Der neue Mazda CX-5 macht viele Fortschritte, aber auch einen Rückschritt. In Portugal könnte letztlich der Motor den Ausschlag geben.
Seit 2012 wurden mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft, davon über 850.000 allein in Europa. Der Mazda CX-5 ist für die japanische Marke nicht bloß ein wichtiges Modell, sondern eine tragende Säule in ihren größten Märkten weltweit. Er darf nicht scheitern – doch in Portugal könnte ihm das Steuersystem zusetzen. Dazu später mehr.
Die dritte Generation steht deshalb vor einer schwierigen Aufgabe: Sie muss Stil, Qualität und „Mazda-DNA“ bewahren. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist gelungen. Die weniger gute Nachricht lautet, dass es in Portugal möglicherweise nicht ausreicht.
Zum Start gibt es nämlich nur einen Benzinmotor mit 2,5 Litern Hubraum. Ein Diesel ist nicht vorgesehen, der Hybrid folgt erst 2027. In einem Land, das hohe Hubräume steuerlich benachteiligt, ist das keineswegs nebensächlich.
Der Mazda CX-5 ist fast so groß wie ein CX-60
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Die dritte Generation des Mazda CX-5 ist in alle Richtungen gewachsen – und zwar erheblich. Mit 4,69 m Länge und 2,815 m Radstand rückt sie nahe an SUV der nächsthöheren Klasse heran. Im Vergleich zum CX-60 ist sie nur 5 cm kürzer und 3 cm schmäler.
Das bringt klare Vorteile, vor allem für die Passagiere im Fond. Beim Besuch von Einkaufszentren oder bei engen Manövern zeigt sich aber auch die Kehrseite. Wurde der Wagen für die USA oder für Europa entwickelt? Vielleicht für beide.
Die größeren Abmessungen sorgen optisch ebenfalls für ausgewogenere Proportionen. Mazda entwickelt seine Kodo-Formensprache weiter, ging beim meistverkauften Modell aber kein Risiko ein: Der neue CX-5 könnte eher als Überarbeitung des Vorgängers durchgehen denn als neue Generation.
Zu vorsichtig? Vielleicht. Dennoch gehört sein Design nach wie vor zu den markantesten, elegantesten und gelungensten der Klasse. In der Farbe Soul Red kommt es besonders gut zur Geltung.
Mehr Technik, weniger haptisches Erlebnis
Während sich außen vieles behutsam weiterentwickelt hat, wurde der Innenraum grundlegend verändert. Mazda hat sich lange dagegen gewehrt, nun aber ebenfalls den riesigen Bildschirmen nachgegeben.
In der Mitte der Konsole sitzt ein 15,6 Zoll großer Touchscreen, größer als der Bildschirm meines Laptops. Über ihn werden nahezu alle Funktionen gesteuert, einschließlich der Klimatisierung.
Das ist eine bemerkenswerte Entscheidung zu einer Zeit, in der mehrere Marken aus Gründen der Ergonomie und Sicherheit sowie wegen unzufriedener Kunden wieder physische Tasten einführen. Im neuen CX-5 gibt es davon fast keine mehr – selbst der Lautstärkeregler ist verschwunden. Ergonomisch ist das ein Rückschritt.
Lob verdient hingegen das Infotainmentsystem, das deutlich besser ist als zuvor. Es basiert auf Google und lässt sich dadurch einfacher bedienen. Es reagiert schnell, ist recht intuitiv und bietet Zugriff auf jene Google-Apps, die man bereits vom Smartphone kennt.
Trotzdem bleibt das Gefühl, dass etwas verloren gegangen ist. Mazdas physische Bedienelemente waren gut; nun bestimmen haptische und glatte Oberflächen das Bild. Sie funktionieren zwar, begeistern aber nicht. Der Innenraum wirkt technischer und minimalistischer, dafür weniger besonders.
Diesen Verlust gleicht Mazda mit Oberflächen aus, die optisch und haptisch insgesamt hochwertig sind. Auch die Verarbeitung macht auf den ersten Blick einen ausgezeichneten und sehr robusten Eindruck.
Gespart wurde erkennbar an Details wie dem Kunststoff der A-Säulen. Eine persönliche Anmerkung betrifft zudem das Kunstleder am Lenkrad, dessen Haptik ich wenig angenehm fand. Trotzdem liegt der Innenraum des neuen CX-5 bei Aufmachung und Qualität weiterhin über dem Niveau der Volumenmarken und muss auch den Vergleich mit Premiummodellen nicht scheuen.
Beeindruckendes Platzangebot im Fond
Schon der vorige Mazda CX-5 war nicht eng. Die zusätzlichen 115 mm Radstand der neuen Generation machen das Platzangebot in der zweiten Reihe jedoch zu einem der großzügigsten der Klasse. Das beginnt bereits beim Einstieg: Die breiteren Türen öffnen sich auf nahezu 90°. Für Mütter und Väter, die Kindersitze hineinheben oder herausnehmen, macht das einen großen Unterschied.
Einmal richtig Platz genommen, fällt die Bewegungsfreiheit auf: Man kann die Beine problemlos übereinanderschlagen. Angesichts dieses Raumangebots ist lediglich schade, dass sich die Sitze anders als bei manchen Konkurrenten nicht verschieben lassen. So ließe sich der 583 Liter große Kofferraum – 61 Liter mehr als beim Vorgänger – erweitern, ohne die Platzverhältnisse im Fond übermäßig einzuschränken.
