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Audi Q5 2.0 TDI quattro: Diesel im ausführlichen Test

Weißer Audi Q2 TDI SUV im Ausstellungsraum mit großen Fenstern und Audi-Logo an der Wand.
In diesem Artikel
  1. Neues Design, viele Bildschirme im Audi Q5
  2. Audi Q5 mit ausreichend Platz
  3. Sehnsucht nach dem Diesel
  4. Weiterentwickelte Fahreigenschaften
  5. Die lange Odyssee der Ausstattung
  6. Urteil
  7. Technische Daten

Diesel mag nicht mehr im Trend liegen. Die neue Generation des Audi Q5 beweist jedoch, dass der 2.0 TDI nach wie vor ein überzeugendes Argument ist.


Nach einigen eher ruhigen Jahren scheint Audi die „Ärmel hochgekrempelt“ zu haben: Neue Modelle erscheinen in beeindruckend kurzen Abständen. Kaum eines dürfte dabei wichtiger sein als der neue Audi Q5, denn er ist das weltweit meistverkaufte Modell der Marke.

Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an diesen Test. Das galt umso mehr für die Dieselversion: Dieselmotoren gelten heute zwar als „Schreckgespenst“, erzielen im Segment des Q5 aber nach wie vor beachtliche Verkaufszahlen. Genau deshalb hält Audi an seinem bekannten 2.0 TDI fest.

Auf den ersten Blick wirkt der Audi Q5 deutlich größer als sein Vorgänger, laut Datenblatt fallen die Unterschiede jedoch gering aus. Der zweite Eindruck: Sein Auftritt folgt der jüngsten Designsprache der Marke und zeigt sich mutiger, stellenweise sogar aggressiv. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, mich hat das Erscheinungsbild dieser S-line-Version überzeugt.

Neues Design, viele Bildschirme im Audi Q5

Im Innenraum ist sofort zu erkennen, dass man in einem Audi der neuen Modellgeneration sitzt: Die Bildschirme stehen im Mittelpunkt. Der zentrale Touchscreen misst in der Diagonale fast 15 Zoll (38,1 cm) und bündelt den Großteil der Funktionen und Einstellungen.

An die Fülle der verfügbaren Informationen muss man sich zunächst gewöhnen. Für die Fahrassistenzsysteme gibt es allerdings eine eigene Seite mit „Favoriten“, über die sie sich leichter ein- und ausschalten lassen.

Auch das Kombiinstrument ist digital. Optional kommt ein dritter Bildschirm für den Beifahrer hinzu. Darüber hinaus gibt es ein großes Head-up-Display.

Blende ich am Steuer all die Lichter, Töne und Technik aus, fällt vor allem die ausgezeichnete Sitzposition auf. Bei der Qualität mancher Materialien und ihrer Verarbeitung wäre angesichts der Positionierung des Modells allerdings noch Luft nach oben.

Das Lenkrad des Audi Q5 trägt berührungsempfindliche Bedienelemente mit haptischer Rückmeldung, die mitunter unbeabsichtigte Eingaben auslösen. Durchdachter ist die Zusammenfassung mehrerer Bedienelemente – etwa für Licht und Außenspiegel – in einem einzigen Modul an der Fahrertür.

Audi Q5 mit ausreichend Platz

Audi bezeichnet die Plattform als PPC (Premium Platform Combustion), tatsächlich handelt es sich aber um eine Weiterentwicklung der bisherigen MLB. Der Radstand beträgt 2,82 m und ist damit exakt so lang wie bei der Vorgängergeneration.

Das zeigt sich auch beim Platzangebot im Fond: Es ist gut, unterscheidet sich aber nicht vom Vorgänger. Bequem sitzt man dort dennoch, während die Person auf dem mittleren Rücksitz weniger erfreut sein dürfte. Dieser Platz ist schmaler und zusätzlich schränkt ein hoher Mitteltunnel ein.

Zum Ausgleich lässt sich die Rückbank längs verschieben. So kann man zwischen mehr Beinfreiheit und größerem Gepäckraum wählen. In der kleinsten Konfiguration fasst der Kofferraum des Audi Q5 520 Liter; unter dem Boden befindet sich ein zusätzliches Fach.

Sehnsucht nach dem Diesel

Auch auf die Gefahr hin, wie die ältere Dame aus einer bekannten Supermarktwerbung zu klingen: „Ich bin noch aus der Zeit, als“ Dieselmotoren die begehrteste Wahl waren. Beim Audi Q5 war der TDI stets die meistverkaufte Variante und maßgeblich für den Erfolg des Modells verantwortlich.

