Der renommierte Fotograf Mark arbeitet seit sehr, sehr vielen Jahren mit Top Gear zusammen. Wenn er nicht fotografiert, kauft er unangebrachte Autos. Hier teilt er seine Sucht mit der Welt.
Eigentlich sollte dies ein völlig unkompliziertes Update aus Ricci's Garage über einen weiteren Satz Geländeräder für meinen Land Cruiser werden. Wie die Bilder auf dieser Seite jedoch zeigen, wurde bislang erst ein einziges Rad ausprobiert. Zum Glück haben wir hier keine Tonspur hochgeladen – die ausgesprochen farbenfrohe Wortwahl dazu hätte uns sonst wohl gehörig Ärger eingebracht.
Ricci's Garage und die Land-Cruiser-Räder
Ärgerlicherweise hätte sich der ganze Frust sehr leicht vermeiden lassen, wenn ich auch nur irgendeinen Teil der eBay-Anzeige mit dem Hinweis „zu verkaufen“ gelesen hätte. Stattdessen setzte ich auf die Sofortbegeisterung: Masse kurz überflogen, auf „Sofort kaufen“ gedrückt und mich erst danach um all den langweiligen Kram gekümmert.
Das erste Warnsignal hätte sein müssen, dass die Fotos die Räder an einem Ford Ranger zeigten. Eine schnelle Google-Suche ergab, dass Ranger einen Lochkreis – also die Anzahl der Radbolzen und ihren Abstand zueinander – von 6 × 139 mm besitzen; derselbe Wert gilt für den neuen Land Cruiser 250. Nicht überprüft hatte ich allerdings den Durchmesser der Nabenbohrung, also jenes Lochs auf der Rückseite des Rads, das über die Nabe passt. Wie sich herausstellte, fällt diese Bohrung beim Ford Ranger deutlich kleiner aus als beim Land Cruiser.
Das fand ich erst beim Montieren des ersten Rads heraus. Die Wut, die mich dabei sofort packte, dürfte ungefähr dem Gefühl entsprechen, wenn Cycling Mikey an die Seitenscheibe klopft – besonders weil die Räder verdammt gut aussehen.
Evo Corse Dakar: robuste Räder mit falscher Nabenbohrung
Zu sehen ist ein Satz Evo Corse Dakar in 45,7 × 21,6 cm – ein Design, das wenig überraschend in zahlreichen besonders harten Motorsportdisziplinen wie Rallye und Dakar eingesetzt wird. Selbst der siegreiche Toyota Hilux fährt damit, vermutlich allerdings mit den passenden Massen für die Nabenbohrung. An diesen Rädern gefällt mir vor allem ihre beeindruckende Robustheit: Sie verleihen jedem Fahrzeug eine wirklich entschlossene Optik, erst recht zusammen mit einem grobstolligen Geländereifen, der beim Auf- und Abfahren auf der M1 wie ein Bienenschwarm hinter einem herdröhnt.
Evo Corse stellt durchaus Räder mit Land-Cruiser-Freigabe her und kann tatsächlich nahezu jeden denkbaren Einpresstiefen- und Grössenwunsch erfüllen. Meine Ungeduld und die Freude über ein vermeintliches Schnäppchen hatten mich jedoch dazu gebracht, stattdessen auf diese Ranger-Räder zu setzen.
Zwei Wege zur passenden Land-Cruiser-Montage
Eine Möglichkeit wäre, Adapter zu verwenden, die an beiden Seiten unterschiedliche Durchmesser der Nabenbohrung erlauben. Das ginge schnell und unkompliziert, wäre da nicht die bereits zu aggressive Einpresstiefe: Jeder zusätzliche Abstand würde den Land Cruiser wie einen ziemlich seltsamen Hot Rod aus den 1930er-Jahren aussehen lassen.
Die andere Lösung besteht darin, die Nabenbohrungen grösser ausdrehen zu lassen. Nach einem kurzen Gespräch mit Craig Taylor von Dyno Torque – einem Mann, der mir bei der Instandsetzung meines Pajero Evolution schon oft aus der Patsche geholfen hat – ist genau das nun der Plan.
Bei Festigkeit oder Steifigkeit sollten dadurch keine Nachteile entstehen, schliesslich beträgt die Vergrösserung nur wenige Millimeter. Wäre ich vernünftig, würde ich nun zudem strassentauglichere Reifen montieren. Aber das wird natürlich nicht passieren, weil ich ein Idiot bin. In ein paar Tagen können wir alle so tun, als wäre dieser kleine Ausrutscher nie passiert. Zumindest bis zum nächsten.






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