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Chevrolet Corvette ZR1X: Neuer Rekord am Nürburgring

Blauer Sportwagen Chevrolet Corvette C8 mit schwarzem Heckflügel in moderner Ausstellungshalle.
In diesem Artikel
  1. Chevrolet Corvette ZR1X mit elektrifizierter Vorderachse
  2. Vergleich mit Porsche 911 GT3 RS und Corvette ZR1
  3. Corvette ZR1 könnte 10 Sekunden schneller sein

Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden – und dieser hatte nicht lange Bestand. Der Chevrolet Corvette ZR1X wurde vor Kurzem mit einer Zeit von 6 Min. 49,275 Sek. zum schnellsten amerikanischen Auto aller Zeiten auf dem Nürburgring.

Damit unterbot er die vor rund drei Monaten aufgestellte Zeit des Ford Mustang GTD von 6 Min. 52,072 Sek. um 2,8 Sekunden. Der Mustang GTD ist ein „Monster“ mit 800 PS, doch der Corvette ZR1X hebt die „Monstrosität“ auf eine neue Stufe.

Chevrolet Corvette ZR1X mit elektrifizierter Vorderachse

Als Basis dient der Corvette ZR1, der mit seinem V8-Biturbo und 1078 PS alles andere als schwachbrüstig ist. Der ZR1X ergänzt ihn um eine elektrifizierte Vorderachse aus dem E-Ray, dem Hybrid-Corvette. Sie steuert 138 kW (188 PS) bei. Das Ergebnis sind Allradantrieb und eine maximale Systemleistung von 1267 PS.

Vergleich mit Porsche 911 GT3 RS und Corvette ZR1

Der ZR1X ist damit der stärkste Corvette aller Zeiten und nun auch der schnellste in der „Grünen Hölle“. Die erreichte Zeit dürfte die Herren in Stuttgart dennoch kaum beeindruckt haben: Der Porsche 911 GT3 RS mit lediglich 525 PS war zwar langsamer, lag mit 6 Min. 49,328 Sek. aber weniger als eine Zehntelsekunde zurück.

Zudem ist der 911 GT3 RS erheblich leichter: Er wiegt 1450 kg nach DIN, während für den Corvette ZR1X geschätzte 1860 kg angegeben werden. Auch beim Abtrieb leistet der Porsche Enormes und erreicht maximal 860 kg. Der ZR1X erzeugt mit dem ZTK-Paket 544 kg.

Wie stark das Gewicht ins Spiel kommt, zeigt auch die Zeit des Corvette ZR1, der bei derselben Gelegenheit 6 Min. 50,763 Sek. fuhr. Er war rund eineinhalb Sekunden langsamer, hat aber nur Hinterradantrieb, 188 PS weniger und ist schätzungsweise auch 115 kg leichter.

Corvette ZR1 könnte 10 Sekunden schneller sein

Trotz der ausgezeichneten Zeit des Corvette ZR1X – weniger als sieben Minuten auf dem Nürburgring sind eine bemerkenswerte Leistung – blieb am Ende ein gewisser Wunsch nach mehr. Das zeigt, dass es für eine schnelle Runde in der „Grünen Hölle“ deutlich mehr braucht als rohe Leistung. Ja, Rimac Nevera, du bist gemeint …

Die Geschichte könnte aber noch weitere Kapitel bekommen. Der bekannte YouTuber und Fahrer Misha Charoudin, der viel Erfahrung auf der Nürburgring-Nordschleife hat, untersuchte die Runde des Corvette ZR1 – nicht jene des ZR1X. Er hält den ZR1 für das Auto mit dem grösseren Potenzial auf der Rennstrecke.

In einem ausführlichen Video, das unten zu sehen ist, analysierte er die Fahrt und kam zu folgendem Schluss: Der Corvette ZR1 könnte 10 Sekunden schneller sein – etwa eine halbe Sekunde pro Kilometer.

Die Verantwortung dafür sieht Charoudin nicht beim Auto, sondern bei Brian Wallace, der die Runde gefahren ist. Wallace ist bei General Motors auch als Ingenieur für das Fahrverhalten der Fahrzeuge tätig. Er dürfte den Wagen in- und auswendig kennen, schliesslich gehörte er zum Entwicklungsteam. Wie Charoudin betont, ist er jedoch kein professioneller Rennfahrer mit Erfahrung auf der deutschen Strecke.

Bei seiner Analyse stellte Charoudin fest, dass Wallace in vielen Kurven vorsichtig fuhr. Er leitet das unter anderem daraus ab, wie der Corvette ZR1 aus manchen Kurven herauskommt, ohne die gesamte Strecke auszunutzen. Ausserdem habe der Fahrer einige Randsteine gemieden.

Laut Charoudin liegt die Geschwindigkeit in manchen Kurven unter jener eines 911 GT3 – wohlgemerkt ohne RS-Zusatz. Ist der Fahrer dort nicht so schnell wie möglich, wirkt sich das auf fast alles Weitere aus, etwa auf die auf den Geraden erreichte Geschwindigkeit.

Deshalb hält Misha Charoudin eine Verbesserung um weitere 10 Sekunden für möglich. Könnte dasselbe auch für den ZR1X gelten?

Falls seine Analyse zutrifft, würde die geschätzte Zeit den amerikanischen Supersportwagen zum zweitschnellsten Serienauto auf der Strecke machen. Nur der AMG One wäre noch schneller. Nun liegt der Ball bei Chevrolet: Folgt ein neuer Versuch mit professionellen Rennfahrern?

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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