Bei der Suche nach einem Gebrauchtwagen gehört der Kilometerstand meist zu den wichtigsten Kriterien. Manche Modelle genießen jedoch einen so guten Ruf für ihre Robustheit, dass diese Frage in den Hintergrund rückt.
Das bedeutet nicht, dass die Laufleistung keine Rolle mehr spielt. Ein Auto mit 300.000 Kilometern weist naturgemäß mehr Verschleiß auf als eines mit 100.000 Kilometern. Bei bestimmten Modellen sind 300.000 Kilometer allerdings „die neuen 100.000“.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Oft sind es eine einfache Mechanik, für ihre Langlebigkeit bekannte Motoren oder Bauteile, die auf viele Jahre Nutzung ausgelegt sind. In solchen Fällen kann der bloße Blick auf den Kilometerzähler täuschen.
Deshalb haben wir auf PiscaPisca.pt nach Autos gesucht, bei denen die zurückgelegten Kilometer kaum mehr als eine Zahl sind.
Dabei fanden wir sieben Gebrauchtwagen, die aus unterschiedlichen Gründen den Ruf erworben haben, hohe Laufleistungen zu überstehen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: vom einfachen Stadtauto über Familienautos und einen Roadster bis zu einem SUV und einem Modell, das bereits als Klassiker gilt.
Citroën C1 (2019–2025): robuster Gebrauchtwagen für die Stadt
Was ist das für ein Auto? Uns ist bewusst, dass der Citroën C1 in solchen Kaufberatungen regelmäßig auftaucht. Dafür gibt es aber einen guten Grund: Der Stadtflitzer ist „kugelsicher“, was auch unsere Erfahrungen im Rennsport bestätigt haben.
Wer „Seelenfrieden“ und problemlose Kilometer sucht, ist mit der ersten Generation womöglich am besten bedient. Sie bietet schließlich weniger Technik, und bei der Zuverlässigkeit gilt: Je geringer die Komplexität, desto besser.
Die meisten auf PiscaPisca.pt gefundenen Fahrzeuge haben den Einliter-Benziner unter der Motorhaube – genau den würden auch wir wählen. Der Motor hat sich bewährt; außerdem gehörte der robuste und sparsame 1.4 HDi zum Angebot.
Worauf sollte man achten? Da der Citroën C1 vor allem in der Stadt unterwegs ist, verdienen Kupplung und Aufhängung besondere Aufmerksamkeit. Beide werden im Stadtverkehr stark beansprucht.
Prüfen Sie außerdem, ob an der Wasserpumpe Kühlflüssigkeit austritt. Beim Kaltstart des 1,0-Liter-Motors sollten Sie auf mögliche Geräusche der Steuerkette hören. Auch die elektrischen Fensterheber und der Kofferraum auf Anzeichen von Wassereintritt gehören kontrolliert.
Alternativen: Ist kein Citroën C1 in gutem Zustand zu finden, lohnt sich die Suche nach Toyota Aygo und Peugeot 107. Technisch sind sie identisch. Interessant sind auch ein Toyota Yaris der ersten Generation oder der erste Honda Jazz.
Honda Civic (2005–2012)
Die achte Generation des Honda Civic zählt bis heute zu den unkonventionellsten. Außen wirkte sie, als wäre sie direkt einem Science-Fiction-Film entsprungen. Innen gab es ein Armaturenbrett, das die Meinungen spaltete, und ein besonders cleveres Rücksitzsystem.
Zum Motorenangebot zählten die Benziner 1.4 und 1.8 i-VTEC, der Diesel 2.2 i-CTDi sowie der 2.0 i-VTEC des begehrten Type-R. Von Letzterem haben wir auf PiscaPisca.pt sogar einige Exemplare gefunden.
Unabhängig vom Antrieb wurde auch dieser Civic dem guten Ruf der japanischen Marke in Sachen Zuverlässigkeit gerecht. Gleichzeitig erhielt er ein modernes Erscheinungsbild, das ihn noch heute zeitgemäß wirken lässt.
Worauf sollte man achten? Als wichtigstes wiederkehrendes Problem gilt die Starterbatterie – was grundsätzlich ein gutes Zeichen für die Zuverlässigkeit eines Modells ist.
Daneben gibt es Berichte über ausgeschlagene Kugelgelenke und Lenkungsteile, abgenützte Bremsscheiben und Probleme mit der Beleuchtung. Bei den Dieseln empfiehlt sich eine noch gründlichere Prüfung.
Der 2.2 i-CTDi ist zwar als robust bekannt, hat aber meist schon hohe Laufleistungen hinter sich. Turbolader, Einspritzanlage, Kupplung und Zweimassenschwungrad sind nicht auf wundersame Weise vor Verschleiß geschützt, nur weil der Motor einen guten Ruf hat.
Alternativen: Toyota Auris und Mitsubishi Lancer sehen konventioneller aus, genießen aber einen ebenso guten Ruf für Robustheit und Zuverlässigkeit.
