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Skoda Peaq könnte einer der besten Skoda aller Zeiten sein

Grüner Skoda Perq One SUV steht in modernem Autohaus auf reflektierendem Bodenboden vor großen Fenstern.
In diesem Artikel
  1. Grösser als der Kodiaq
  2. Innenraum mit zahlreichen Neuheiten
  3. Mehr Raum bietet nur ein Nutzfahrzeug
  4. Der Skoda Peaq fühlt sich premium an
  5. Über den Preis müssen wir noch sprechen …
  6. Technische Spezifikationen

Er ist gerade erst angekommen, und wir haben ihn erst rund 200 Kilometer gefahren – doch der Peaq könnte einer der besten Skoda aller Zeiten sein.


Guilherme Costa hat es hier bereits geschrieben, und ich kann es nur bestätigen: Skoda entwickelt mit vielen Zutaten aus dem Volkswagen-Konzern Fahrzeuge, die meiner Ansicht nach mindestens das Niveau der deutschen Marke erreichen, teils sogar darüber liegen. Allein das zeigt, wie stark sich der tschechische Hersteller in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie überzeugend seine Arbeit ausfällt. Der neue Skoda Peaq ist dafür ein Paradebeispiel.

Zusammen mit dem Epiq wird der Peaq das Elektroangebot der tschechischen Marke verdoppeln. Er ist das grösste SUV, das Skoda je auf den Markt gebracht hat, bietet Platz für bis zu sieben Personen, fährt rein elektrisch und verspricht mit der grössten Batterie mehr als 640 Kilometer Reichweite.

Genau eine solche Variante durfte ich auf einer mehr als 200 Kilometer langen Strecke erleben, die von München in Deutschland bis ins Tirol in den österreichischen Alpen führte.

Grösser als der Kodiaq

Mit 4874 mm Länge und 2965 mm Radstand übernimmt der neue Skoda Peaq die Spitzenposition im Modellprogramm. Wortspiele beiseite: Er ist das neue Flaggschiff der Marke und als elektrisches Gegenstück zum Kodiaq gedacht, fällt in nahezu allen Abmessungen jedoch grösser aus.

Nach dem Epiq – die Namen sind sich sehr ähnlich, ich weiss … – ist der Peaq das zweite Skoda-Modell, das die neue Designsprache Modern Solid vollständig übernimmt. Das zeigt sich sofort an der schwarzen „Maske“, welche die Scheinwerfer miteinander verbindet, ebenso wie an der neuen T-förmigen Lichtsignatur nahe den äusseren Enden.

Zusammen mit der Breite von rund 1,87 Metern und der stark konturierten Motorhaube entsteht meiner Meinung nach ein sehr souveräner Auftritt, der im Strassenverkehr kaum unbemerkt bleiben dürfte.

Auch in der Seitenansicht gibt es Bemerkenswertes zu entdecken. Neben der grosszügigen Fensterfläche, dem „Skoda“-Schriftzug an der D-Säule und der hohen Schulterlinie ist der Peaq zudem der erste Skoda mit bündig integrierten Türgriffen. Diese Lösung gefällt nicht allen, trägt aber zu einem Luftwiderstandsbeiwert (Cw) von nur 0,249 bei.

Innenraum mit zahlreichen Neuheiten

Die Veränderungen beschränken sich keineswegs auf die Karosserie. Im Innenraum führt das neue tschechische Elektro-SUV mehrere Lösungen ein, die bislang in keinem Modell der Marke zu sehen waren – allen voran der zentrale Bildschirm.

Mit 13,6 Zoll führt er ein komplett neues, Android-basiertes Infotainmentsystem ein und wird erstmals im Hochformat eingebaut. Darunter bietet der Peaq, anders als manche Modelle anderer Hersteller, weiterhin physische Tasten, etwa zur Bedienung der Klimatisierung.

So mutig Skoda bei diesem Thema auch vorgeht, ich hätte mir dennoch mehr echte Bedienelemente gewünscht – so, wie sie in den übrigen Modellen der Baureihe zu finden sind.

Der zentrale Bildschirm liess sich zwar ausgesprochen intuitiv bedienen, doch Funktionen, die man besonders oft benötigt, sind mit einem einzigen Tastendruck einfach besser erreichbar. Immerhin können bestimmte Funktionen am unteren Bildschirmrand angeheftet werden, wodurch sie schneller verfügbar sind.

Eine weitere Premiere findet sich auf der Mittelkonsole: Zwei kabellose Ladeflächen mit magnetischer Fixierung verhindern, dass kompatible Smartphones in Kurven verrutschen. Die Ladefläche für den Fahrer liefert 25 W – dieselbe Leistung bieten auch die USB-C-Anschlüsse.

Damit sind die Neuerungen noch nicht erschöpft. Der Peaq ist der erste Skoda mit einem elektrochromen Panoramadach. Es verfügt über mehr als 2,1 m² Glasfläche, deren Transparenz über neun unabhängig voneinander steuerbare Segmente angepasst werden kann.

Dazu kommt ein eigens für dieses Modell gemeinsam mit Sonos entwickeltes Soundsystem mit 16 Lautsprechern, darunter ein Subwoofer, und 755 W Leistung.

Mehr Raum bietet nur ein Nutzfahrzeug

Sobald man auf der Rückbank Platz nimmt, wird besonders deutlich, was der fast drei Meter lange Radstand bewirkt. Beinfreiheit und Kopffreiheit sind im Überfluss vorhanden.

