Dacia hat gerade den neuen Spring vorgestellt. Er soll zu den günstigsten Elektroautos auf dem Markt zählen. Die rumänische Marke räumt jedoch ein, dass ein noch leistbareres Elektroauto möglich wäre – wenn die europäischen Vorschriften dem nicht im Weg stünden.
Gegenüber Autocar sprach sich Dacia-Chefin Katrin Adt für einfachere Regeln bei kleineren Autos aus. Zugleich ließ sie die Tür für den Hipster offen, das kleine Elektroauto, das die Marke im Vorjahr angekündigt hatte.
Auf den Stand des Projekts angesprochen, bestätigte Adt zwar keine Produktion, schloss sie aber auch nicht aus. Ihre Antwort war noch keine Ankündigung eines neuen Modells, machte aber deutlich, dass der Hipster nicht vergessen ist: „Bleiben Sie dran.“
Eine schwer zu überwindende Hürde für den Dacia Hipster
Der Hipster wurde mit rund 800 kg Gewicht, drei Metern Länge und einem konsequent auf das Wesentliche reduzierten Konzept entworfen. Vorgesehen sind unter anderem einfache Stoffsitze, manuell bedienbare Fenster und nur die unbedingt notwendige Ausstattung.
Auch beim Preis verfolgt der Prototyp ein anderes Ziel: Er soll weniger als 15 000 Euro kosten können und damit deutlich unter dem neuen Spring liegen – sofern die europäischen Regeln das zulassen.
Nach Ansicht von Katrin Adt werden Autos in Europa zu teuer. „Der Hauptgrund dafür ist die Regulierung. Das bleibt ein Problem“, betonte sie. Die Folgen seien bereits sichtbar: Seit 2019 wurden laut der Dacia-Chefin drei Millionen Autos weniger verkauft.
„Die Welt braucht Dacia mehr denn je, und es ist schwieriger denn je, Dacia zu sein.“
Katrin Adt, CEO von Dacia
Immer mehr Vorschriften
Nach Angaben von Dacia fließen derzeit 25 % des Forschungs- und Entwicklungsbudgets sowie der Kapazitäten des Technikteams in die Einhaltung unterschiedlicher Vorschriften. Die Liste wird dabei immer länger: Rund 100 Regeln hat die Marke laut Adt bereits erfüllt, bis 2030 kommen weitere 107 hinzu.
Adt nennt dazu ein Beispiel: „Die am häufigsten verwendete Taste in unseren Autos ist die sogenannte magische Taste, mit der wir alle akustischen Warnungen der ADAS ausschalten können.“ Dacia sieht die Lösung darin, diese Systeme bei Kleinwagen „einzufrieren“.
Mit dieser Forderung steht die Marke nicht allein. Auch Renault-Chef Fabrice Cambolive hatte die europäischen Vorgaben bereits als „Tsunami der Regulierung“ bezeichnet. Würden all diese Regeln ausgesetzt, könnte sich Renault seiner Aussage nach auf Leistbarkeit und Elektrifizierung konzentrieren.
Noch offene Versprechen
Vor fast einem Jahr stellte die Europäische Kommission die Initiative für kleine, leistbare Autos vor. In diesem Rahmen wurde eine neue Fahrzeugklasse namens M1E angekündigt.
Sie soll Pkw mit einer Länge von bis zu 4,2 m umfassen, die verpflichtend elektrisch angetrieben sein müssen. Weitere Einzelheiten zu dieser Klasse wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die verzögerten Entscheidungen haben bereits Kritik von Xavier Martinet, dem CEO von Hyundai Europe, ausgelöst:
„Wenn die Europäische Union Elektroautos leistbarer machen will, stimmen wir dem voll und ganz zu. Aber wir brauchen Einzelheiten dazu, wie weit die Anforderungen reichen, und genau darauf warten wir noch.“
Xavier Martinet, CEO von Hyundai Europe






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