Renault will die Elektromobilität leistbarer machen. Nach der Vorstellung des neuen Twingo, der 2026 für weniger als 20.000 Euro auf den Markt kommen soll, sieht der französische Hersteller noch Spielraum für weitere Preissenkungen.
François Provost, Vorstandsvorsitzender der Renault-Gruppe, hält bei den Elektromodellen der Segmente A und B – Renault 4, 5 und Twingo – Preissenkungen von bis zu 15 % für möglich.
Eine neue EU-Kategorie für kleine Elektroautos
Damit das gelingt, müssen laut Provost zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Erstens müsste die Europäische Union (EU) die angekündigte neue Fahrzeugkategorie für ein kleines, günstiges „europäisches Volksauto“ auf den Weg bringen. Zweitens fordert er die EU auf, das Tempo bei neuen Vorschriften zu drosseln.
Über die Regeln für die neue Kategorie des europäischen „Volksautos“ ist bislang wenig bekannt. Fest steht lediglich, dass es sich um kleine, rein elektrische Fahrzeuge zwischen vierrädrigen Leichtfahrzeugen und herkömmlichen Autos handeln soll – gewissermaßen um ein europäisches Kei-Car.
Der erstmals im September vorgestellte Vorschlag dürfte am 10. Dezember konkreter werden. Dann will die Europäische Kommission nähere Einzelheiten zur neuen Kategorie bekannt geben.
Günstigere Renault-Elektroautos
Provost zufolge sollte das ideale europäische „Volksauto“ weniger als 4,1 m lang sein, über seinen gesamten Lebenszyklus einen CO₂-Fußabdruck von weniger als 15 Tonnen aufweisen und mit einem hohen lokalen Anteil produziert werden.
Würde die Europäische Union Fahrzeuge mit diesen Eigenschaften in die neue Kategorie aufnehmen, müsste der französische Konzernchef keine neuen Modelle auf den Markt bringen. Stattdessen reichte es, die bestehenden Fahrzeuge an die Vorgaben anzupassen.
Dadurch ließen sich die Kosten und in weiterer Folge auch die Preise senken. „Das Ziel ist, den Preis zu senken“, sagte Provost. Mit seinen Modellen der Segmente A (Stadtautos) und B (Kleinwagen) sei die Marke bereits „im Kern des europäischen Marktes“ positioniert, betonte er.
„Weniger Vorschriften, mehr leistbare Autos“
François Provost wirbt nicht nur für die neue Fahrzeugkategorie. Er beharrt auch darauf, dass Europa neue Vorschriften für die Autoindustrie langsamer einführen müsse.
„Ich fordere nicht, Vorschriften abzuschaffen. Ich bitte lediglich um einen Zeitraum von 10 oder 15 Jahren ohne neue Vorschriften“, erklärte der Manager. „Derzeit plant Europa, bis 2030 insgesamt 107 neue Vorschriften für die Branche einzuführen“, fügte er hinzu.
Wie Vorschriften die Fahrzeugkosten beeinflussen
Die laufende Einführung neuer Normen zwinge die Hersteller laut Provost dazu, die Entwicklung ihrer Fahrzeuge ständig zu überarbeiten. Das treibe zunächst die Kosten und damit auch die Preise in die Höhe.
Eine Pause bei neuen Vorschriften würde es den Herstellern nach seiner Einschätzung ermöglichen, bestehende Modelle zu optimieren, die Produktionskosten zu senken und letztlich den Kundenpreis zu reduzieren. „Wir können Zeit darauf verwenden, die Autos zu verbessern, die derzeit auf dem Markt sind, und die Kosten zu senken – das bedeutet einen niedrigeren Preis für den Kunden“, ergänzte er.
Trotz der Herausforderungen und seiner Forderungen nach einfacheren Regeln bleibt Renaults Ausrichtung unverändert: Die Zukunft ist elektrisch. „Wer sich für den Umstieg auf Elektroautos entscheidet, wird nicht zurückwechseln. Elektrofahrzeuge sind gut für die Kunden. Die Dekarbonisierung hat für Europa Priorität, und Renault wird auf diesem Weg nicht zurückweichen“, versicherte Provost.






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