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DS Nº8 im Test: Französischer Luxus fordert deutsche Premiumkonkurrenz

Blauer DS 9 N8 EV Elektro-Luxuslimousine im modernen, minimalistischen Showroom mit LED-Beleuchtung.
In diesem Artikel
  1. Luxus als Leitmotiv des DS Nº8
  2. Komfort bestimmt das Fahrgefühl
  3. Der große Haken
  4. Technische Daten

Dem DS Nº8 mangelt es nicht an Argumenten: Vor den großen deutschen Marken zeigt er sich keineswegs eingeschüchtert.


Die Marke DS in ihrer heutigen Form entstand erst 2014. Ihr Ziel war es, im von deutschen Herstellern beherrschten Premiumsegment eine Alternative anzubieten. Der Nº8 steht beispielhaft dafür: Das neue französische Flaggschiff vereint Stil, Komfort und Technik – jene Eigenschaften, die DS als Grundlagen modernen Luxus versteht.

Er tritt an die Stelle des DS 9, könnte sich von diesem aber kaum stärker unterscheiden: Statt einer Limousine gibt es nun ein rein elektrisches Fastback-SUV mit coupéähnlicher Form.

Ins Auge fällt vor allem sein Auftritt. Dazu tragen die ungewöhnliche Silhouette ebenso bei wie eigenständige Details: eine beleuchtete Frontpartie, ein ausgeprägter Heckspoiler und eine schwarze Motorhaube.

Wo immer wir unterwegs sind, fühlen wir uns im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wie man sagt: „Zuerst ist es fremd, dann gewöhnt man sich daran.“ Das ist wichtig, denn mit dem Premium-D-Segment im „Visier“ betritt der DS Nº8 eine Arena, die von den Schwergewichten des Marktes dominiert wird. Sein eigenständiger Auftritt könnte ihm dabei helfen.

Durch seine ungewöhnliche Form positioniert sich der Franzose sowohl als Alternative zu Limousinen wie dem BMW i4 als auch zu SUVs wie dem Audi Q6 Sportback e-tron. Auch Polestar 2 und 4 gehören zu seinem Umfeld.

Es ist nicht unsere erste Begegnung mit dem DS Nº8. Deshalb möchte ich mich nicht in Einzelheiten verlieren – dafür gibt es bereits ein YouTube-Video und einen ersten Fahrbericht –, sondern mich auf das Wesentliche konzentrieren.

Luxus als Leitmotiv des DS Nº8

Die Außenlinien verleihen dem Nº8 ein Erscheinungsbild, das mit dem bisher von DS Bekannten bricht. Zum Teil geht diese Form jedoch zulasten des Platzangebots im Innenraum, besonders in der zweiten Reihe.

Hinten hätte ich mir bei einem Fahrzeug von mehr als 4,8 m Länge mehr Raum erwartet. Während die Beinfreiheit ausreicht, gilt das für die Kopffreiheit nicht gleichermaßen. Bei meiner Körpergröße von 1,78 m fehlen nur ein paar Fingerbreit bis zum Dach.

Dahinter fasst der Kofferraum 620 Liter und übertrifft damit die meisten Konkurrenten. Ein zusätzliches Fach unter dem Kofferraum bietet Platz für die Ladekabel. Einen vorderen Kofferraum gibt es hingegen nicht.

Im Innenraum fallen außerdem die hochwertigen Materialien auf. Ebenso beeindruckend ist die solide Verarbeitung: Störende Nebengeräusche sind nicht zu hören.

Elektrisch verstellbare Sitze mit Massage, Heizung und Kühlung tragen ebenfalls dazu bei, dass Komfort auf jeder Fahrt im Vordergrund steht. Die Geräuschdämmung verdient gleichfalls eine sehr gute Bewertung. Sie lässt einen die Außenwelt vergessen – bis man die Tür öffnet.

