Der 2023 angekündigte Plan war bereits angelaufen: Bis 2030 wollte Suzuki in Europa fünf Elektromodelle auf den Markt bringen, darunter erstmals einen elektrischen Jimny. Nun liegen diese Vorhaben vorerst auf Eis.
Anfang dieser Woche präsentierte Suzuki mit dem e Vitara sein erstes Elektroauto. Bei der Veranstaltung erklärte der Präsident der japanischen Marke, Toshihiro Suzuki, gegenüber Journalisten jedoch, dass ein elektrischer Jimny nicht kommen werde. Auch die Elektrifizierungspläne werden neu bewertet.
Abschied vom Suzuki Jimny vor dem Wiedersehen
Die Erwartungen an einen künftigen vollelektrischen Jimny waren groß. Als die Suzuki-Ikone 2018 auf den Markt kam, überstieg die Nachfrage in sämtlichen Märkten das Angebot bei Weitem. In Ländern wie Portugal wurden deshalb nur wenige Fahrzeuge verkauft.
Die Ziele zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes (CO₂) schränkten das Angebot des Modells schließlich noch weiter ein. Um diese Vorgaben zu umgehen, ersetzte eine zweisitzige Nutzfahrzeugversion den viersitzigen Jimny. Da die Ziele 2025 erneut strenger werden, hat Suzuki nun beschlossen, den Jimny aus mehreren europäischen Märkten zurückzuziehen, darunter Portugal.
Die Ankündigung eines vollelektrischen Jimny hatte neue Hoffnung auf eine Rückkehr des Modells geweckt. Toshihiro Suzuki begründet die Entscheidung gegen das Projekt nun so: „Ein elektrischer Jimny würde das Beste an diesem Modell ruinieren. Ich denke, die größte Stärke des Jimny ist sein richtiges Gewicht.“
Der Jimny ist nicht nur sehr kompakt, sondern wiegt ohne Fahrer auch weniger als 1100 kg. Mit der Batterie würde ein vollelektrischer Jimny einige hundert Kilogramm mehr auf die Waage bringen.
Jimny ist nicht das einzige gestrichene Elektromodell
Dieses Argument führt der Suzuki-Präsident zwar speziell für das Aus des vollelektrischen Jimny an. Von den fünf ursprünglich für Europa vorgesehenen Elektroautos wird er aber nicht das einzige Modell bleiben, das gestrichen wird.
Die Gründe, die Suzuki für diese Streichungen nennt, deuten auf umfassendere Herausforderungen hin:
„Derzeit befinden wir uns in einer sehr schwierigen Lage. Angesichts sinkender Verkaufszahlen für Elektroautos und des Markteintritts günstigerer chinesischer Elektrofahrzeuge erscheint uns dies als ein sehr schwieriger Zeitpunkt, um neue Elektromodelle einzuführen.“
Toshihiro Suzuki, Präsident von Suzuki, gegenüber Autocar
Neue Elektromodelle schließt er dennoch nicht aus. Neben dem e Vitara soll ein weiterer vollelektrischer Suzuki angeboten werden, der kleiner als das neue Crossover-Modell sein wird.
Wann dieses Fahrzeug erscheint, ist noch offen. Laut Toshihiro Suzuki wird das Unternehmen sowohl die Verkaufsentwicklung des e Vitara als auch die Markttrends sehr genau beobachten. Erst danach soll ein Termin für das neue Elektroauto festgelegt werden.
Ist der Jimny in Europa endgültig am Ende?
Die Europäische Union plant, die CO₂-Emissionen neuer Autos bis 2035 um 100 % zu senken. Das würde das Ende neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und damit auch des Jimny bedeuten.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: den Einsatz CO₂-neutraler Kraftstoffe wie synthetischer Treibstoffe. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihre Unterstützung für eine Ausnahme für Autos mit Verbrennungsmotoren bekundet, die synthetische Kraftstoffe beziehungsweise E-Fuels verwenden.
Sollte sich das bestätigen, könnte für den kleinen Suzuki Jimny noch Hoffnung bestehen. Der Markenpräsident erklärt: „Wenn wir den Jimny weiterhin auf dem Markt anbieten wollen, müssen wir über Alternativen wie E-Fuels oder Biokraftstoff nachdenken und dabei die Verbrennungsmotortechnik nutzen.“
Quelle: Autocar






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen