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Der neue BMW iX3: 805 Kilometer Reichweite und die Neue Klasse

Blauer BMW Elektro-SUV fährt kurvenreiche Küstenstraße bei Sonnenuntergang in bergiger Landschaft.
In diesem Artikel
  1. Antrieb und Reichweite des BMW iX3
  2. Design und Innenraum
  3. Nachhaltigkeit, Ausstattung und Marktstart

Hier ist der neue BMW iX3. Die Bayern verkünden stolz, er sei das „erste Modell der Neuen Klasse, das in Serie geht“. Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Bekanntlich ist dies nicht BMWs erster Anlauf mit einer Neuen Klasse. In den 1960er-Jahren verlief dieser Versuch jedenfalls ausgesprochen erfolgreich: Die damalige Modellgeneration, beginnend mit dem 1500, bewahrte BMW vor dem finanziellen Zusammenbruch.

Die neue Neue Klasse muss ihrem Namen also gerecht werden. Zumindest auf dem Papier stehen die Chancen für den iX3 gut. In der Ausführung 50 xDrive zum Marktstart liefern zwei Motoren mit BMW eDrive-Technik der sechsten Generation insgesamt 345 kW (469 PS) und 645 Nm Drehmoment an alle vier Räder. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 4,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf rund 209 km/h begrenzt.

Antrieb und Reichweite des BMW iX3

Noch bemerkenswerter sind allerdings andere Werte: Der iX3 besitzt eine riesige Batterie mit 108,7 kWh nutzbarer Kapazität, neuen Rundzellen und 800-Volt-Technik. Damit soll er nach WLTP insgesamt rund 805 Kilometer weit kommen. Alle Achtung. Auch das Laden geht flott: Mit 400 kW lässt sich in nur 10 Minuten Energie für weitere rund 372 Kilometer nachladen. Die Ladegeschwindigkeit steige damit gegenüber Fahrzeugen mit BMW eDrive der fünften Generation um 30 Prozent, heißt es.

Laut BMW verringert die sechste Generation außerdem die Energieverluste um 40 Prozent, das Gewicht um 10 Prozent und die Herstellungskosten um 20 Prozent. Das klingt alles erfreulich – insbesondere der letzte Punkt für die Buchhaltung bei BMW.

Einen Prototyp des iX3 haben wir bereits gefahren und dabei die neue „Superhirn“-Technik selbst erlebt. Mehr dazu lässt sich hier nachlesen. Im Kern handelt es sich um eine vollständig neue Elektronikarchitektur für die Fahrzeuge der Neuen Klasse, die BMW als „digitales Nervensystem“ bezeichnet. Vier besonders leistungsfähige Computer bündeln ihre Rechenleistung und kümmern sich um nahezu sämtliche Fahrzeugfunktionen.

Der für das Fahren zuständige Rechner heißt „Heart of Joy“. Er steuert Motoren, Bremsen, Lenkung und alle Sicherheitssysteme und trifft Entscheidungen bis zu 10-mal schneller als herkömmliche Steuergeräte. Dadurch sollen 98 Prozent aller Bremsmanöver allein durch Rekuperation möglich sein. Eine Funktion für sanftes Anhalten beschert dem iX3 laut BMW zudem „den sanftesten Anhaltevorgang, der jemals in einem BMW erreicht wurde“.

Design und Innenraum

Doch wie wirkt der Wagen abseits des Datenblatts – also tatsächlich in Blech? Zunächst einmal ist er laut BMW kein SUV: Die Marke nennt ihn weiterhin ein Sportaktivitätsfahrzeug (SAV). Tatsächlich sieht er deutlich aggressiver aus, als wir erwartet hatten.

Der iX3 gibt einen ersten Ausblick auf eine völlig neue BMW-Designsprache, die „reduziert“ und „zeitgemäß“ sein soll. Trotzdem gibt es zahlreiche scharfe Kanten und einen recht kräftigen Dachspoiler. Die senkrechten Nieren erinnern an die Fahrzeuge der Neuen Klasse aus den 1960er-Jahren. Auf Wunsch lassen sie sich hier mit der Option „BMW Iconic Glow“ beleuchten.

