Der renommierte Fotograf Mark arbeitet seit vielen, vielen Jahren für TopGear. Wenn er nicht gerade fotografiert, kauft er unvernünftige Autos. Hier lässt er die Welt an seiner Sucht teilhaben.
Der R34 Skyline wird zerlegt
Es ist inzwischen etwas mehr als drei Jahre her, dass SR Autobodies meinen R34 Skyline zum ersten Mal auseinandergenommen hat. Eigentlich war nur eine Restaurierung des Unterbodens geplant. Doch legt man bei einem alten japanischen Tuningauto erst einmal die einzelnen Schichten frei, kommt wenig überraschend eine ziemlich wechselvolle Vergangenheit zum Vorschein.
Ehrlich gesagt liegt der Zusammenbau schon länger auf Eis, während wir den Berg an benötigten Ersatzteilen auftreiben und bestellen. Eine Aufrüstung ist jedoch vor Kurzem eingetroffen und sieht noch besser aus als erwartet: das Nitron R3 Fahrwerk.
Warum der GT-R ein Nitron R3 Fahrwerk bekommt
Ein neues Fahrwerk für den GT-R stand schon länger auf dem Plan. Bei älteren japanischen Autos kann sich die Wahl der passenden Marke allerdings wie ein Gang durch ein Minenfeld anfühlen. Zu ihrer Blütezeit entwickelte jeder nur denkbare Tuner eigene Gewindefahrwerke und überschwemmte den Markt mit Angeboten. Doch welche „neuen“ Möglichkeiten mit modernerer Fahrwerkstechnik gibt es für den inzwischen über 25 Jahre alten R34?
Gerade diese Frage brachte mich zu Nitron. Ich kenne die Marke seit Jahren, vor allem von meiner Berichterstattung über Veranstaltungen wie das N24-Rennen in Deutschland. Außerdem habe ich gesehen, wie von Tunern aufgebaute Autos, etwa Team Schirmers E92 M3, in atemberaubenden Zeiten Runden auf dem Nürburgring drehen. Ich war aber immer davon ausgegangen, dass Nitron ausschließlich für den Rennsport oder für europäische Fahrzeuge statt für japanische Straßenautos ausgelegt sei.
Damit hätte ich kaum falscher liegen können. Nitron ist nicht nur seit 2005 in Japan vertreten, nachdem Gründer Guy Evans die Marke ursprünglich 1998 ins Leben gerufen hatte. Die Fahrwerksätze für den Skyline entstanden sogar in Zusammenarbeit mit Michael Krumm, einem Nismo-Werksfahrer, der 2003 in einem Skyline die GT500-Meisterschaft gewann. Er fuhr unter anderem auch in der DTM, der Champ Car und der ELMS. Man könnte also sagen, die Entwicklung lag in sicheren Händen …
Drei Einstellmöglichkeiten am Nitron R3
Aus dieser Entwicklung ging Nitrons R3 Fahrwerksatz für den R34 Skyline hervor. Sein Name verweist auf die drei unabhängig voneinander verstellbaren Einstellungen: Für den Hochgeschwindigkeitsbereich stehen 16 Klicks zur Verfügung, für den Niedriggeschwindigkeitsbereich 26 und für die Zugstufe 24. Die Federbeine sind zudem mit Stickstoff befüllt. Für größtmögliche Festigkeit bestehen sie aus eloxiertem Aluminium und verchromtem Kohlenstoffstahl. Ich bin schon richtig gespannt, wie sich der GT-R fährt, sobald er für die zügige Fahrt auf der Straße und den Einsatz auf der Rennstrecke abgestimmt ist. Auch diese Abstimmung bietet Nitron an, ebenso wie Wartung und Überholung im eigenen Haus.
Ohne dabei wie eine Elster zu klingen: Schaut euch das Fahrwerk nur an! Es wirkt weder aufdringlich noch protzig – Wörter, mit denen wohl noch niemand ein Fahrwerk beschrieben hat. Die Verarbeitung jedes einzelnen Bauteils sieht aber ausgesprochen hochwertig und zweckmäßig aus. Wenn der Skyline wieder auf der Straße ist, wird man die Teile nicht einmal sehen. Umso beruhigender ist es zu wissen, dass jedes Detail mit Sorgfalt behandelt wird, ob sichtbar oder nicht.
Bis zum Abschluss des Wiederaufbaus ist es beim GT-R allerdings noch ein weiter Weg, weshalb ich meine Begeisterung zu zügeln versuche. Das gilt besonders, seit der Motor des Pajero Evo nun völlig hinüber ist. Aber der Großteil der Teile ist da, und Steve ist schmerzhaft nah daran, die Hilfsrahmen wieder anzubringen. Damit wird der Wagen erstmals seit drei Jahren tatsächlich wieder wie ein Auto aussehen. Ein Auto, vor dessen erneuter Benutzung ich, darf ich es sagen, ein wenig Angst habe: Inzwischen hat es mich so viel gekostet wie ein kleines Haus.






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