Der Volkswagen Passat der neunten Generation könnte zugleich der letzte sein. Gründe, weshalb er weiterhin zu den besten Angeboten seiner Klasse zählt, gibt es dennoch genug.
Der Volkswagen Passat geht in seine neunte Generation. Gut möglich, dass damit das letzte Kapitel des traditionsreichen Modells beginnt – in Erinnerung bleiben dürfte es aber nicht nur deshalb.
Zum einen wird der Passat ausschließlich als Variant, also als Kombi, angeboten. Dass Volkswagen auf die Limousine verzichtet, deren Produktion bereits 2022 endete, hat einen rein praktischen Grund: 80 % der verkauften Passat sind Kombis. Außerdem steht mit dem neuen ID.7 bereits eine Limousine bereit, die diesen Platz einnehmen möchte.
Zum anderen übertrug Volkswagen die Entwicklung und Produktion des neuen Passat erstmals an Škoda. Sein engster Verwandter ist der neue Superb; beide laufen sogar im selben Werk im slowakischen Bratislava vom Band.
Das erklärt mit, weshalb die Außenmaße gewachsen sind und auch der Innenraum zugelegt hat. Noch nie bot ein Passat so viel Platz für Insassen und Gepäck, obwohl auch bei den Vorgängergenerationen dieses Familienautos Raummangel nie ein Thema war.
Bei dieser ersten Ausfahrt, die im Video zu sehen ist, konnten wir den Volkswagen Passat Variant eHybrid als Plug-in-Hybrid in der stärkeren Ausführung fahren: Sie leistet 272 PS und soll 100 km rein elektrisch zurücklegen können.
Volkswagen Passat Variant: Riesig im Innenraum
Die enge Verwandtschaft zum neuen Škoda Superb hat den Volkswagen Passat Variant ordentlich wachsen lassen. Er misst 4,917 m in der Länge und damit 14 cm mehr als sein Vorgänger, während die Breite um 2 cm auf 1,849 m zulegte. Die Höhe blieb bei 1,516 m, der Radstand wuchs um 5 cm auf 2,841 m.
Im Innenraum macht sich der Zuwachs deutlich bemerkbar: Hinten ist so viel Platz vorhanden, dass Passagiere sogar die Beine übereinanderschlagen können. Seinem Anspruch als Familienauto wird der Passat auch beim Kofferraum gerecht, der nun 690 l fasst – 50 l mehr als bisher.
Wer die Sitze umlegt, erhält beinahe 2000 Liter Ladevolumen. So viel Platz für alles, was mitmuss, gab es in einem Passat noch nie.
Doch das Raumangebot ist nicht seine einzige Stärke. Im Innenraum des neuen Passat Variant überzeugen auch die sehr gut ausgewählten Materialien und die tadellose Verarbeitung – Eigenschaften, die man beim Einsteigen in einen Volkswagen erwartet.
Bedienbarkeit verbessert
Der Innenraum ist zudem von einem deutlichen Technikzuwachs geprägt. Sichtbar wird das an den größeren und hochwertigeren Bildschirmen – zentral serienmäßig 12,9″, optional 15″ –, am neuen Head-up-Display und an der LED-Ambientebeleuchtung, die einen Kontrast zur sonst sachlichen Gestaltung des Innenraums bildet.
Volkswagen hat allerdings auch die Kritik an der Bedienbarkeit einiger Modelle der vergangenen Jahre ernst genommen. Am Lenkrad sind die haptischen Bedienelemente beispielsweise wieder physischen Tasten gewichen, was die Bedienung erleichtert. Bei den Bedienelementen der Klimaanlage fehlt diese Aufmerksamkeit jedoch, wie im Video zu sehen ist.
Ein Stück weit ausgleichen lässt sich das durch die Integration von ChatGPT in den Sprachassistenten des Infotainmentsystems MIB 4.0. Das System versteht nun wesentlich leichter, was wir sagen und verlangen – ob es darum geht, die Temperatur im Innenraum zu erhöhen oder zu senken, oder herauszufinden, wer der Vater des portugiesischen Rock war.
