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FIAT Grande Panda 1.2 Turbo im Test: Einfach gut gefahren

Gelber Fiat Grande Panda Kleinwagen in modernem Showroom mit Spiegelwand auf glänzendem Boden.
In diesem Artikel
  1. Ganz er selbst
  2. Modern und funktional
  3. Der Grande Panda überrascht mit viel Platz
  4. Auf die altmodische Art
  5. Leicht, unkompliziert und angenehm
  6. Komfort hat Vorrang
  7. Sparsam und günstig
  8. Urteil
  9. Technische Daten

Der Grande Panda ist genau jene Art von Auto, die daran erinnert, dass es weder ein Übermaß an Technik noch enorme Leistung braucht, um ein interessantes Fahrerlebnis zu bieten.


Mit dem Schritt vom Panda zum Grande Panda ist FIATs Kleinwagen so stark gewachsen wie nie zuvor. Eines blieb jedoch gleich: Es gibt weiterhin eine Variante für alle, die einfach ein neues Auto wollen, ohne dafür mehr als nötig auszugeben.

In einer Zeit, in der Elektrifizierung das „Gebot der Stunde“ ist, bleiben Verbrennerversionen der Einstieg ins Modellprogramm – und der Grande Panda bildet da keine Ausnahme.

Die Ausführung mit 1,2-Liter-Turbobenziner, 100 PS und Sechsgang-Handschaltung ließ lange auf sich warten; zeitweise wurde sogar darüber diskutiert, ob sie überhaupt kommen würde. Nun ist sie da. Doch ist sie auch sinnvoll? Um das herauszufinden, haben wir sie getestet.

Ganz er selbst

Die größte Stärke des Grande Panda liegt vermutlich darin, dass er deutlich größer geworden ist, ohne seine Identität einzubüßen. Mit knapp vier Metern Länge ist er längst nicht mehr der kleine Stadtwagen, den man traditionell mit diesem Namen verbindet.

Trotzdem sorgen die kantige Karosserie, die robusten Proportionen und die vom Original inspirierten Grafikdetails dafür, dass er sofort als Panda erkennbar ist. Persönlichkeit hat dieses Modell ebenfalls reichlich.

Pixelartig gestaltete Leuchten, Kunststoffbeplankungen, vertieft eingeprägte Schriftzüge in der Karosserie und vergleichsweise schlicht gehaltene Flächen verleihen ihm einen modernen, widerstandsfähigen Auftritt.

Obwohl wir die Version La Prima gefahren sind, ist das beste Kompliment für den Grande Panda, dass sein Design selbst in der Basisausstattung „genau richtig“ wirkt. Das zeigt: FIAT hat ein bewährtes Rezept angewandt und ein leistbares Modell mit viel Charakter geschaffen.

Modern und funktional

Im Innenraum setzt sich dieses Konzept fort. Manche Materialien machen klar, dass der Preis im Blick behalten wurde. FIAT gleicht das jedoch mit gestalterischen Details aus, etwa mit dem Kunststoffelement, das vom Zentraldisplay ausgeht und an die ovale Teststrecke auf dem Lingotto erinnert.

Die reduzierte Gestaltung bringt außerdem eine Ergonomie mit sich, wie man sie in modernen Autos schon lange kaum mehr findet – chinesische Marken dürfen sich das für die Zukunft ruhig notieren. Alle Bedienelemente sind rasch gefunden, während die erhöhte Sitzposition das Ein- und Aussteigen erleichtert und einen guten Überblick über das Geschehen rund ums Auto ermöglicht.

In dieser La Prima kommt eine umfangreiche Zusatzausstattung hinzu, darunter das digitale Kombiinstrument, der 10,25-Zoll-Zentralbildschirm und die Klimaautomatik. Mein persönliches Lieblingsdetail ist dennoch das zweite Handschuhfach oben auf dem Armaturenbrett, das „Bambox“ genannt wird.

Mit drei Litern Fassungsvermögen und echtem Bambusfaseranteil schafft es nicht nur zusätzlichen Stauraum. Es bringt auch Farbe in den Innenraum und beweist, dass es keiner hohen Ausgaben bedarf, um ein Cockpit etwas besonderer zu machen.

Der Grande Panda überrascht mit viel Platz

Dank der beinahe quadratischen Karosserie werden die verfügbaren Zentimeter ausgezeichnet genutzt, was vor allem im Fond auffällt. Für ein Auto mit lediglich vier Metern Länge bietet er reichlich Platz für Passagiere und ein Raumgefühl, das man auf den ersten Blick kaum erwartet.