Auch bei der technischen Ausstattung schlägt sich der DS Nº8 ausgesprochen gut. Bildschirme gibt es für nahezu alles: ein digitales Kombiinstrument mit 10,25 Zoll und einen zentralen Bildschirm mit 16 Zoll, dazu ein Head-up-Display. Die Software ließ allerdings Wünsche offen.

Die sorgfältig gestaltete Benutzeroberfläche und die ChatGPT-Integration sind Pluspunkte, die während des Tests aufgetretenen Fehler dagegen nicht. Leider betrifft dieses Problem viele neue Modelle; versprochen wird eine Behebung durch ein Update aus der Ferne.

Komfort bestimmt das Fahrgefühl

Auf der Straße lässt sich das Fahrerlebnis im Nº8 mit Komfort und Sanftheit zusammenfassen. Er lädt zu gemächlichem Tempo und entspannten Reisen ein, bleibt aber auch dann kompetent, wenn es schneller vorangeht.

Eine Einschränkung gibt es dennoch: Anders als das Fahrzeug, das wir bei der internationalen Vorstellung gefahren sind, hatte der Testwagen kein adaptives Fahrwerk. Auf schlechteren Straßen ist der Unterschied spürbar: Der DS Nº8 federt trockener ab, als man erwarten würde. Daran dürfte auch sein Gewicht von mehr als 2100 kg einen gewissen Anteil haben.

Den Nº8 gibt es mit drei Leistungsstufen und zwei Batteriepaketen. Die getestete Ausführung FWD Standard Range 230 PS ETOILE halte ich für die vernünftigste Wahl. Zwar bietet sie weniger Leistung und Reichweite, die Werte sind aber dennoch konkurrenzfähig: 170 kW (231 PS), eine Batterie mit 74 kWh und eine angegebene Reichweite von bis zu 527 km zwischen den Ladevorgängen.

Daneben steht die Version Long Range mit bis zu 750 km Reichweite zur Verfügung. Für die meisten Fälle reicht die Standard Range jedoch mehr als aus. Wie erwähnt, lädt das Flaggschiff der französischen Marke zu ruhigerem Fahren ein; Leistung und Reichweite genügen im Alltag daher vollkommen.

Dank der verschiedenen Rekuperationsstufen lässt sich nahezu ausschließlich mit dem Fahrpedal fahren. Das hilft, den Verbrauch nahe am offiziellen Wert von 15,7 kWh/100 km zu halten – ich beendete den Test mit einem Durchschnitt von 15,3 kWh/100 km. 500 km Reichweite zwischen zwei Ladevorgängen sind durchaus möglich.

Auf der Autobahn steigt erwartungsgemäß das Tempo und die Reichweite sinkt. Trotz eines Luftwiderstandsbeiwerts Cₓ von 0,24, eines der niedrigsten Werte seiner Klasse, klettert der Verbrauch über 20 kWh/100 km. Damit bleiben etwas mehr als 340 km Reichweite.

Der große Haken

Der DS Nº8 ist ab 59.000 Euro erhältlich. Die getestete ETOILE-Version bietet mehr Ausstattung und kostet 65.000 Euro. Das ist ein hoher Preis, gegenüber manchen Premiumkonkurrenten fällt er aber um bis zu 10.000 Euro niedriger aus; mit anderen liegt er auf gleicher Höhe.

Hinzu kommen einige Extras, darunter das schwarze Dach, ein Panoramadach sowie die Pakete Absolute Comfort und Absolut Tech. Damit liegt der Endpreis bei rund 75.000 Euro.

Die Serienausstattung ist sehr umfangreich, die Kultiviertheit entspricht den Erwartungen an ein Premiumfahrzeug, und das Erscheinungsbild hebt ihn von Angeboten ab, die einander stark ähneln.

Kann er sich mit den Deutschen messen? Theoretisch ja. In der Praxis bleibt die Herausforderung jedoch dieselbe: den Markt davon zu überzeugen, dass diese Klasse nicht ausschließlich deutschen Fahrzeugen vorbehalten ist. Der Nº8 ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt und bringt genügend Argumente mit.

Technische Daten

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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