„Wenn du sie nicht besiegen kannst, schließe dich ihnen an.“ Opel will in weniger als zwei Jahren ein neues elektrisches SUV der Kompaktklasse auf den Markt bringen. Die technische Grundlage dafür stammt vom chinesischen Hersteller Leapmotor.
Das neue Modell soll Anfang 2028 erscheinen und das SUV-Angebot der Marke erweitern. Dazu zählen bereits Mokka und Frontera im B-Segment sowie der Grandland im C-Segment. Voraussichtlich wird sich der Neuzugang zwischen Frontera und Grandland einordnen, offiziell bestätigt ist das allerdings noch nicht.
Entwicklung und Fertigung des neuen Opel-SUV
Konzipiert und entwickelt wird das SUV von Opel in Rüsselsheim. Die Technik liefert hingegen Leapmotor: Das reicht von der Elektroarchitektur über die Batterien bis zu weiteren wichtigen Komponenten. Opel übernimmt das Design, das Erlebnis an Bord und die Fahrwerksentwicklung sowie jene Licht- und Sitztechnologien, die seine Modelle auszeichnen.
Gebaut wird das deutsche Modell mit chinesischen Wurzeln in Spanien, im Stellantis-Werk in Saragossa. Dort läuft derzeit der Corsa vom Band, ab diesem Jahr soll dort auch der Leapmotor B10 produziert werden. Das liefert wichtige Anhaltspunkte dafür, was vom künftigen Opel-SUV zu erwarten ist.
Entwicklung im chinesischen Tempo
Die Entwicklungszeit soll mit weniger als zwei Jahren entsprechend kurz ausfallen. Damit nähert sich Opel dem Ziel westlicher Autohersteller, ein Fahrzeug ebenso schnell zu entwickeln wie ihre chinesischen Konkurrenten.
Dieses als „chinesisches Tempo“ bezeichnete Vorgehen verschafft den chinesischen Marken einen Wettbewerbsvorteil gegenüber westlichen Herstellern. Üblicherweise dauert die Entwicklung eines neuen Modells drei bis vier Jahre. Chinesische Marken haben den Prozess auf 18 bis 24 Monate verkürzt.
Möglich wird das durch mehrere Faktoren: eine stärkere vertikale Integration und damit geringere Abhängigkeit von Zulieferern, parallel statt nacheinander ablaufende Entwicklungsphasen, Digitalisierung und Simulation mithilfe künstlicher Intelligenz, wodurch viele physische Modelle entfallen, den Vorrang für Software sowie eine andere Arbeitskultur als im Westen.
Wie diese Abläufe in der Praxis funktionieren, zeigt etwa der neue Renault Twingo. Um die Entwicklung zu beschleunigen, eröffnete die französische Marke eigens ein Entwicklungszentrum in China. Vom Projektstart bis zur Markteinführung des Twingo vergingen lediglich zwei Jahre.
„Die Partnerschaft mit Leapmotor soll eine Entwicklungszeit von weniger als zwei Jahren ermöglichen. Damit plant Opel einen weiteren wichtigen Schritt bei der Entwicklung modernster und erschwinglicher Elektrofahrzeuge für unsere Kunden“, erklärte Opel-Chef Florian Huettl in einer Mitteilung.
Xavier Chéreau, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrats, stellte das Projekt in einen größeren Zusammenhang: „Mit diesem Projekt verbindet Opel die Exzellenz deutscher Ingenieurskunst mit der Geschwindigkeit globaler technologischer Innovation. Dieser Innovationsgeist prägt das nächste Kapitel unserer weltweiten Zusammenarbeit mit Leapmotor.“
Opel-Projekt wartet noch auf Genehmigungen
Formal abgeschlossen ist das Vorhaben bislang nicht. Auf Grundlage bestehender Vereinbarungen arbeiten die Beteiligten an Machbarkeitsstudien und der Vorentwicklung. Die Verhandlungen stehen noch unter dem Vorbehalt endgültiger Verträge und der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Weitere Einzelheiten zum neuen Modell wurden bisher nicht bekannt gegeben. Offen sind weiterhin die Plattform, der Preis und der Name. Der Opel-Chef stellte jedoch klar, dass es sich nicht um einen Leapmotor mit Opel-Emblem handeln soll, sondern um ein gemeinsam entwickeltes Modell.
Stellantis und Leapmotor International
Stellantis, der Mutterkonzern von Opel, und Leapmotor hatten im Mai 2024 die Gründung von Leapmotor International offiziell bekannt gegeben. Das von Stellantis geführte Gemeinschaftsunternehmen, an dem der Konzern 51 % hält, besitzt die exklusiven Rechte zur Herstellung, Ausfuhr und zum Verkauf von Leapmotor-Produkten außerhalb Chinas.






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