Auch der Kofferraum fällt mit 412 Litern für dieses Segment großzügig aus. Letztlich befolgt der Grande Panda die Lehre des Originals „ganz genau“: Lässt sich die Länge nicht wesentlich erhöhen, muss der vorhandene Raum effizienter genutzt werden.

Auf die altmodische Art

In einer von Elektrifizierung geprägten Ära war es ein erfreulicher Kontrast, am Steuer des Grande Panda Platz zu nehmen.

Statt komplizierter Bedienkonzepte oder Dutzender Sicherheitssysteme und Fahrmodi, die vor dem Losfahren ausgewählt werden wollen, genügt es, den Schlüssel im Zündschloss umzudrehen – ja, einen Startknopf gibt es nicht –, den ersten Gang einzulegen und loszufahren.

Diese Einfachheit und unkomplizierte Bedienung führten in den ersten Kilometern zur Frage, ob wir Autos nicht übermäßig verkompliziert haben. Nach einigen Tagen hatte ich darauf bereits eine Antwort.

Leicht, unkompliziert und angenehm

Die Lenkung geht leicht, die Kupplung ebenso, und auch die Handschaltung verlangt keinen besonderen Kraftaufwand. Alles ist darauf ausgelegt, das Fahren einfach und wenig anstrengend zu gestalten – besonders im Stadtverkehr, also genau dort, wo sich der Grande Panda „wie ein Fisch im Wasser“ fühlt.

Die hohe Sitzposition, die gute Rundumsicht und die weiterhin recht kompakten Abmessungen helfen dabei, rasch ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo seine vier Meter beginnen und enden.

Seine Leichtigkeit und Souveränität im urbanen Umfeld bedeuten aber nicht, dass der Grande Panda auf offener Straße eingeschüchtert wäre. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit 100 PS ist gewiss kein Leistungswunder, doch die 205 Nm Drehmoment sorgen für ausreichend flotte Reaktionen im Alltag und auch auf der Autobahn.

Natürlich muss man außerhalb der Stadt – ganz wie früher – mit der angenehm präzisen Schaltung arbeiten, um dem 1,2-Liter-Motor alles abzuverlangen, was er bieten kann. Die 100 PS reichen aus, um ein gutes Tempo zu halten, übrig bleiben sie jedoch nicht. Bei Zwischenspurts oder Überholmanövern, vor allem bei höherem Tempo, ist Vorausplanung gefragt.

Ja, man wird deutlich stärker ins Fahren eingebunden. In einer Zeit, die immer mehr auf Automatisierung zusteuert, ist das erfreulich. Anstrengend ist es letztlich nicht. Es ist einfach nur … Fahren.

Komfort hat Vorrang

Wie erwartet, strebt der Grande Panda nicht nach dem „Olymp“ der dynamischsten Kleinwagen, macht aber dennoch Spaß. Seine Agilität erreicht nicht jene seiner Vorgänger – die größeren Abmessungen lassen das nicht zu –, doch im dichten Stadtverkehr schlägt er sich weiterhin gut.

Das Fahrwerk ist eindeutig auf Komfort abgestimmt, und die höhere, schmalere Karosserie macht sich bemerkbar, wenn das Tempo steigt. Die Lenkung kommuniziert nur wenig, Karosserieneigung ist vorhanden, doch das Fahrverhalten bleibt berechenbar und sicher. Dieses Auto will Bodenwellen lieber souverän überrollen, als auf einer kurvigen Straße beeindrucken zu wollen.

Sparsam und günstig

Bei normaler Fahrweise hält der 1,2-Liter-Turbo den Verbrauch auf einem vernünftigen Niveau. Laut Datenblatt beträgt der WLTP-Wert 5,7 l/100 km. Nach einigen Tagen am Steuer, darunter viele Strecken außerhalb des „Großstadtdschungels“, seines natürlichen Reviers, zeigte der Bordcomputer sogar günstigere Werte von rund 5 l/100 km an.

Kombiniert man den niedrigen Verbrauch mit dem konkurrenzfähigen Preis – der Icon startet bei 20.350 Euro, die La Prima bei 23.350 Euro –, wird der Grande Panda zu einem verlockenden Angebot für alle, die schlicht ein neues, geräumiges und praktisches Auto suchen.

Ja, er kostet mehr als ein Dacia Sandero. Dafür bietet er Persönlichkeit und Stil, an die das rumänische Modell nur in den teureren Varianten herankommt. Gegenüber seinem „Cousin“, dem Citroën C3, zeigt er, dass ein niedriger Preis und die Fähigkeit, „beim Vorbeifahren Blicke auf sich zu ziehen“, durchaus vereinbar sind.

Urteil

Technische Daten

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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