Weiterentwickeltes Fahrwerk
Der neue Passat Variant nutzt nicht nur die jüngste Weiterentwicklung der MQB-Plattform namens evo. Er führt auch das optionale System DCC Pro ein, eine elektronisch variable Dämpfung, die nun mit zwei Ventilen arbeitet. Eines regelt die Druckstufe, das andere die Zugstufe, um die Bewegungen der Karosserie besser zu kontrollieren.
Volkswagen ist die erste Volumenmarke mit dieser Technik, die die Karosserie besser von Fahrbahnunebenheiten abschirmen soll. Von ihrer Wirksamkeit konnten wir uns bereits überzeugen – zu sehen ist das im Video.
Für begeisterndes oder besonders mitreißendes Fahrverhalten ist der Passat allerdings üblicherweise nicht bekannt. Das ist keine Schwäche, sondern eine Eigenschaft.
Als Familienauto soll er schließlich vor allem ein komfortabler Reisewagen sein, und diese Aufgabe erfüllt er sehr gut. Das gilt sowohl für den Abrollkomfort als auch für die Geräuschdämmung, bei der er sich tatsächlich auf einem hohen Niveau bewegt.
Benzin, Diesel, Hybrid …
Bei der ersten Ausfahrt stand uns die vorerst stärkste Version des Passat Variant zur Verfügung: der eHybrid mit 272 PS. An Leistung mangelt es ihm nicht, besonders bemerkenswert ist aber die angegebene elektrische Reichweite von 100 km – fast doppelt so viel wie beim Vorgänger. Möglich macht das die neue Batterie mit 19,7 kWh nutzbarer Kapazität, also praktisch dem Doppelten der bisherigen 10,6 kWh.
Dieselbe Batterie und Reichweite bietet auch die zweite eHybrid-Ausführung, die mit 204 PS weniger Leistung hat. Ob die 100 km leicht erreichbar sind, ließ sich bei der ersten Ausfahrt nicht feststellen. Dafür müssen wir einen längeren Test in Portugal abwarten.
Die Plug-in-Hybride mögen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, doch die Auswahl an Antrieben ist groß. Das kennen wir bereits vom neuen Tiguan, den wir bei derselben Veranstaltung wie den Passat gefahren sind. Angeboten werden mehrere Benziner, 48-V-Mild-Hybrid-Benziner und Diesel.
Den Einstieg bildet der neue 1.5 eTSI mit 150 PS. Der 2.0 TSI und der 2.0 TDI sind jeweils in mehreren Leistungsstufen erhältlich: die Benziner mit 190 PS und 265 PS, die Diesel mit 122 PS, 150 PS und 193 PS.
Allen Antrieben gemeinsam ist die ausschließliche Kombination mit einem Doppelkupplungs-Automatikgetriebe (DSG). Es verfügt über sieben Gänge, bei den eHybrid-Versionen sind es sechs.
Preise? Vorerst nur für Unternehmen
Die Markteinführung des neuen Volkswagen Passat ist erst für das zweite Halbjahr vorgesehen. Wie das Angebot in Portugal zusammengestellt sein wird und was die einzelnen Versionen kosten, erfahren wir daher erst später.
Eine Ausnahme hat Volkswagen dennoch gemacht und den Preis für den eHybrid mit 204 PS bekannt gegeben. Diese besonders auf Unternehmen ausgerichtete Version dürfte auf dem portugiesischen Markt das größte Gewicht haben und kostet 34 990 € zuzüglich Mehrwertsteuer.
Schließlich entfallen rund drei Viertel des portugiesischen Automarkts auf Verkäufe an Unternehmen, Flotten oder Einzelunternehmer.
Wer sich als Privatkunde für den neuen Volkswagen Passat Variant interessiert, dem können wir nach Fahrten mit anderen Motorisierungen sagen: Der 1.5 eTSI mit 150 PS ist mehr als ausreichend. Sein Preis dürfte zudem mit Sicherheit günstiger ausfallen.






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