Auch 24 Stunden später hat sich die Aufregung noch nicht gelegt. Vielleicht wird sie das nie wieder. So gewaltig war die Wirkung von Jaguars Neuausrichtung der Marke – womöglich allerdings nicht im positiven Sinn.
Die neue Markenidentität wurde eine Woche nach dem ersten Ausblick auf den kommenden elektrischen Viertürer-GT vorgestellt, der ziemlich klotzig wirkt. Seither sorgt sie weltweit für Schlagzeilen. Frei übersetzt lauten diese etwa: „Was um alles in der Welt macht Jaguar da?“, „Was war am alten Logo verkehrt?“ und „Warum sind in der Werbung keine Autos zu sehen?“
Jaguars neue Markenidentität und ihre Grundsätze
Zunächst zu den Fakten: Jaguars neues Motto lautet „Nichts kopieren“. Nach Angaben der Marke lässt sich diese Philosophie auf ihren Gründervater Sir William Lyons zurückführen.
Angetrieben wird der Wandel vom „überschwänglichen Modernismus“. Aus dem Wortgeklingel übersetzt, bedeutet das laut Jaguar mutige Gestaltung, originelles Denken und furchtlose Kreativität.
Oder müsste es jaGuar heißen? Eine Eigenheit des neuen Schriftzugs ist das großgeschriebene „G“, das für ein ordentliches, aufgeräumtes Schriftbild sorgen soll. Dazu kommt ein neues Logo: Die berühmte brüllende Katze von einst wandert ins Altersheim für alte Jaguare und wird durch ein symmetrisches J-Dings ersetzt, das aufrecht wie verkehrt herum funktioniert.
Außerdem gibt es ein Herstellerzeichen: ein Monogramm, das eher an Jaguars bisherige Identität erinnert und als „Zeichen für eine abgeschlossene Arbeit“ dienen soll. Die Zeiten, in denen Karosseriebauer ihre Initialen unter den Kofferraumbodenteppich kritzelten, sind wohl vorbei.
Auch überschwängliche Farben sollen laut Jaguar ein „Eckpfeiler“ der neuen Identität sein. Gelb, Rot und Blau bilden dabei die „farblichen Grundbausteine“. Also wie bei der Flagge Ecuadors.
Jaguar erklärt die Neuausrichtung
„Jaguar hat seine Wurzeln in der Originalität. Unser Gründer Sir William Lyons war der Überzeugung: ‚Ein Jaguar sollte nichts kopieren.‘ Diese Philosophie prägt unsere heutige Vision für Jaguar“, sagt Geschäftsführer Gerry McGovern. „Der neue Jaguar ist eine Marke, die auf überschwänglichem Modernismus aufbaut. Sie ist an jedem Berührungspunkt fantasievoll, mutig und künstlerisch. Sie ist einzigartig und furchtlos.
„Mit dieser Neuinterpretation greifen wir das Wesen von Jaguar wieder auf. Wir kehren zu den Werten zurück, die die Marke einst so beliebt gemacht haben, und machen sie zugleich für ein heutiges Publikum relevant. Wir schaffen Jaguar für die Zukunft und stellen seinen Status als Marke wieder her, die das Leben unserer Kundinnen und Kunden und der Jaguar-Gemeinschaft bereichert.“
Jaguars Design-Vision-Konzept in Miami
In Kommentarspalten und sozialen Medien auf der ganzen Welt scheint man anderer Meinung zu sein. Überraschung. Allerdings: Das letzte Mal, dass sich die Massen über ein Logo derart aufregten, liegt fast 20 Jahre zurück. Damals wurde das Emblem für London 2012 vorgestellt und von allen Seiten verspottet. Was ist davon heute in Erinnerung geblieben? Die Eröffnungsfeier sowie Sir Mo Farah und zahllose weitere Goldmedaillengewinnerinnen und -gewinner, die unter lautem Jubel zum Sieg liefen.
Vielleicht sollte man Jaguars Pläne also erst beurteilen, wenn sie konkretere Formen annehmen. Das soll am 2. Dezember geschehen: Dann wird bei der Kunstwoche in Miami das Design-Vision-Konzept enthüllt – ein „dramatischer, unverwechselbarer und unerwarteter Ausdruck dessen, was es bedeutet, nichts zu kopieren“.
„Um eine weltweit so renommierte Marke zurückzubringen, mussten wir furchtlos sein“, ergänzt Geschäftsführer Rawdon Glover. „Jaguar war immer dann am besten, wenn die Marke Konventionen infrage stellte.
„Diese Haltung zeigt sich heute in unserer neuen Markenidentität und wird in den kommenden Monaten noch deutlicher hervortreten. Es ist ein vollständiger Neustart. Jaguar wird verändert, um seine Originalität zurückzugewinnen und eine neue Generation zu begeistern. Ich freue mich darauf, dass die Welt Jaguar endlich zu sehen bekommt.“
Was meint ihr? Schreibt es unten in die Kommentare.






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