Mazda bleibt Mazda
Unter der Motorhaube könnte der neue CX-5 kaum typischer für Mazda sein: Die Marke geht weiterhin ihren eigenen Weg. Während die Konkurrenz Turbomotoren mit 1,5 bis 1,6 Litern anbietet, startet der neue CX-5 ausschließlich mit einem 2,5-Liter-Motor. Seine Leistung beträgt lediglich 141 PS.
Auf dem Papier wirkt das wenig beeindruckend, auf der Straße überzeugt der Antrieb eher. Der 2.5 e-Skyactiv G ist mit einem 24-V-Mildhybridsystem gekoppelt und liefert 238 Nm zwischen 3500 und 3750 U/min. Das entspricht ungefähr dem Drehmoment kleinerer Turbomotoren.
Im Fahrbetrieb erinnert der Benzinsaugmotor mit seiner Vorliebe für niedrige und mittlere Drehzahlen stellenweise an einen Diesel. Seine Reaktion ist jedoch typisch für einen solchen Motor: unmittelbar und ohne das Zögern mancher Turbomotoren. Er lässt sich angenehm fahren, solange man ihn nicht zu stark fordert. Oberhalb von 4000 U/min drängt sich das Motorgeräusch in den Vordergrund.
Mazda hat beim neuen CX-5 außerdem das Schaltgetriebe gestrichen. Er ist nur mit der vom Vorgänger übernommenen Sechsgang-Wandlerautomatik erhältlich. Sie wurde neu abgestimmt und arbeitet meist sanft. Bei höherer Belastung reagiert sie aber nicht immer so schnell oder entschlossen, wie es nötig wäre.
Dank des größeren Hubraums und seiner Vorliebe für niedrigere Drehzahlen müssen Motor und Getriebe nicht so stark „arbeiten“ wie beim 2,0-Liter. Daraus könnte sich im „Alltag“ ein geringerer Kraftstoffverbrauch ergeben.
Zwar sind die bei diesen ersten Fahrten ermittelten Verbrauchswerte nicht besonders repräsentativ, doch die gemessenen 7,7 l/100 km auf einer Mischung aus Landstraße und Autobahn liegen nicht allzu weit vom offiziellen Wert von 7,0 l/100 km im kombinierten WLTP-Zyklus entfernt.
Der komfortabelste CX-5 aller Zeiten
Beim Fahrverhalten bleibt er ein Mazda und bewahrt jene Präzision, die die Marke gewöhnlich auszeichnet. Der Schwerpunkt dieser Generation liegt jedoch eindeutig auf dem Komfort.
Fahrbahnunebenheiten werden wesentlich sanfter abgefedert als bisher. Das macht jede Fahrt deutlich bequemer – ein besonderer Vorteil für ein Familien-SUV.
Für Fans der typischen, ausgeprägteren Mazda-Fahrdynamik mag das weniger erfreulich sein, enttäuschend fährt sich der CX-5 dennoch nicht. Er ist zwar weicher abgestimmt und neigt sich in Kurven etwas stärker, kontrolliert die Bewegungen der Karosserie aber weiterhin sehr gut. Dynamisch liegt er nach wie vor über dem Klassendurchschnitt. Auch auf der Autobahn überzeugte er mit ausgezeichneter Stabilität und sorgfältiger Geräuschdämmung – außer wiederum dann, wenn man höhere Drehzahlen ausreizt.
Lenkrad und Pedale lassen sich weiterhin vorbildlich präzise bedienen. Persönlich würde ich mir im Normalmodus etwas mehr Gewicht in der Lenkung wünschen; im Sportmodus gefällt sie mir besser.
Wenn 2,5 Liter schwerer wiegen als 141 PS
In Portugal beginnt der Preis des neuen Mazda CX-5 bei 39.988 Euro; die Preise der gesamten Modellpalette sind hier aufgeführt. Gegenüber Konkurrenten wie Volkswagen Tiguan und Hyundai Tucson ist das konkurrenzfähig. Premiummodelle wie Audi Q3 oder BMW X1 kosten mehrere Tausend Euro mehr.
Das Problem sind die 2488 cm³ Hubraum: Dadurch fällt die portugiesische Kfz-Steuer IUC höher aus als bei Konkurrenten mit 1,5- oder 1,6-Liter-Turbomotoren. Der Unterschied kann mehr als 100 Euro pro Jahr betragen. Auch wenn das beim Kauf nicht unbedingt ausschlaggebend sein muss, dürfte es dem neuen CX-5 den Weg auf dem portugiesischen Markt nicht erleichtern.
Die Motorgröße beeinflusst auch die Wahrnehmung. In einem von Hybriden und kleineren Hubräumen geprägten Umfeld wirkt ein 2,5-Liter-Benzinsauger fehl am Platz, selbst wenn der Verbrauch im „Alltag“ nicht enttäuscht.
Dennoch hätte Mazda schon zum Marktstart mehr Auswahl anbieten sollen. Bis dahin spielt der CX-5 mit einer einzigen Karte – und die ist für einen Markt wie Portugal keineswegs die geeignetste.






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