BYD bringt den Atto 3 EVO auf den Markt – eine überarbeitete Version des Atto 3. Die beiden Fahrzeuge sehen einander zwar sehr ähnlich, doch der Neuzugang legt mit einer besonders kräftigen Variante mit 449 PS deutlich zu. Das SUV ist schneller als ein Ferrari und kostet dennoch weniger als ein Renault Scénic.
Chinesische Autos wurden lange belächelt. Mittlerweile spielen sie mit Modellen, deren Verhältnis von Preis und Leistung kaum zu übertreffen ist, in einer eigenen Liga. Dafür muss man nicht ans andere Ende der Welt reisen: BYD hat gerade eine verbesserte Ausführung seines Atto 3 vorgestellt. Äußerlich bleibt sie dem ersten Modell sehr nahe, technisch bringt der Atto 3 EVO jedoch besonders weitreichende Änderungen mit.
449 PS im BYD Atto 3 EVO: beeindruckende Leistungswerte
Bei der Motorleistung fällt der Sprung enorm aus. Die bisherige Version wirkte mit ihren 204 PS und Frontantrieb geradezu schwach; das neue Modell bringt es mit Allradantrieb auf 449 PS. Zwei Elektromotoren beschleunigen das Fahrzeug in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit erreicht es das Tempo von Ferrari-Modellen aus den 2000er-Jahren. Für diese beeindruckende Verbesserung verlangt BYD dennoch keinen übermäßig hohen Preis.
Kampfpreis: Der Renault Scénic hat das Nachsehen
Schon das Modell Design mit 313 PS ist mit einem Einstiegspreis von 38.990 € besonders konkurrenzfähig – und das ohne staatliche Förderung, da es in China gefertigt wird. Für die besonders leistungsstarke Version Excellence mit 449 PS werden 42.490 € fällig, was ebenfalls kaum zu unterbieten ist. Zum Vergleich: Der französische Renault Scénic startet bei 46.990 € und bietet lediglich 220 PS.
Schneller laden, weiter fahren: BYD bessert nach
Mit der französischen CEE-Prämie erreicht der Scénic zwar dasselbe Preisniveau, bei den gebotenen Leistungen bleibt der Abstand aber groß. So wurde etwa das Schnellladen beim Atto 3 EVO deutlich verbessert: Die Ladeleistung mit Gleichstrom (DC) steigt von 88 kW auf 220 kW. Der Akku lässt sich damit in 25 Minuten von 10 auf 80 % laden. Auch bei der Reichweite gibt es Fortschritte, ermöglicht durch einen neuen Akku, dessen Kapazität von 60,5 auf 74,8 kWh wächst.
Damit vergrößert sich der Aktionsradius: Die Variante mit zwei Motoren kommt auf 470 km, jene mit Heckantrieb auf 510 km. Das ist deutlich mehr als die 420 km des ersten Modells, entspricht aber weiterhin dem aktuellen Durchschnitt der Fahrzeugklasse. Ein weiterer Bereich, in dem der Atto 3 EVO die Konkurrenz übertreffen dürfte, ist seine äußerst großzügige Ausstattung. Bereits das Basismodell Design bietet einen 15,6-Zoll-Touchscreen, eine 8,8-Zoll-Instrumentenanzeige, 18-Zoll-Felgen und belüftete Sitze aus Kunstleder.
Üppige Ausstattung lässt europäische Modelle zurück
In der Topversion Excellence kommen ein Head-up-Display, beheizbare Rücksitze und ein Panorama-Schiebedach hinzu. Ein europäisches Auto mit dieser Ausstattung findet man zu einem ähnlichen Preis wohl kaum. Das ist bedauerlich, aber so sind nun einmal die Verhältnisse. Beim Design können sich die europäischen Modelle immerhin revanchieren: Der Chinese wirkt enttäuschend gewöhnlich. Hässlich ist er nicht, aber viel zu unauffällig, um sich abzuheben.
Der Innenraum folgt derselben Linie und verzichtet zugunsten größerer Schlichtheit sogar auf einige charakteristische Elemente. Immerhin stimmt die Qualität, und die Bildschirme überzeugen mit guter Leistung. Auf dem Papier wirkt der BYD Atto 3 EVO damit besonders attraktiv. Ob das auch auf der Straße gilt, wird unser Test zeigen, der diesen Sonntag erscheint – oder eben nicht.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen