Mercedes hat endlich erste Bilder des neuen AMG GT SUV gezeigt. Und – Schreck lass nach! – wir finden, dass es tatsächlich besser aussehen könnte als das flache 4-Türer Coupé.
Wie sein eher limousinenartiges Geschwistermodell basiert das SUV auf der neuen Plattform AMG.EA. Auch die Lichtgestaltung vorne und hinten fällt ähnlich aus. Der Front tut es allerdings gut, dass ein durchgehendes Lichtband fehlt. Wer möchte, kann dafür die Metallstreben im Kühlergrill und den Mercedes-Benz Stern beleuchten lassen.
Am Heck prägen dieselben sechs runden Turbinenleuchten das Bild. Die schwarze Fläche dahinter wirkt beim SUV aber ein wenig weniger traurig. Sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein?
Der AMG GT SUV und seine Leistung
Ganz sicher sind wir uns ohnehin nicht, ob man in Affalterbach das erste eigenständige AMG SUV wirklich als richtiges SUV verstanden wissen will. „Eine sportliche Sitzposition, ein niedriger Schwerpunkt und eine flache, dynamische Silhouette prägen seinen Charakter“, erklärt Mercedes. Das klingt nicht gerade nach den typischen Eigenschaften eines klassischen Geländewagens.
Andererseits bringen es herkömmliche SUVs meist auch nicht auf 1.169 PS. So viel leistet das Spitzenmodell AMG GT 63 SUV, wobei die drei axialen Elektromotoren mit ihrer „Dauerleistung“ lediglich 721 PS abgeben. Die erhöhte Leistung steht jeweils 63 Sekunden lang zur Verfügung und ermöglicht den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 2,7 Sekunden. Mit dem optionalen Fahrerpaket sind bis zu 270 km/h drin. Für die Verzögerung sorgen beim 63 serienmäßige Carbon-Keramik-Bremsen.
Wie beim vermeintlichen Coupé steht ein 106-kWh-Akku mit NCMA-Zellchemie aus Nickel, Kobalt, Mangan und Aluminium zur Wahl. Alternativ lässt sich der zusätzliche Platz im SUV für einen riesigen 128-kWh-Akku nutzen. Die kleinere Batterie soll bis zu 586 km WLTP-Reichweite ermöglichen, die größere bis zu 700 km.
Beide Akkus nutzen eine 800-Volt-Architektur und Kühltechnik aus der Formel 1. Der 106-kWh-Speicher kann mit 600 kW schnellgeladen werden und in nur 10 Minuten Strom für weitere 380 km aufnehmen. Noch beeindruckender: Findet sich ein ausreichend leistungsfähiger Anschluss, lädt der 128-kWh-Akku mit 710 kW. In derselben Zeit kommen so 451 km Reichweite hinzu. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert lediglich 12 Minuten.
Fahrwerk und Innenraum des AMG GT SUV
Der einzelne Motor an der Vorderachse schaltet sich nur bei Bedarf zu. An Bord steckt erwartungsgemäß jede Menge Technik: aktive Hinterachslenkung, gezielte Drehmomentverteilung zwischen den Hinterrädern, vollvariabler Allradantrieb, aktive Aerodynamik und das großgeschriebene System AMG ACTIVE RIDE CONTROL+. Dahinter verbergen sich im Wesentlichen dreistufig verstellbare Luftfedern und aktive hydraulische Stoßdämpfer. Sie ersetzen die herkömmlichen Stabilisatoren und kümmern sich sowohl um Nick- als auch um Wankbewegungen. Praktisch.
Wie im 4-Türer Coupé gibt es außerdem sieben Fahrprogramme, künstliche V8-Geräusche, simulierte Gangwechsel, Technik zur Erfassung von Rundenzeiten und einen AMG Race Engineer. Offenbar lagen wir allerdings falsch mit unserer Vermutung, dass Letzteres eine ständige Kurzwahlverbindung zu Bono bedeutet. Gemeint sind vielmehr drei Drehregler an der Mittelkonsole, mit denen sich das Ansprechverhalten des Gaspedals, die Kurvendynamik und die Traktionskontrolle während der Fahrt einstellen lassen.
Im Innenraum finden sich ein 35,6 cm großer Infotainment-Bildschirm, ein zweiter Bildschirm gleicher Größe für den Beifahrer und eine digitale Instrumentenanzeige mit 25,9 cm Diagonale. Optional sind ein Burmester 4D Soundsystem und AMG Performance Sitze erhältlich. Hinten gehört eine dreisitzige Bank zur Serienausstattung. Mercedes legt außerdem ein Panorama-Glasdach und nicht nur einen, sondern gleich drei KI-Assistenten dazu: ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Bleibt nur zu hoffen, dass sie miteinander auskommen.
AMG GT 55 und GT 53 SUV
Nicht jedes AMG GT SUV ist gleich stark: Mercedes hat auch Einzelheiten zu den schwächeren Varianten 55 und 53 bekannt gegeben. Der 55 besitzt weiterhin drei Motoren und das Race-Engineer-System; Carbon-Keramik-Bremsen sind optional erhältlich. Die Spitzenleistung sinkt jedoch auf nur noch 816 PS, während das Drehmoment von leicht absurd hohen 2.000 Nm auf, nun ja, immer noch absurde 1.860 Nm fällt. Für 0 auf 100 km/h benötigt er 3,1 Sekunden. Beide Akkugrößen sind erhältlich, jeweils mit denselben Reichweiten wie oben genannt.
Das Einstiegsmodell GT 53 SUV muss mit serienmäßigen Stahlbremsen und bloß zwei Motoren auskommen. Diese treiben alle vier Räder mit kümmerlichen 544 PS an. Dazu gibt es lediglich 800 Nm Drehmoment, keinen Zugang zu Peter Bonnington und eine schildkrötenhafte Beschleunigungszeit von 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Gähn. Für dieses Modell ist ausschließlich der 106-kWh-Akku erhältlich, mit dem es immerhin 668 km WLTP-Reichweite schafft.
In Europa beginnen die Preise bei 113.050 Euro.






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