Ein einfaches Werkzeug für weniger als 10 Euro könnte Reparaturen im Wert von mehreren Tausend Euro ersparen.
Über lange Zeit verbaute der Stellantis-Konzern den Motor 1.2 PureTech in zahlreichen Modellen von Peugeot, Citroën, DS und Opel. Der Benzin-Dreizylinder hat eine inzwischen bekannte gravierende Schwachstelle: Sein im Motoröl laufender Zahnriemen kann vorzeitig verschleißen und einen schweren Motorschaden verursachen.
Von diesem Problem sind in Frankreich Hunderttausende Fahrzeuge betroffen. Dabei gibt es eine überraschend einfache und günstige Möglichkeit zur Kontrolle.
Der Konstruktionsfehler des 1.2 PureTech und seine Folgen
Kennzeichnend für den Motor 1.2 PureTech ist sein „nasser“ Zahnriemen, der unmittelbar im Motoröl läuft. Mit dieser technischen Lösung sollten ursprünglich die Geräuschentwicklung und die Reibung verringert sowie die Lebensdauer des Riemens verlängert werden. Ausgerechnet diese Konstruktion führt jedoch zu vorzeitigen Ausfällen.
Das Motoröl verändert nach und nach die Zusammensetzung des Riemengummis: Der Zahnriemen quillt auf und verliert an Elastizität. Reißt er schließlich, stoßen die Kolben mit den Ventilen zusammen – ein Motorschaden ist dann sicher.
Besonders beunruhigend ist, dass der Defekt deutlich vor den 100.000 km oder sechs Jahren auftreten kann, die im ursprünglichen Wartungsplan für den Zahnriemenwechsel vorgesehen waren. Bei manchen Fahrzeugen wurden bereits ab 40.000 km Riemenrisse gemeldet. Ein vorsorglicher Austausch kostet rund 1.500 Euro; die Reparatur eines Motorschadens kann dagegen mehr als 7.000 Euro ausmachen.
Eine einfache und zugängliche Kontrolle des Zahnriemens
Die gute Nachricht: Mit einem speziellen Messwerkzeug lässt sich der Zustand des Zahnriemens unkompliziert überprüfen. Das Gerät, das derzeit für etwas mehr als 13 Euro auf Amazon angeboten wird, sieht wie eine einfache Metallgabel aus.
Die Anwendung ist besonders leicht: Zuerst wird der Motoröleinfülldeckel geöffnet. Anschließend führt man das Werkzeug ein, um den Zahnriemen zu erreichen und seine Breite zu prüfen.
Passt der Riemen genau in die Kerbe des Werkzeugs, hat er seine ursprünglichen Abmessungen behalten und ist weiterhin in gutem Zustand. Passt er hingegen nicht durch die kalibrierte Öffnung, deutet das auf eine ungewöhnliche Aufquellung hin. In diesem Fall muss er sofort ersetzt werden, bevor es zu einem Motorschaden kommt.
Diese schnelle Prüfung kann jeder Autofahrer innerhalb weniger Minuten durchführen. So lässt sich ein schwerer Ausfall frühzeitig erkennen, ohne die Zylinderkopfhaube abzubauen.
Die Maßnahmen von Stellantis und mögliche Ansprüche
Angesichts des Ausmaßes des Problems reagierte Stellantis schließlich: Bei den seit 2023 produzierten Motoren ersetzt der Konzern den Zahnriemen schrittweise durch eine Steuerkette. Außerdem richtete er eine Reklamationsplattform für Eigentümer ein, denen zwischen Jänner 2022 und März 2024 Reparaturkosten entstanden sind. Nach Prüfung der jeweiligen Unterlagen werden finanzielle Entschädigungen angeboten.
Zudem verlängerte der Hersteller bei bestimmten Modellen die Garantie auf den Zahnriemen auf 10 Jahre oder 175.000 km. Eine allgemeine Entschädigung für bereits betroffene Eigentümer gibt es jedoch nicht. Unzufriedene Eigentümer haben außerdem eine Sammelklage eingeleitet. Sie sind der Ansicht, der Hersteller hätte sämtliche betroffenen Fahrzeuge zum vorsorglichen Austausch zurückrufen müssen.
Bis zum Abschluss dieser Verfahren lohnt sich für Eigentümer eines Peugeot 208, 2008, 308 oder 3008, Citroën C3, C4 oder C5 Aircross, DS3 Crossback sowie Opel Corsa, Mokka oder Crossland mit dem Zahnriemenmotor 1.2 PureTech die Anschaffung des kleinen Prüfwerkzeugs. Die geringe Investition könnte sowohl ihren Motor als auch ihre Geldbörse retten.






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