Der 2.0 TDI mit 204 PS bleibt auch in dieser Generation erhalten. Er ist nun allerdings Teil eines 48-V-Mildhybridsystems, zu dem eine Batterie mit 1,7 kWh gehört.

Viele Rangiermanöver erfolgen bereits bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor. Auch während der Fahrt legt der TDI inzwischen nicht mehr nur an Ampeln eine Pause ein: Manchmal genügt eine abschüssige Straße, gelegentlich schaltet er sich sogar auf ebener Strecke ab.

Der größte Vorteil zeigt sich erwartungsgemäß beim Verbrauch. Obwohl dieses Fahrzeug mit quattro-Allradantrieb ausgestattet ist und rund zwei Tonnen wiegt, nennt Audi für die Basisversion 6,1 l/100 km im kombinierten WLTP-Zyklus.

Mit dem Testwagen lagen wir allerdings deutlich darüber: bei 7,5 l/100 km. Das lässt sich leicht durch die optionalen 20-Zoll-Felgen (50,8 cm) erklären, die um zwei Zoll (5,08 cm) größer als die serienmäßigen sind, sowie durch die breiteren Reifen und das nicht immer besonders zurückhaltende Tempo. Mit dem 65 Liter großen Tank sind trotzdem mehr als 850 km ohne Tankstopp möglich.

Weiterentwickelte Fahreigenschaften

Schon bei früheren, kurzen Begegnungen hatte ich den Eindruck gewonnen, dass diese neue Audi-Modellgeneration fahrdynamisch mehr kann und agiler ist. Während der Tage mit dem neuen Audi Q5 2.0 TDI quattro hat sich das bestätigt.

Die Lenkung arbeitet sehr präzise, direkt und rückmeldungsfreudig. Zusammen mit der in der S-line-Version etwas straffer abgestimmten Luftfederung und den größeren Rädern sorgt sie für mehr Stabilität in Kurven und vermittelt am Steuer mehr Vertrauen.

Auch wenn die Werte des 2.0 TDI mit 204 PS und 400 Nm nicht überwältigen, lässt sich mit diesem Audi Q5 zügig und mit Fahrspaß unterwegs sein.

Einziger Nachteil ist das Geräusch, das der Motor bei stärkerer Beanspruchung erzeugt. Daran haben uns neuere Hybridmodelle und vollelektrische Fahrzeuge inzwischen entwöhnt.

Die lange Odyssee der Ausstattung

Der neue Q5 kostet ab 75.677 Euro; dieser Preis gilt genau für die getestete Variante mit dem 2.0 TDI. Günstig ist das keineswegs, doch anders als früher enttäuscht der Umfang der Serienausstattung nicht: Jeder Q5 verfügt über quattro-Allradantrieb, das siebenstufige S-tronic-Automatikgetriebe und sogar eine Luftfederung.

Dazu kommen eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, ein Navigationssystem und eine vollständig aus LED bestehende Beleuchtung. Die Liste ist so lang, dass ihre vollständige Aufzählung diesen Text zum langweiligsten der Welt machen würde.

Wo liegt also das Problem? Wer den Konfigurator des Audi Q5 öffnet und das dort gezeigte Modell mit dem Testwagen vergleicht, wird feststellen, dass etwas fehlt. Genauer gesagt fehlen Extras für 26.735 Euro – die Liste der Sonderausstattungen ist damit fast so lang wie jene der Serienausstattung.

Es ist beinahe unmöglich, sämtliche im Testwagen verbauten und für den neuen Audi Q5 erhältlichen Optionen im Detail aufzuzählen. Deshalb beschränke ich mich auf jene, die den größten Unterschied machen.

Dazu zählen zunächst die Lackierung in Daytonagrau für 1.155 Euro und die Volllackierung für 430 Euro, bei der die Kunststoffteile in Wagenfarbe lackiert werden. Die 20-Zoll-Felgen von Audi Sport kosten 2.965 Euro.

Hinzu kommen Ausstattungspakete mit den Bezeichnungen „plus“ und „pro“. Sie bieten mehr als die vorhandenen Seriensysteme und ergänzen Funktionen, die man haben möchte – oder eben nicht.

Ein Beispiel: Die LED-Beleuchtung ist serienmäßig. Entscheidet man sich jedoch für das Tech-Paket Pro um 8.730 Euro, kommen digitale Lichtsignaturen, Außenspiegel mit Projektionslicht, digitale OLED-Rückleuchten und LED-Plus-Scheinwerfer mit Matrixfunktion hinzu.

Am Ende kostet der auf den Bildern gezeigte Audi Q5 fast 107.000 Euro. Braucht man sämtliche Extras dieses Fahrzeugs? Vermutlich nicht. Die Entscheidung darüber bleibt aber jedem selbst überlassen.

Urteil

Technische Daten

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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