Seit dem 15. September gilt auf der inneren Umgehungsstraße Via de Cintura Interna (VCI) an Werktagen zwischen 7 und 21 Uhr ein Fahrverbot für schwere Güterfahrzeuge.
Mit der Maßnahme soll der Verkehr auf einer der am stärksten belasteten Straßen des Landes reduziert werden. Die Lkw sollen stattdessen die äußere regionale Umgehungsstraße von Porto, CREP/A41, nutzen. Um diese Ausweichroute zu erleichtern, wurde für diese Fahrzeuge die Maut auf der Strecke aufgehoben.
Für Transportunternehmen könnte diese Umleitung jedoch Mehrkosten von mehr als 1,5 Millionen Euro jährlich verursachen.
Susana Pinho, Vertreterin der Hafencommunity von Figueira da Foz und von Altri, nannte diesen Betrag gegenüber ECO/Local Online. Als Gründe führte sie den zusätzlichen Kraftstoffverbrauch sowie die längere Fahrzeit auf der Umleitungsstrecke an.
Bis zu 2 Millionen Euro pro Jahr
Nach Angaben von Altri könnten die jährlichen Zusatzkosten sogar auf zwei Millionen Euro steigen. Das Unternehmen führt durchschnittlich 70 Lkw-Fahrten täglich zwischen Leixões und Figueira da Foz durch. Wegen der durch die Umwege steigenden Ausgaben prüft der Konzern bereits, „ob Leixões in der Logistik tatsächlich Sinn ergibt“, erklärte Susana Pinho.
Dabei geht es nicht allein um die zusätzlichen Kilometer. Eine längere Strecke bedeutet zugleich höheren Treibstoffverbrauch und mehr Fahrzeit – und damit steigende Kosten für die Unternehmen. Marcília Montenegro, Präsidentin der Hafencommunity von Leixões, fordert deshalb eine Ausnahmeregelung für Lkw, deren Fahrt in diesem Hafen beginnt oder endet.
Vorgesehen wäre, für Fahrzeuge mit Einfahrt in den oder Ausfahrt aus dem Hafen von Leixões dieselbe Regel anzuwenden, die bereits für schwere Fahrzeuge mit Lade- oder Entladevorgängen in den Gemeinden Porto und Vila Nova de Gaia gilt. In diesen Fällen kann über die eigens eingerichtete Plattform zur Registrierung von Kennzeichen vorab eine Fahrberechtigung beantragt werden.
Mehr als 60 Kilometer zusätzlich je Fahrt
Nuno David Silva von Yilport, der von ECO/Local Online zitiert wird, spricht von einem Umweg von mehr als 31 km. Bei einer Hin- und Rückfahrt summiert sich dieser auf über 62 km.
„Wenn ich bei einem Transport, der 150 Euro kostet, 80 oder 85 Euro draufschlagen muss, reden wir von einer Erhöhung von mehr als 50 %“, verdeutlichte Mário Sousa, Geschäftsführer von Portocargo.
Daneben gibt es einen weiteren Kostenfaktor, der nicht unmittelbar auf der Rechnung erscheint: die Zeit. Laut dem Verantwortlichen kann die für die neuen Routen erforderliche zusätzliche Fahrzeit dazu führen, dass manche Fahrzeuge nicht mehr zwei Transporte pro Tag schaffen. Dadurch würde die Produktivität jedes Fahrzeugs um 50 % sinken.
Zusammengenommen können diese Faktoren die Transportkosten deutlich erhöhen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens von Leixões schwächen. Darauf wiesen Vertreter der Hafencommunity auch während der Porto Maritime Week hin.
Debatte noch lange nicht abgeschlossen
Dem stehen die ersten Ergebnisse der seit dem 15. September geltenden Maßnahme gegenüber. Infraestruturas de Portugal (IP) schätzt, dass das Verbot mehr als 4000 schwere Güterfahrzeuge von der VCI fernhalten könnte.
Gleichzeitig müsse berücksichtigt werden, dass diese Maßnahme „als Pilotprojekt betrachtet werden sollte, das fortlaufend überwacht wird, um seine Wirksamkeit zu bewerten und sie bei Bedarf durch ergänzende Maßnahmen anzupassen“, erklärte IP damals.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen