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Slate Auto: Der einfache Elektro-Pick-up von Jeff Bezos

Elektro-Pickup in Dunkelgrau und Orange bei Sonnenuntergang in offener Landschaft, Gelände mit Bergen im Hintergrund.

Kaum glaubt man, das Thema Elektro-Pick-ups von Milliardären sei endgültig ausgereizt, rollt schon der nächste ganz beiläufig ins Gespräch. Diesmal geht es um einen Truck von Slate Auto, einem neuen, ausgesprochen verschwiegenen Autohersteller aus Troy im US-Bundesstaat Michigan.

Ist dieses Modell kugelsicher? Kann es schweben oder dank enormer Rechenleistung Klingonisch ins Englische übersetzen? Nein, nichts davon. Der Slate Truck verfolgt vielmehr ein radikal schlichtes Konzept: ein unkomplizierter zweisitziger Pick-up mit einem einzelnen Elektromotor an der Hinterachse.

Slate Truck: Reichweite und Fahrleistungen

Mit dem serienmässigen 52,7-kWh-Akku soll der Slate Truck eine Reichweite von 240 km schaffen; mit dem optionalen 84,3-kWh-Akku sollen es 386 km sein. Die Leistung wird mit rund 201 PS und das Drehmoment mit 264 Nm angegeben. Den Sprint von 0 auf 97 km/h soll er in beachtlichen acht Sekunden erledigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt angeblich bei 145 km/h.

Auch bei der Ausstattung bleibt es konsequent einfach: Kurbel-Fensterheber, Heizung und Klimatisierung – und kaum mehr. Wer ein Infotainmentsystem möchte, muss das eigene Smartphone oder Tablet am Armaturenbrett befestigen. Sicherheitsausstattung muss man zum Glück nicht selbst mitbringen: Vorgesehen sind zumindest bis zu acht Airbags, ein Frontkollisionswarner und eine Notbremsfunktion.

Der Truck ist also weder ein Reichweitenkönig noch ein Beschleunigungsmonster und wird vermutlich auch kein heisses Blei abhalten. Dafür soll er das Budget schonen. Die reduzierte Auslegung soll einen Preis von unter 20.000 US-Dollar nach staatlichen US-Förderungen ermöglichen. Ja, genau.

Umbau zum SUV und Zubehör für den Slate Truck

Mit einem optionalen Zubehörpaket lässt sich der Slate zudem in einen SUV mit fünf Sitzplätzen verwandeln. Slate wirbt ausserdem mit „unbegrenzter Personalisierung“: Hunderte weitere Zubehörteile sollen den Pick-up zum persönlichen Wunschfahrzeug ausbauen. Auch individuelle Folierungen stehen zur Auswahl. Insgesamt wird der Slate Truck stark mit einem Do-it-yourself-Ansatz vermarktet, ähnlich wie der Ford Maverick in seiner frühen Werbephase.

Nun sollte wohl der Milliardär im Raum angesprochen werden. Nach allem, was über Slate Auto bekannt ist, steht Jeff Bezos von Amazon hinter dem Unternehmen. Das würde erklären, wie ein völlig neues Unternehmen nahezu im Verborgenen ein komplett neues Auto entwickeln konnte. Bezos wird zwar weder als Gründer noch als CEO von Slate Auto präsentiert, doch das Unternehmen ist im Hintergrund eng mit Amazon verknüpft. Geschäftsführerin ist tatsächlich Chris Barman, eine Chrysler-Veteranin mit fast 20 Jahren Erfahrung, darunter eine Station als Vizepräsidentin für Elektrik und Elektronik.

Das Ganze klingt durchaus spannend. Die Vergangenheit lehrt zwar, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben, doch im Unterschied zu anderen Autoankündigungen brandneuer Unternehmen wirkt dieses Projekt sehr plausibel. Keine Showeffekte und keine abwegigen Versprechen, sondern einfach ein günstiger, schlicht gehaltener Truck für den Alltag. Es bleibt abzuwarten, was daraus wird, aber wir sind gespannt, wie sich das entwickelt.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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