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Vauxhall Corsa GSE Vision Gran Turismo: elektrischer 800-PS-Wahnsinn

Futuristisches Elektroauto in Weiß und Gelb mit scharfen Linien und LED-Scheinwerfern in stilvollem Showroom.
In diesem Artikel
  1. Vauxhall Corsa GSE Vision Gran Turismo als Elektro-Studie
  2. Compass-Design, aktive Aerodynamik und Nova-Anleihen
  3. Renncockpit mit Boost-Modus

Nach unseren Berechnungen sind seit dem ersten Debüt eines Vision-Gran-Turismo-Konzepts in GT6 im Jahr 2013 insgesamt 35 solcher Studien entstanden. Meist handelte es sich um herrlich extrovertierte Entwürfe – doch einen Vauxhall Vision GT gab es bislang nie. Und darauf, dass ausgerechnet einer mit Corsa-Schriftzug kommen würde, hätte wohl kaum jemand gewettet.

Nun ist er da – und auf glorreich überdrehte Weise. Zwei Elektromotoren liefern zusammen 800 PS und 800 Nm Drehmoment. Der Allradantrieb sorgt für geradezu absurde Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h geht es in zwei Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h. Ob sich mit ein paar kleinen Anpassungen für die Simulation nicht auch 321 km/h hätten erzielen lassen?

Vauxhall Corsa GSE Vision Gran Turismo als Elektro-Studie

Der Corsa GSE Vision Gran Turismo erscheint zwar im Herbst in GT7, doch er ist weit mehr als ein hochkarätiger Konzept-Exzess, der auf die Videospielwelt beschränkt bleibt. Das Kürzel GSE im Namen verweist auf die grössere Absicht dahinter: Das Unternehmen definiert seine Performance-Submarke für das Elektrozeitalter weiter neu. So komisch übermuskulös der Wagen auch wirken mag, basiert er auf der neuen globalen STLA-BEV-Plattform des Konzerns. Wer sehr genau hinsieht, entdeckt deshalb bereits Hinweise auf den nächsten Corsa als Serienmodell.

Im Vordergrund stehen beim GSE-Konzept allerdings Anklänge an die Gruppe-B-Rallyeautos der Achtzigerjahre, kombiniert mit dem unvermeidlichen Techno-Angriff von Gran Turismo. Dabei geht es mit der Designphilosophie „bold and pure“ von Vauxhall – beziehungsweise Opel – erfreulich unbekümmert um. Offensichtlich hatte hier jemand grossen Spass, dennoch wirkt das Design zugleich erstaunlich präzise und sauber ausgearbeitet. Ähnlich wie beim N Vision 74 von Hyundai ist der Haben-wollen-Faktor enorm.

TopGear.com konnte die Studie vorab im Studio begutachten und bestätigen: Dieses kleine Biest überzeugt auch ausserhalb des Bildschirms. Zu den stärksten Details zählen die ineinandergreifenden Formen, bei denen gelbe Flächen kühn durch die perlweissen Bereiche schneiden. Besonders die Front interpretiert die Fahrzeugform mit ihrer schnabelartigen Gestaltung raffiniert neu und nutzt geschickt aus, dass kein Verbrennungsmotor untergebracht werden muss. Die Batterien sitzen im Fahrzeugboden.

Die Visor-Front ist zwar nicht neu, erreicht hier aber in mehrfacher Hinsicht ihren bisherigen Höhepunkt. Das Griffin-Emblem leuchtet und bildet das Zentrum eines weiteren neuen Gestaltungselements: des „Compass“. Von dort breitet sich dieses Motiv aus und schafft das visuelle Rückgrat des Autos.

Compass-Design, aktive Aerodynamik und Nova-Anleihen

Am Heck taucht der „Compass“ erneut auf, diesmal im Vauxhall-Logo und im Bremslicht. Zunächst dürfte das aber kaum auffallen, denn ein riesiger gelber Diffusor und der Heckspoiler ziehen sämtliche Blicke auf sich. Die Aerodynamik arbeitet aktiv und passt den verfügbaren Abtrieb jeweils an die Anforderungen an. Zudem kann der Spoiler als Luftbremse eingesetzt werden.

Auffällig ist auch die Vielzahl dreieckiger Motive, etwa bei den Rädern, deren Gestaltung an die Leichtmetallfelgen des Nova SRi aus den Achtzigerjahren erinnert. Zwar handelt es sich um Aeroräder, vollständig verkleidet sind sie jedoch nicht – um die Bremsleistung nicht zu beeinträchtigen. Vorn messen die schwarz-gelben Räder 53 cm, hinten sind es 56 cm; dort kommt ein weisses Finish über gelbem Grund zum Einsatz.

Weitere Verweise auf die ursprünglichen Nova- und Corsa-Modelle sind die ausgeprägten Kotflügelverbreiterungen, die helfen, turbulente Luftströmungen zu ordnen. Gefertigt werden sie aus einem Material des Verbundspezialisten Bcomp. Es wird ähnlich wie Carbon verarbeitet, besteht jedoch aus Flachs und ist um 40 Prozent nachhaltiger.

„Man könnte das weisse Teil abnehmen und das Auto trotzdem fahren. Unter den stärker modellierten Elementen steckt ein präzises Chassis“, erklärt der langjährige Designchef Mark Adams. „Wir wollten mit den Videospiel-Elementen nicht völlig übertreiben. Unser Ziel war es, Technik und Schönheit zu verbinden, weichere Formen beizubehalten und nicht zu brutal zu werden. Es geht darum, scharfe und bedeutungsvolle Übergänge zwischen den Flächen zu schaffen.“

Renncockpit mit Boost-Modus

Auch der Innenraum tritt kraftvoll und ohne jede Zurückhaltung als Rennwagen-Cockpit auf. Man steigt über breite Schweller ein, lässt sich in einen Sitz sinken, dessen oberer Bereich am Überrollkäfig fixiert ist, und blickt durch das rechteckige Lenkrad auf das Head-up-Display. Alles ist bewusst minimalistisch gehalten: Weil der Sitz fest montiert ist, lassen sich stattdessen die Pedale verstellen. Zusätzliche Informationen werden auf die beleuchteten Stoffe projiziert, welche Armaturenbrett und Türeinsätze überziehen. Die Schöpfer nennen das „Malen mit Licht“. Uns gefallen aber auch die sichtbaren Schraubenköpfe.

Im Interieur sind ebenfalls offen sichtbare Strukturelemente vorhanden, die den Ansatz der Karosserie aufgreifen. Zusätzlich gibt es einen Boost-Modus, der für bis zu vier Sekunden 81 PS extra bereitstellt. Danach lässt er sich in vier Abschnitten zu je 20 Sekunden wieder aufladen. Die Batterie verfügt übrigens über 82 kWh Kapazität, während das gesamte Fahrzeug nur 1.170 kg wiegt.

„Wir haben es dem Designteam ganz offen überlassen und sie wirklich dazu ermutigt, sich selbst auszudrücken“, sagt Adams über den Entstehungsprozess. „Das war vor ungefähr 12 Monaten. Danach reduzierten wir die Auswahl auf fünf oder sechs Entwürfe und liessen CAD-Modelle erstellen, was heute ein sehr schneller Prozess ist. Es geht hier nicht nur um den nächsten Corsa, sondern auch um Hinweise auf weitere Modelle im künftigen Portfolio. Einige der Flächengestaltungen dieses Autos und die grafischen Elemente werden wir in kommende Modelle übernehmen.

„Es gibt viele Möglichkeiten, aber das überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft.“

Für den Moment genügt ein elektrischer Corsa mit 800 PS und 320 km/h allemal.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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