Ob du ein Boot, ein Motorrad oder einen Wohnwagen transportieren möchtest: Für das Fahren eines Autos mit Anhänger genügt eine „Anhängerkupplung“ allein nicht.
Sowohl für die Lenkerin oder den Lenker als auch für das Fahrzeug und den Anhänger selbst gelten zahlreiche Vorschriften, wenn du unangenehme Folgen vermeiden willst.
In diesem Artikel erfährst du, welche das sind und wie du ein Auto mit Anhänger legal und sicher fahren kannst.
Eine Frage des Gewichts
Beim Fahren eines Autos mit Anhänger ist das Gewicht der erste entscheidende Punkt. Dabei musst du drei Werte kennen: das Gewicht des Autos, jenes des Anhängers und selbstverständlich die maximal zulässige Anhängelast.
Wie du weisst, berechtigt der Führerschein der Klasse B zum Lenken von Kraftfahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3500 kg, die höchstens neun Personen einschliesslich der Fahrerin oder des Fahrers befördern.
Der Anhänger darf ein Gesamtgewicht von 750 kg haben oder auch schwerer sein, sofern das Gesamtgewicht der Kombination aus Auto und Anhänger 3500 kg nicht übersteigt.
Liegt das Gesamtgewicht des Gespanns hingegen zwischen 3500 kg und 4250 kg, benötigst du einen Führerschein der Klasse B+E.
Kennzeichen am Anhänger? Das Gewicht entscheidet
Auch beim Kennzeichen spielt das Gewicht eine Rolle: Hat der Anhänger ein Gesamtgewicht von bis zu 300 kg, benötigt er kein eigenes Kennzeichen. Verdeckt er jedoch das Kennzeichen des ziehenden Autos, muss dieses zusätzlich am Heck des Anhängers angebracht werden.
Bei einem Anhänger mit mehr als 300 kg Gesamtgewicht sind ein eigenes Kennzeichen, ein Fahrzeugzulassungsdokument und eine Versicherung erforderlich.
Beträgt sein Gesamtgewicht mindestens 750 kg und höchstens 3500 kg, muss er zudem zur verpflichtenden wiederkehrenden Überprüfung. Die erste findet zwei Jahre nach dem Datum der Erstzulassung statt, danach ist sie jährlich fällig.
Dieses Video erinnert daran, weshalb es wichtig ist, die maximal zulässige Anhängelast zu kennen:
Ohne Beleuchtung darf er nicht fahren
Genau wie Autos im Strassenverkehr müssen auch Anhänger mit mehreren Leuchten ausgestattet sein, damit sie verkehren dürfen.
Ist ein Anhänger breiter als 1,6 m oder breiter als das Zugfahrzeug, muss er vorne zwei weisse Begrenzungsleuchten haben.
Am Heck sind folgende Leuchten vorgeschrieben: eine Kennzeichenleuchte, zwei rote Schlussleuchten, zwei rote Bremsleuchten – ausser die Bremsleuchten des Autos sind vollständig sichtbar –, Blinker sowie bei Anhängern, die nach dem 27. Mai 1990 zugelassen wurden, eine Nebelschlussleuchte.
Ausserdem müssen am hinteren Bereich des Anhängers zwei rote dreieckige Rückstrahler angebracht sein. An den Seiten benötigen Anhänger, die nach dem 30. September 1994 zugelassen wurden, nicht dreieckige gelbe Rückstrahler.
Als letzte Vorgabe zur Beleuchtung ist ein 13-poliger Elektrostecker verpflichtend, der eine Rückfahrleuchte ermöglicht.
Zugelassen, aber nicht überall gültig
Vielleicht wusstest du es noch nicht: Die Zulassung von Anhängern gilt auf nationaler Ebene. Möchtest du mit einem Auto und Anhänger in einem anderen Land fahren, solltest du daher prüfen, ob das Reiseziel die in deinem Land ausgestellte Zulassung anerkennt.
Zum Glück verkaufen viele Anhängerhersteller Modelle mit unterschiedlichen Zulassungen für mehrere Länder. Trotzdem solltest du sicherstellen, dass dein Anhänger diese Voraussetzung im jeweiligen Reiseland oder in allen Ländern deiner Route erfüllt.
Und wie sieht es mit der Geschwindigkeit aus?
Ein Artikel über die Regeln für das Fahren eines Autos mit Anhänger wäre nicht vollständig ohne einen Hinweis auf die geltenden Geschwindigkeitslimits.
Innerhalb von Ortschaften bleibt die Höchstgeschwindigkeit zwar bei 50 km/h, auf anderen Strassen gelten jedoch niedrigere Begrenzungen.
Auf Nationalstrassen sinkt das Limit beispielsweise auf 70 km/h. Auf Strassen, die Autos und Motorrädern vorbehalten sind, beträgt es 80 km/h, auf Autobahnen 100 km/h.






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