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MG Hector Tomahawk EV: Elektro-SUV mit 500 km Reichweite für unter 13.000 Euro

Grüner moderner TOMAHAWK EV Elektro-SUV in Showroom-Umgebung mit Beleuchtung und technischem Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Die Batterie wird separat verrechnet
  2. Ein bereits bekanntes Konzept
  3. MG Hector Tomahawk EV: Günstig, aber keineswegs klein
  4. Ursprung in China

Ein siebensitziges Elektro-SUV mit mehr als 200 PS und 500 km Reichweite für weniger als 13.000 Euro klingt kaum glaubhaft. Genau ein solches Modell hat MG nun in Indien auf den Markt gebracht.

Der neue MG Hector Tomahawk EV kostet ab 1.399.000 Rupien, was zum aktuellen Wechselkurs rund 12.570 Euro entspricht. Das ist bemerkenswert wenig: Zum Vergleich liegt dieser Betrag etwa 2.400 Euro unter den 14.950 Euro, die in Portugal für den günstigsten Dacia Sandero verlangt werden.

Allerdings gibt es dabei einen entscheidenden Haken: Zu diesem Preis ist die Batterie nicht enthalten. Dahinter steckt ein Geschäftsmodell, das bereits früher bekannt war und in Indien nun wieder an Bedeutung gewinnt: Battery-as-a-Service (BaaS). Die Batterie wird also gemietet statt gekauft.

Die Batterie wird separat verrechnet

Der „Kampfpreis“ gilt für den Hector Tomahawk EV mit BaaS-Programm. Die Kosten für den Akku werden vom Fahrzeugpreis getrennt, wobei Kundinnen und Kunden 4,90 Rupien pro gefahrenem Kilometer bezahlen – umgerechnet etwa 0,04 Euro.

Damit steigt die Rechnung für die Batterie mit jeder zusätzlichen Fahrt. Die für das Laden benötigte elektrische Energie ist in diesem Betrag noch nicht enthalten.

Der Vorteil zeigt sich beim Kauf: Da die teuerste Komponente eines Elektroautos nicht im Anschaffungspreis enthalten ist, kann MG für ein SUV dieser Größe einen ungewöhnlich niedrigen Einstiegspreis ausrufen.

Wer den Hector Tomahawk EV lieber inklusive Batterie erwerben möchte, muss mindestens 1.949.000 Rupien beziehungsweise rund 17.520 Euro bezahlen. Auch das ist noch äußerst günstig: Damit kostet er weniger als der kleine Dacia Spring.

Zudem ist ein weiterer Punkt zu beachten: Der Preis von 12.570 Euro gilt als Einführungsangebot und steht nur für eine begrenzte Zahl an Reservierungen zur Verfügung.

Ein bereits bekanntes Konzept

Die Trennung von Fahrzeug- und Batteriekosten ist keineswegs neu. In Europa setzte Renault über mehrere Jahre hinweg auf ein ähnliches Modell.

Die ersten Elektroautos von Renault, darunter der Zoe, waren auch ohne Batterie erhältlich. Der Akku blieb Eigentum von Renault und wurde von den Kundinnen und Kunden gegen monatliche Raten gemietet, deren Höhe von der vereinbarten Kilometerleistung abhing.

Das Prinzip war vergleichbar: Durch das Herausrechnen der Batterie sollte der Kaufpreis des Fahrzeugs sinken. Beim BaaS-Programm von MG richtet sich die Batteriegebühr allerdings nach der tatsächlichen Nutzung des Autos und wird über Finanzpartner abgewickelt.

MG Hector Tomahawk EV: Günstig, aber keineswegs klein

Trotz seines niedrigen Einstiegspreises handelt es sich nicht um einen kleinen Elektro-Stadtwagen. Der Hector Tomahawk EV ist 4,745 m lang, verfügt über einen Radstand von 2,81 m und wird wahlweise mit fünf oder sieben Sitzen angeboten. Damit bewegt er sich größenmäßig auf einem ähnlichen Niveau wie ein Skoda Kodiaq.

In der fünfsitzigen Ausführung fasst der Kofferraum 610 Liter. Bei sieben Sitzen stehen bei voll genutzter Sitzreihenkonfiguration noch 192 Liter zur Verfügung.

Unter der Karosserie sitzt eine 69,2-kWh-Batterie, die einen vorn montierten Elektromotor mit 150 kW (204 PS) und 310 Nm versorgt. MG gibt eine Reichweite von bis zu 517 km nach dem indischen MIDC-Homologationszyklus an, der weniger streng ausfällt als der in Europa verwendete WLTP-Zyklus.

Beim Gleichstrom-Schnellladen sind bis zu 90 kW möglich. Die höher ausgestatteten Varianten bieten zusätzlich bidirektionales Laden, einschließlich der Funktionen V2L (vehicle-to-load) und V2H (vehicle-to-home). Damit lässt sich die in der Batterie gespeicherte Energie entweder für externe Geräte oder sogar für die Stromversorgung eines Hauses nutzen.

Ursprung in China

Trotz des MG-Emblems wurde der Hector Tomahawk nicht vollständig neu entwickelt. Er ist eine für Indien angepasste Version des Wuling Starlight 560, der vom Hersteller SAIC-GM-Wuling gebaut wird. Dieses Joint Venture besteht aus SAIC Motor, dem Eigentümer von MG, General Motors und Wuling.

Neben der Elektroversion ist der Hector Tomahawk auch als Plug-in-Hybrid erhältlich. Dort arbeitet ein 1,5-Liter-Benzinmotor mit einem Elektromotor und einer 20,5-kWh-Batterie zusammen. Die angegebene rein elektrische Reichweite beträgt in diesem Fall bis zu 115 km, während die kombinierte Reichweite mehr als 1.100 km erreichen soll.

Auch der Preis fällt höher aus: Mit Batterie-Mietservice (BaaS) beginnt er bei 2.179.000 Rupien, also rund 19.590 Euro. Die Kilometergebühr liegt bei dieser Variante bei 3,20 Rupien, was ungefähr drei Cent entspricht. Ohne diesen Service steigt der Einstiegspreis auf 2.569.000 Rupien beziehungsweise etwa 23.100 Euro.

Derzeit gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der MG Hector Tomahawk in Europa angeboten werden soll.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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