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VW ID.3 GTI: Der stärkste GTI aller Zeiten

Roter VW ID. GTI fährt auf kurviger Straße mit grünem Wald im Hintergrund an sonnigem Tag.
In diesem Artikel
  1. VW ID.3 GTI: Das Dilemma nach dem ID. Polo
  2. Leistung und Reichweite des ID.3 GTI
  3. GTI-Design und sportlicher Innenraum
  4. Kein Drift Mode, aber 30 Ambientelicht-Farben

VW ID.3 GTI: Das Dilemma nach dem ID. Polo

Schuld daran ist allein der VW ID. Polo. Als Volkswagen ankündigte, aus seinem neuen elektrischen Kleinwagen einen wilden Hot Hatch zu machen – hier erfährst du, wie wir die normale Version beurteilt haben –, betonte der Konzern, der ID. Polo verdiene die drei besonders bedeutenden Buchstaben im Volkswagen-Kosmos: GTI.

Damit geriet die schnelle Ausführung von VWs nächstem Elektroauto, dem ID.3, in eine heikle Lage.

Hätte Volkswagen ihn weiterhin GTX genannt – eine Bezeichnung, die buchstäblich niemand versteht –, wäre das praktisch das Eingeständnis gewesen, dass er kein GTI-Niveau erreicht. Das schreit kaum nach „KAUF MICH“, oder?

Sollte ein ID.3 hingegen ein GTI-Emblem tragen, musste VW gewaltig nachbessern. Sonst hätten eingefleischte Fans wohl mit brennenden Karositzen und zu Lanzen geschliffenen Auspuffrohren das Werk gestürmt.

Volkswagen hat sich für die zweite Variante entschieden. Die erste erfreuliche Nachricht: Der neue ID.3 GTI basiert auf dem neuen ID.3 Neo. Deshalb gibt es nun reichlich Tasten am Lenkrad und rund um die Mittelkonsole. Die Materialien bestehen nicht mehr aus Kunststoff, den Lego wegen seiner Härte und seines Glanzes zurückgewiesen hätte. Ausserdem nutzt er VWs aktuellste Batterietechnik und kommt damit weiter als ein Saugroboter.

Leistung und Reichweite des ID.3 GTI

Die zweite gute Nachricht: Es handelt sich um den stärksten GTI, den Volkswagen je gebaut hat.

Zwar übertrifft er den Golf GTI 50 lediglich um bescheidene 1 bhp, doch das ist trotzdem eine Ansage. Ausgerechnet im Jahr, in dem der Golf ein halbes Jahrhundert Hot-Hatch-Legendenstatus feiert, wird er von einer batterieelektrischen Schachtel entthront. Unverschämt!

Tatsächlich schicken die 326 hp des ID.3 GTI ihre Kraft an die Hinterräder – etwas, das es bei keinem Golf GTI zuvor gab. Trotz eines Gewichts von zwei Tonnen – ach, aber wiegt heute nicht ohnehin alles so viel? – sprintet der GTI in 5,6 Sekunden auf 100 km/h. Damit ist er beinahe so schnell wie der stärkste GTI mit Benzinmotor. Die Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h ist für ein Elektroauto durchaus ordentlich.

GTI-Design und sportlicher Innenraum

Wie man sieht, hat VW das Problem mit zahlreichen GTI-Logos beantwortet. Vielleicht sogar mit etwas zu vielen. Dazu kommen 20-Zoll-Räder im Stil des Polo GTI, rote Zähne im Kühlergrill als Nachahmung von Abschlepphaken bei Rennwagen sowie eine lustlos wirkende Fake-Mesh-Verkleidung am Heck. Besonders elegant ist das nicht – aber wohl dennoch der bisher attraktivste ID.3?

Im Innenraum gibt es ebenfalls kein Entkommen vor dem GTI-Logo-Dauerfeuer. Das Emblem am Lenkrad ist sogar eine Taste, die direkt den GTI-Fahrmodus aktiviert. Dann wird das Fahrwerk straffer, das Gaspedal reagiert nervöser, und bis 50 km/h erklingt statt bis 25 km/h ein sportlicherer Sound.

Kein Drift Mode, aber 30 Ambientelicht-Farben

Echtes Hot-Hatch-Fehlverhalten sucht man allerdings vergeblich. Volkswagen hat weder den mehrstufigen künstlichen Motorsound noch das Knallen und Blubbern eines Hyundai N EV übernommen.

Auch Porsches künstliche Getriebetechnik „eShift“ wurde nicht ausgeliehen. Einen Drift Mode oder ähnlichen Unsinn gibt es ebenfalls nicht. Das ist ein sportlicher Hatchback, kein alberner – weshalb an Bord stattdessen 30 Farben für die Ambientebeleuchtung verfügbar sind.

Die offizielle Reichweite der 79-kWh-Batterie beträgt bis zu 601 km. Das reicht aus, um zu glauben, dass man Leistung und GTI-Charakter häufig genug auskosten könnte, damit sich das Ganze lohnt.

Damit ist dies endlich ein ID.3, den wir fahren wollen könnten. Doch während um VW herum die Welt zusammenbricht: Kommt dieser späte Auftritt automobiler Wappenhoheit nicht zu spät?

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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