Zu den grossen Stärken des neuen Skoda Peaq gehört die Wahl zwischen fünf und sieben Sitzplätzen. Davon hängt auch das Kofferraumvolumen ab: In der fünfsitzigen Ausführung stehen 935 Liter bereit, bei sieben Sitzen sinkt der Wert geringfügig auf 890 Liter.

Mindestens ebenso relevant sind die 300 Liter Kofferraumvolumen, die selbst bei aufgestellten sieben Sitzen verbleiben. Werden die beiden hinteren Sitzreihen umgelegt, übersteigt der Laderaum die Marke von 2000 Litern deutlich.

In beiden Varianten besitzt dieses SUV, im Unterschied zu anderen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns, zusätzlich einen Frunk mit 37 Litern. Mehr Platz gibt es wohl nur in einem Nutzfahrzeug …

Der Skoda Peaq fühlt sich premium an

Schon auf den ersten Kilometern am Steuer macht der neue Skoda Peaq klar, wofür er steht. Obwohl er auch mit 19- und 20-Zoll-Rädern erhältlich ist, war mein Testwagen mit den grössten 21-Zoll-Felgen ausgestattet. Dennoch hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass der Komfort darunter leiden würde.

Die passiven Fahrwerke arbeiten ohne Frage kompetent, doch verantwortlich dafür ist vor allem die adaptive Federung dieses Fahrzeugs. Sie filterte Unebenheiten auf einem Niveau heraus, das man von den typischen deutschen Premium-Angeboten kennt.

Auch nach einigen zügig gefahrenen Kilometern mit straffer abgestimmtem Fahrwerk blieb kein Zweifel: Der Peaq bevorzugt eine entspannte Gangart, bei der Komfort, Solidität und die ruhige Art, mit der er über den Asphalt gleitet, im Mittelpunkt stehen.

Unter dem Blech ist ebenfalls beinahe alles neu. Das tschechische SUV basiert auf der neuen MEB-Plus-Plattform. Anders als der Epiq wird dieses Modell jedoch sowohl mit Heckantrieb als auch mit Allradantrieb angeboten.

Das SUV ist in drei Leistungsstufen verfügbar. Das Einstiegsmodell Peaq 60 kombiniert eine 63-kWh-Batterie mit einem Elektromotor, der 150 kW (204 PS) und 350 Nm Drehmoment leistet. Damit sind mehr als 450 km Reichweite nach WLTP möglich.

Am anderen Ende des Angebots steht der Peaq 90x. Er nutzt mit 91 kWh die grösste Batterie, die je in einem Skoda-Elektroauto verbaut wurde, sowie zwei Motoren – einen an jeder Achse. Daraus ergeben sich eine kombinierte Leistung von 220 kW (299 PS) und bis zu 610 km Reichweite.

Doch aller guten Dinge sind drei. Die von mir gefahrene Version halte ich für die interessanteste, zumindest aber für die ausgewogenste. Sie trägt die Bezeichnung Peaq 90 und verbindet die 91-kWh-Batterie mit einem einzelnen Heckmotor, der 210 kW (286 PS) und 545 Nm liefert. Das Ergebnis ist die höchste Reichweite der Baureihe: mehr als 640 km zwischen zwei Ladevorgängen.

Weil er nicht die stärkste Variante ist, könnte man vermuten, dass ihm das Beschleunigen des mehr als 2000 kg schweren Modells schwerfällt. Das trifft jedoch ganz und gar nicht zu. Zwischenspurts gelingen mühelos, und für sichere Überholmanöver steht stets ausreichend Leistung bereit.

In dieser Hinsicht ist er ausgesprochen souverän, ohne sich als grosser Sprinter inszenieren zu wollen. Genau das ist auch nicht die Aufgabe dieses SUV: Es soll ein langstreckentaugliches Familienfahrzeug sein, selbst auf den längsten Reisen.

Sein Fahrverhalten ist komfortabel und ausgesprochen kultiviert. Gleichzeitig erinnert er mit jedem weiteren Kilometer daran, wie viel Entwicklungsarbeit die Ingenieure der Marke in Geräuschdämmung, Fahrwerk und Sitze investiert haben.

Er gehört nicht nur zu den besten aktuellen Skoda-Modellen, sondern reiht sich direkt unter den interessantesten Fahrzeugen ein, die dieses Logo jemals getragen haben. Das ist alles andere als wenig.

Über den Preis müssen wir noch sprechen …

Gerade beim Preis scheitern viele moderne Angebote. Autos werden laufend teurer, und die Elektrifizierung hat die Lage nicht einfacher gemacht. Doch auch hier könnte der Peaq ein gewichtiges Argument haben.

Die Preise für Portugal stehen noch nicht fest. Bekannt ist jedoch, dass er in Deutschland ab 48.000 Euro kosten wird. Auf dem portugiesischen Markt dürfte er voraussichtlich bei rund 50.000 Euro starten, beziehungsweise bei 60.000 Euro für den Peaq 90 und 90x.

Sollte sich das bestätigen, wäre das ein angemessener und konkurrenzfähiger Preis – insbesondere angesichts dessen, was dieses SUV bietet: moderne Technik, eine Reichweite, die selbst mit der kleineren Batterie überzeugt, hochwertige Materialien, den Abrollkomfort eines Premium-Fahrzeugs und Platz. Sehr viel Platz.

Beim Vergleich mit der Konkurrenz kommt lediglich der Peugeot E-5008 (ab 49.855 Euro) auf ähnliche Werte. Der elektrische Mercedes-Benz GLB (59.200 Euro), der Hyundai IONIQ 9 (89.760 Euro) und der Kia EV9 (89.922 Euro) sind dagegen deutlich teurer und bieten weniger Platz sowie Reichweite.

Technische Spezifikationen

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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