volt-Architektur.
Zusammen mit BYDs Blade Battery steigt die Zelldichte gegenüber einem 800-Volt-System um 170 Prozent. Dadurch sind Entladeraten von bis zu 30C möglich – das Zehnfache einer herkömmlichen Elektroauto-Batterie.
Das klingt sehr technisch, bedeutet aber im Kern: Das System kann extrem hohe Stromstärken dauerhaft abgeben, ohne zu explodieren. Bei einem Hochgeschwindigkeitslauf ist das zweifellos beruhigend.
Kleinere Räder und breitere Vorderreifen
Aufmerksame Beobachter werden auch die kleineren Räder bemerkt haben: Statt 53,3-cm-Felgen (21 Zoll) kommen 50,8-cm-Räder (20 Zoll) zum Einsatz. Vorn sind die Reifen nun 325 mm breit statt 275 mm und entsprechen damit der Breite an der Hinterachse; außerdem fällt die Spur schmaler aus.
Bei Höchstgeschwindigkeit dürfte auf diesen Reifen eine enorme Belastung liegen. Hinzu kommt selbstverständlich das Gewicht der Batterien. Das Leergewicht beträgt insgesamt 2.480 kg und liegt damit lediglich 5 kg über jenem des normalen Modells.
Weltweit werden nur 30 Exemplare gebaut. Der Preis dürfte deutlich über den 200.000 Pfund des U9 liegen.
Als Nächstes vielleicht der elektrische Landgeschwindigkeitsrekord des Buckeye Bullet 3 von 549,2 km/h (341.264mph)?






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