Wer diese Option bestellt, erhält außerdem Animationen zur Begrüßung am Fahrzeug und zur Verabschiedung beim Parken. BMW bietet drei Arten der Begrüßung an: „entspannt“, „ausgeglichen“ und „aufgeregt“. Hoffentlich entscheidet das Auto selbst nach seiner jeweiligen Tageslaune. Schon wieder die Fahrt zur Schule? Da hat doch niemand ernsthaft die „aufgeregte“ Begrüßung erwartet, oder?

Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 dürfte der iX3 jedenfalls recht mühelos durch den Wind gleiten. Innen erwarten die Insassen ein lederfreier Raum, ein sie umschließendes Armaturenbrett und das System BMW Panoramic iDrive. Erstmals haben wir es im Jänner auf der CES gesehen. Entwickelt wurde es laut BMW nach dem Prinzip „Hände am Lenkrad, Augen auf der Straße“.

An Anzeigen mangelt es trotzdem nicht. Das BMW Panoramic Vision Display erstreckt sich über die gesamte untere Kante der Windschutzscheibe. Es zeigt Fahrinformationen für den Fahrer und daneben sechs individuell anpassbare Anzeigeelemente. Optional kommt ein 3D-Head-up-Display hinzu; außerdem sitzt ein ungewöhnlich geformter zentraler Infotainment-Bildschirm mitten im Armaturenbrett.

Angetrieben wird das Ganze von der Software BMW Operating System X. Darüber lassen sich Apps für Musik, Videospiele, Streaming und Ähnliches herunterladen. Sogar Zoom ist verfügbar, damit man nie wieder eine Arbeitsbesprechung verpasst. Moment – ist das wirklich eine gute Idee?

Auch das Lenkrad ist neu. Auf seinen Speichen sitzt eine besorgniserregende Anzahl von „Tasten“ mit haptischer Rückmeldung. Oje. Dafür soll die Beinfreiheit im Fond gegenüber dem aktuellen iX3 „spürbar größer“ ausfallen. Der Kofferraum hinten fasst 520 Liter, unter der Fronthaube kommen weitere 58 Liter Stauraum hinzu. Die Sitzstoffe bestehen aus recycelten Materialien.

Nachhaltigkeit, Ausstattung und Marktstart

Tatsächlich soll fast ein Drittel des neuen iX3 aus Sekundärrohstoffen bestehen. Über seinen gesamten Lebenszyklus fällt der CO₂-Fußabdruck des 50 xDrive um 34 Prozent kleiner aus als jener seines Vorgängers. Das Werk in Ungarn, in dem er gebaut wird, verwendet im „Normalbetrieb“ überhaupt keine fossilen Brennstoffe.

In Großbritannien beginnen die Auslieferungen des iX3 50 xDrive am 7. März 2026. Angesichts der noch langen Zeitspanne ist das ein erstaunlich genauer Termin. Später sollen „weitere Varianten“ folgen. Zum Start beginnen die Preise bei 58.755 Pfund; zur Wahl stehen drei Ausstattungslinien: iX3, iX3 M Sport und iX3 M Sport Pro.

Schon das Einstiegsmodell bringt serienmäßig 20-Zoll-Räder, beheizbare Vordersitze, zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, einen Tempomat und eine elektrische Ladeklappe mit. Diese nutzt laut BMW „künstliche Intelligenz, um zu erkennen, wann eine Person ein Ladekabel anschließen oder entfernen möchte“. Hoffentlich gibt es auch eine Taste zur manuellen Bedienung.

„Die Neue Klasse ist unser größtes Zukunftsprojekt und markiert einen gewaltigen Sprung nach vorn bei Technologien, Fahrerlebnis und Design“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse.

„Praktisch alles daran ist neu, und doch ist sie mehr BMW als je zuvor. Unsere gesamte Modellpalette wird von den Innovationen der Neuen Klasse profitieren – unabhängig von der eingesetzten Antriebstechnologie.“

Was haltet ihr von einem Elektroauto mit rund 805 Kilometern Reichweite?

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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