Mazda MX-5 NB (1998–2005)
Was ist das für ein Auto? Gut möglich, dass der MX-5 NB das vergnüglichste Auto auf dieser Liste ist. Die zweite MX-5-Generation kam 1998 und blieb dem Rezept treu, das den japanischen Roadster berühmt machte: Frontmotor, Heckantrieb, zwei Sitze und geringes Gewicht.
Auf viele wirkt er weniger reizvoll als die erste Generation. Wer beide gefahren ist, sagt aber, dass er gegenüber dem Original deutlich verbessert wurde und sich im Alltag besser nutzen lässt.
Mit dem ursprünglichen Modell teilt er den Ruf für Robustheit und Zuverlässigkeit sowie die Garantie für Fahrspaß – sowohl mit dem 1.6, den wir auf PiscaPisca.pt am häufigsten fanden, als auch mit dem 1,8-Liter-Motor.
Worauf sollte man achten? Bei diesem Modell ist ein Wort wichtiger als „Kilometer“: Rost.
Er ist der größte Feind des MX-5 NB. Eine gründliche Kontrolle der Karosserie und vor allem der Fahrzeugunterseite ist unerlässlich. Längsträger, Schweller, Radkästen und Bereiche nahe den Wasserabläufen sollten genau untersucht werden.
Auch die Wartungshistorie des Zahnriemens sollte geprüft werden, da die Wechselintervalle relativ kurz sind. Die Aufhängung verdient ebenfalls eine Inspektion, besonders bei Autos, die ihr Leben lang so gefahren wurden, als wäre jeder Kreisverkehr eine Kurve am Nürburgring.
Alternativen: Nur wenige Modelle genießen einen ähnlich guten Ruf für Zuverlässigkeit wie der MX-5. Der BMW Z3 kommt ihm aber nahe und bietet eine zusätzliche Portion Kultiviertheit.
Mercedes-Benz 190 (W201) (1982–1993)
Was ist das für ein Auto? Mein Großvater sagte schon: „Wenn ein Auto zuverlässig genug für den Taxibetrieb ist, dann reicht es auch für mich.“ Wenn ein Modell diese Weisheit bestätigt, dann ist es der Mercedes-Benz 190 (W201).
Als erster kompakter Mercedes-Benz erhielt er den Beinamen „Baby-Benz“. Heute ist er zugleich ein Gebrauchtwagen und aus gutem Grund ein Klassiker – was sich auch in den Preisen der auf PiscaPisca.pt gefundenen Fahrzeuge zeigt.
Der 190 war an Taxiständen häufig anzutreffen, und es gibt zahlreiche Berichte von Exemplaren mit Laufleistungen in Millionenhöhe. Technisch lässt sich ihm wenig vorwerfen, abgesehen von den Problemen, die das Alter bei jedem Auto dieser Generation mit sich bringt. Guilherme Costa kann ein Lied davon singen.
Worauf sollte man achten? Wie beim MX-5 zählt Rost auch beim 190 (W201) zu den größten Problemen. Kontrolliert werden sollten die Wagenheberaufnahmen, die Kotflügel und der Rahmen der Heckscheibe. Zudem empfiehlt es sich, das Auto anzuheben und den Zustand des Unterbodens zu prüfen.
Bei den Dieseln müssen hohe Laufleistungen nicht zwangsläufig abschrecken. Das heißt aber nicht, dass jeder 190 mit 500.000 km ein guter Kauf ist. Entscheidend sind die Wartungshistorie, der Zustand der Karosserie und die Qualität früherer Reparaturen.
Hinzu kommt: Dieses Auto wurde vor mehr als 40 Jahren vorgestellt. Selbst wenn der Motor noch wie ein Schweizer Uhrwerk läuft, haben Gummiteile, Schläuche, Dichtungen, Aufhängung und elektrische Bauteile bereits viele Jahre hinter sich.
Alternativen: Wie einst an den Taxiständen ist der Mercedes-Benz W124 die naheliegende Alternative. Außerhalb Deutschlands kommen Volvo 940 und Peugeot 505 infrage, bei denen Kilometer ebenfalls nur eine Zahl sind. Sie alle sind jedoch schwerer zu finden.
Mitsubishi Pajero (1991–1999)
Was ist das für ein Auto? Ist der Mercedes-Benz 190 der Panzer für die Straße, dann ist der Mitsubishi Pajero der Panzer, der sie auch verlassen kann. Die zweite Pajero-Generation erschien 1991 und gehört zu jenen Modellen, bei deren hohem Kilometerstand man sagt: „Der ist noch in der Einfahrzeit.“
Es gab zwei- und viertürige Karosserien sowie eine beachtliche Auswahl an Motoren. Dazu zählten ein exotischer V6-Benziner und die Diesel 2.5 und 2.8. Letztere waren hierzulande am erfolgreichsten, wie auch unsere Suche auf PiscaPisca.pt zeigte.
Der Pajero ist groß, schwer und wenig auf niedrigen Verbrauch bedacht. Für das Leben abseits befestigter Straßen ist er deutlich besser gerüstet als die meisten modernen SUV, wie uns Miguel Dias bereits berichtet hat.
