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Opel Corsa GSE im Test: großer Fahrspaß auf der Rennstrecke

Grüner Opel Corsa GSE steht in modernem Showroom vor großen Fenstern mit Stadtblick.
In diesem Artikel
  1. 0,72 € pro Rennstreckeneinheit: ein unschlagbares Verhältnis von Preis und Fahrspaß
  2. Bei 40.000 € enttäuschen Innenraum und Touchscreen
  3. Rücksitze und Kofferraum: die eigentliche Schwäche des Deutschen?
  4. Vorsicht, hart gefedert: Wie schlägt sich der Opel Corsa GSE abseits der Rennstrecke?
  5. Gegen Alpine A290 und e-208 GTi: mehr Spaß für weniger Geld?
  6. Fazit: Soll man beim Opel Corsa GSE zugreifen?
  7. Opel Corsa GSE
  8. Das gefällt uns
  9. Das gefällt uns weniger

Der Opel Corsa GSE setzt nicht auf große Show. Seine Stärken liegen vielmehr in der Kraft auf der Straße und seiner Wendigkeit auf der Rennstrecke. Das ist verblüffend, zumal auch die Nutzungskosten selbst bei hohem Tempo für gute Laune sorgen. Bin ich damit also in jeder Hinsicht auf der Gewinnerseite?

Und schon geht es in die nächste Runde! Der reizvolle kleine Kurs am Stadtrand von Wien fordert das hervorragende Fahrwerk des Opel Corsa GSE ordentlich. Ein Elektroauto auf der Rennstrecke? Ja, und dem deutschen Kleinwagen scheint das zu liegen: Mit 281 PS und 345 Nm Drehmoment fallen Beschleunigung und Zwischenspurts beeindruckend aus. Die Vorderachse verkraftet diese Kraft souverän, denn das Sperrdifferenzial hält durchdrehende Räder wirksam in Schach.

Auch die Betriebskosten lassen sich gut verkraften. Für eine Handvoll Euro mit Vollgas Spaß haben – wer würde da Nein sagen? Genau darin liegt der Reiz des Elektroantriebs: Die Energie ist deutlich günstiger, sodass man sich das Vergnügen gönnen kann, ohne ständig rechnen zu müssen. Ein Blick auf den Durchschnittsverbrauch bestätigt das rasch. Mit 46,4 kWh/100 km während unserer Rennstreckeneinheit kann man zufrieden sein.

0,72 € pro Rennstreckeneinheit: ein unschlagbares Verhältnis von Preis und Fahrspaß

Auf den 12 km, die ich mit Vollgas zurückgelegt habe, verbrauchte ich 5,6 kWh. Im dafür am besten geeigneten Tarif kostet die Kilowattstunde außerhalb der Spitzenzeiten 0,13 €, womit die Fahrt auf 72 Cent kommt. 0,72 € für fast zehn volle Minuten mit einem breiten Grinsen – das ist kaum zu überbieten. Der Corsa lässt sich ausgesprochen spielerisch fahren, die Karosserieneigung bleibt gering, die Lenkung ist recht präzise und die Bremsen verzögern ordentlich. Das Bremspedal lässt sich allerdings noch etwas schwer dosieren.

Die winzigen Schikanen zwischen den verschiedenen Streckenebenen zeigen, wie sich das Auto beim Ausfedern verhält. Die Dämpfung erledigt ihre Aufgabe, schlägt beim Einfedern aber schnell durch, wenn man zu schnell ankommt. Gegenüber einer gewöhnlichen Corsa wurde die GSE für mehr Haftung erwartungsgemäß straffer abgestimmt. Das macht sich positiv bemerkbar. Dazu liegt das Lenkrad mit seinem teilweise mit Alcantara bezogenen Kranz angenehm in den Händen.

Bei 40.000 € enttäuschen Innenraum und Touchscreen

Auch die Sitze gefallen: Sie sind recht bequem und halten den Körper in Kurven zuverlässig an Ort und Stelle. Der übrige Innenraum wird einem Kleinwagen für fast 40.000 € dagegen nicht wirklich gerecht. Abgesehen von den Sitzen, dem Lenkrad und den Türverkleidungen hat sich gegenüber den anderen Corsa nichts verändert. Wohin man auch sieht oder greift: Alles wirkt schlicht, hart und rau.

Den Tiefpunkt bildet das Infotainment mit seinem völlig veralteten 10-Zoll-Bildschirm. Schon nach kurzer Zeit fallen die stark eingeschränkten Funktionen und die besonders mühsame Bedienung der Menüs auf. Die Krönung ist das Navigationssystem, dem ein Routenplaner fehlt. Das digitale 7-Zoll-Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ist zudem ausgesprochen schlecht integriert und lässt sich kaum individuell anpassen.

