Der Audi RS 5 ist endlich enthüllt: Er ist der erste RS überhaupt mit Plug-in-Hybridantrieb. Laut Audi soll diese Technik künftig eine zentrale Rolle in der RS-Modellpalette spielen.
Statt unmittelbar auf vollelektrische Antriebe umzusteigen, hat sich Audi für einen Zwischenweg entschieden. Dabei ergänzt die Elektrifizierung die Fahrleistung, ohne den Verbrennungsmotor vollständig zu ersetzen.
Die neuen Audi RS 5 und RS 5 Avant machen als erste RS-Modelle mit dieser Technik den Anfang, weitere sollen folgen. Dazu gehört auch der künftige RS 6, dessen Prototypen bereits bei Testfahrten „erwischt“ wurden. Sehen Sie selbst:
Audi RS 5: 2,9-Liter-V6-Biturbo trifft auf Elektroantrieb
Audi ist nicht der erste Hersteller, der diese Technik in seinen Hochleistungsmodellen einsetzt. Auch Mercedes-AMG und BMW M haben sie bereits verwendet. Bei Mercedes-AMG sorgte der Tausch des V8 gegen einen Vierzylinder im C 63 S E-Performance für viel Gesprächsstoff, aber nur für wenige Verkäufe. Die Folge: Das baldige Marktende wurde offiziell bestätigt.
Bei den neuen RS 5 und RS 5 Avant ging Audi dieses Risiko nicht ein. Der 2,9-Liter-V6-Biturbo blieb erhalten, wurde überarbeitet und leistet nun 510 PS – 60 PS mehr als im bisherigen RS 4 beziehungsweise RS 5. Ergänzt wird er jetzt von einem Elektromotor mit 130 kW (177 PS) und 460 Nm Drehmoment, der in das Achtgang-Automatikgetriebe integriert ist.
Die kombinierte Systemleistung beträgt 639 PS und 825 Nm. Damit übertrifft sie sogar die 630 PS des letzten RS 6 Avant und deutet zugleich an, was von dessen Plug-in-Hybrid-Nachfolger zu erwarten ist.
Auch das quattro-System weist Besonderheiten auf: An der Hinterachse übernimmt ein kleiner, ausschließlich dafür vorgesehener Elektromotor die elektromechanische Drehmomentverteilung – eine Weltpremiere. Je nach Bedingungen lässt sich die Antriebskraft laut Audi zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis von 70:30 bis 15:85 verteilen.
Die Batterie für den Elektroantrieb sitzt unter dem Kofferraumboden und hat eine Kapazität von 25,9 kWh, davon 22 kWh nutzbar. Damit sind im kombinierten WLTP-Zyklus bis zu 87 km rein elektrisch möglich.
Diese Werte beeindrucken, doch eine andere Zahl lässt sich ebenfalls kaum übersehen: das Gewicht. Wie bei einem Plug-in-Hybrid dieser Größe zu erwarten, bringen die neuen Audi RS 5 und RS 5 Avant 2355 kg beziehungsweise 2370 kg auf die Waage. Das sind 205 kg beziehungsweise 220 kg mehr als beim „Schwestermodell“ RS 6.
Trotzdem gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 285 km/h. Damit werden die Fahrleistungen dem RS-Emblem weiterhin gerecht.
Weil rasches Verzögern ebenso wichtig ist wie schnelles Beschleunigen, verfügen die RS 5 über Stahlbremsscheiben mit 420 mm Durchmesser vorne und 400 mm hinten. Gegen Aufpreis gibt es Carbon-Keramik-Scheiben mit 440 mm vorne und 420 mm hinten. Sie verringern die ungefederten Massen gegenüber den Stahlscheiben um 30 kg. Mit dieser Bremsanlage kommt der RS 5 aus 100 km/h nach nur 30,6 m zum Stillstand.
Ein (deutlich) aggressiverer A5
Optisch tritt der RS 5, wie es sich für ein RS-Modell gehört, breiter, niedriger und deutlich muskulöser auf. Vom A5 übernimmt er lediglich Motorhaube, Dach und Kofferraumklappe. Die Leuchten vorne und hinten erhielten eigene Grafiken, während der größere Kühlergrill die Präsenz auf der Straße verstärkt.
In der Seitenansicht fallen die 20- oder 21-Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 285/35 sowie die verbreiterten Kotflügel vorne und hinten auf. Am Heck sitzen zwei ovale XXL-Endrohre, die nun weiter zur Mitte des Stoßfängers gerückt sind.
Im Innenraum gibt es keine Lederbezüge, dafür kommt Dinamica-Mikrofaser zum Einsatz. Kontrastnähte helfen ebenfalls dabei, ihn von anderen A5 abzuheben. Hinzu kommen Sportsitze mit mehr Seiten- und Beinauflage sowie ein unten abgeflachtes Lenkrad mit zwei „RS“-Tasten – wie beim aktualisierten Audi RS 3. Damit lässt sich rasch zwischen individuell eingestellten Fahrmodi wechseln.
Ansonsten prägen Bildschirme mit OLED-Technik den Innenraum. Vor dem Fahrer umfasst das digitale Cockpit ein 11,9-Zoll-Display für die Instrumente. Dazu kommen ein zentraler Bildschirm mit 14,5 Zoll und ein drittes, 10,9 Zoll großes Display für den Beifahrer. Die Software wurde ebenfalls aktualisiert: Sie bietet überarbeitete Grafiken, eine optimierte Bedienbarkeit und höhere Leistung.
Wann kommt er?
Die ersten Exemplare der Audi RS 5 und RS 5 Avant des Modelljahrs 2026 sollen im Sommer in Europa ausgeliefert werden. Preise für den portugiesischen Markt wurden noch nicht bekannt gegeben.






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