Worauf sollte man achten? Lenkungsarme und Kugelgelenke gehören zu den wichtigsten Prüfpunkten, insbesondere bei Fahrzeugen mit breiten Rädern oder vielen Geländekilometern.
Auch der Zustand des Auspuffs ist wichtig, denn er hält nicht so lange wie die übrige Mechanik. Hören Sie zudem genau auf Geräusche des Schaltgetriebes.
Bei 2.5 TD und 3.0 V6 wird von vorzeitigen Problemen mit den Schaltgetrieben berichtet. Die Getriebe der 2.8 TD und 3.5 V6 gelten dagegen als robuster.
Noch wichtiger ist die Suche nach Spuren eines allzu harten Geländeeinsatzes. Schäden am Unterboden oder an den Differenzialen, Änderungen an der Aufhängung und schlecht reparierte Karosserien können mehr Aufmerksamkeit verdienen als der angezeigte Kilometerstand.
Alternativen: Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol bieten sich als natürliche Alternativen an. Wer ein europäisches Emblem mit japanischer Zuverlässigkeit verbinden möchte, kann auch den Opel Monterey berücksichtigen.
Toyota RAV4 (2013–2019)
Was ist das für ein Auto? Der RAV4 der vierten Generation ist nicht mehr der kleine Geländewagen, auf den sein Name zurückgeht. Er ist gewachsen, bietet mehr Platz und wurde zum Familien-SUV.
2013 kam er nach Europa; 2016 folgte eine größere Modellpflege, bei der auch die Hybridversion eingeführt wurde.
Gerade die Verbindung aus einfacher Mechanik und dem guten Ruf von Toyota macht diese Generation für alle interessant, die einen Gebrauchtwagen für viele Kilometer suchen.
Worauf sollte man achten? Zunächst gilt es festzustellen, welcher Motor unter der Motorhaube steckt.
Die Benziner und vor allem die Hybridversion genießen einen besonders guten Ruf. Die Diesel – genau jene, die wir auf PiscaPisca.pt am häufigsten fanden – sollten bei sehr hohen Laufleistungen sorgfältiger untersucht werden.
Prüfen sollte man auch die Lenkung auf Geräusche oder Spiel, die Buchsen und Koppelstangen des Stabilisators sowie den elektrischen Mechanismus der Heckklappe.
Außerdem gilt es, mehrere Rückrufe zu prüfen – wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel. Dazu zählen Probleme mit Kraftstofflecks, Einspritzdüsen und Auspuffkomponenten bei bestimmten Diesel-Fahrzeugen aus spezifischen Produktionszeiträumen.
Wie bei jedem SUV lohnt sich ein Blick unter das Auto. Ein RAV4 kann seine Tage zwischen Stadt und Supermarkt verbracht haben – oder seine Wochenenden damit, sich als Land Cruiser zu versuchen. Der Unterschied kann schon in den ersten zehn Sekunden einer Kontrolle der Fahrzeugunterseite sichtbar werden.
Alternativen: Honda CR-V und Mazda CX-5 sind einen Blick wert. Wer besonderen Wert auf Geländetauglichkeit legt, findet im Toyota Land Cruiser weiterhin eine Option aus einer anderen Liga.
Volkswagen Passat (B5) (1996–2005)
Was ist das für ein Auto? Der 1996 vorgestellte Passat B5 gehört zu den Familienautos, die besonders von Volkswagens Einsatz der 1.9-TDI-Motoren profitierten. Als Limousine oder Variant bot er reichlich Platz und eine breite Motorenpalette, in der die Diesel besonders hervorstechen.
Dazu gehörte der bekannte 1.9 TDI PD130 mit 130 PS (96 kW), der heute zu den gefragtesten Versionen am Gebrauchtwagenmarkt zählt, wie wir auf PiscaPisca.pt feststellen konnten. Fahrzeuge mit mehr als 300.000 km sind nicht schwer zu finden. Deshalb sagt der Kilometerstand letztlich weniger aus als die Wartungshistorie.
Worauf sollte man achten? Die Vorderachse gehört zu den wichtigsten Kontrollpunkten. Ihre mehreren Lenker bedeuten auch mehr Bauteile, die verschleißen oder Spiel entwickeln können.
Häufig treten zudem elektrische Probleme bei Fensterhebern, Zentralverriegelung und Klimatisierung auf. Bei älteren Exemplaren finden sich darüber hinaus Rostspuren an der Karosserie.
Beim 1.9 TDI sollten Turbolader, AGR, Kupplung und Zweimassenschwungrad geprüft werden. Beim PD130 ist besonders wichtig, dass Öl mit der richtigen Spezifikation verwendet wurde.
Der Zahnriemen muss innerhalb des vom Hersteller vorgesehenen Intervalls gewechselt worden sein. Fehlt eine Wartungshistorie oder ein Nachweis dafür, sollte man diese Ausgabe gleich nach dem Kauf einplanen.
Alternativen: Wer die Zuverlässigkeit der TDI-Motoren sucht, aber keinen Volkswagen Passat möchte, findet naheliegende Alternativen im Audi A4, Škoda Octavia und Superb sowie im SEAT Toledo der zweiten Generation.






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