Rücksitze und Kofferraum: die eigentliche Schwäche des Deutschen?

Immerhin gibt es eine vollständig mit physischen Bedienelementen ausgestattete Lüftungseinheit, was der Ergonomie zugutekommt. Das ist das Mindeste, um sich unnötigen Ärger zu ersparen. Auf den Rücksitzen möchte man jedenfalls nicht viele Stunden unterwegs sein. Mit 4,06 Metern Länge ist der Corsa GSE nun einmal klein. Er ist wendig, doch dafür müssen die Insassen mit sehr wenig Bein- und Ellbogenfreiheit bezahlen.

Außerdem ist die Rückbank nicht hoch genug, während ein mächtiger Mitteltunnel dem mittleren Fahrgast den Platz vorgibt. Mit 267 Litern kann auch der Kofferraum diesen Nachteil nicht wettmachen. Und ein zusätzliches Staufach unter der Fronthaube bleibt ohnehin Wunschdenken. Ist der Corsa GSE im Alltag also angenehmer zu fahren? Um das herauszufinden, wechseln wir von der Rennstrecke auf die Straße.

Vorsicht, hart gefedert: Wie schlägt sich der Opel Corsa GSE abseits der Rennstrecke?

Auf den ersten Kilometern wirkt die Dämpfung mit den 18-Zoll-Felgen ausgesprochen straff. Man hat beinahe das Gefühl, direkt auf der Fahrbahn zu sitzen. Bequem ist das kaum zu nennen, zumal auf rauem Asphalt zahlreiche Fahrgeräusche in den Innenraum dringen. Angenehm ist das nicht. Auch die Rundumsicht fällt wegen der dicken Karosseriesäulen nicht besonders gut aus.

Beim Preis versucht der deutsche Kleinwagen, einiges wiedergutzumachen. Mit einem Einstiegspreis von 39.990 € ist er für sich betrachtet weiterhin teuer. Im Vergleich mit den Konkurrenten relativiert sich das aber rasch. Der verwandte Peugeot e-208 GTi startet etwa bei 42.900 €, bietet dabei eine ähnliche Ausstattung und dieselbe Technik. So hübsch die Alpine A290 auch sein mag: Ihr Basismodell kostet 39.500 €. Dafür liegt ihre Leistung um ganze 101 PS unter jener des Corsa GSE!

Gegen Alpine A290 und e-208 GTi: mehr Spaß für weniger Geld?

Selbst wenn ich den Leistungsunterschied ausklammere, muss ich zugeben, dass mir das Fahren im Opel mehr Spaß macht als in der Alpine. Das Auto wirkt verspielter und wechselt agiler die Richtung. Genau das erwartet man von solchen kleinen Kraftpaketen. Optisch unterscheidet es sich dagegen wesentlich weniger stark von den gewöhnlichen Corsa. Wer unauffällig bleiben möchte, freut sich darüber. Wer hingegen zum Star des Abends werden will, wird enttäuscht.

Positiv ist auch der ordentliche Verbrauch bei ruhiger Fahrt im Eco-Modus. Nachdem ich mich auf der Rennstrecke ausgetobt hatte, legte ich eine 82 km lange Landstraßenfahrt mit einem Verbrauch von 18,6 kWh/100 km zurück. Das reicht für rund 300 km mit einer Ladung. Das ist in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger. Gleiches gilt für die Ladeleistung: Sie ist beim Gleichstromladen auf 100 kW begrenzt, womit der Akku in weniger als einer halben Stunde von 10 auf 80 % kommt.

Fazit: Soll man beim Opel Corsa GSE zugreifen?

Straff, eng und wenig vielseitig: Als Begleiter für den Alltag ist der Opel Corsa GSE nicht die beste Wahl. Auf der Rennstrecke fühlt er sich dagegen richtig wohl. Dort fährt er sich selbst bei hohem Tempo ebenso spielerisch wie sicher. Die Karosserie bleibt in Kurven gut beherrschbar, während die griffige Vorderachse auf jede noch so kleine Lenkbewegung reagiert. Und der deutlich niedrigere Preis gegenüber den Konkurrenten rettet die Bilanz.

Opel Corsa GSE

39.990 €

8

Urteil

8.0/10

Das gefällt uns

  • Die Leistung auf der Rennstrecke
  • Der durchzugsstarke Motor
  • Die niedrigen Betriebskosten
  • Die einfache Bedienung

Das gefällt uns weniger

  • Die zu straffe Dämpfung
  • Das wirklich knappe Platzangebot im Fond
  • Die mittelmäßige Verarbeitungsqualität
  • Das schwache Infotainment

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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