Der Jeep Compass zählt vielleicht nicht zu den bekanntesten Modellen der US-amerikanischen Marke: Namen wie Wrangler oder Willys stehen in dieser Hinsicht wohl stets an der Spitze. Dennoch war der Compass ihr erstes SUV.
Der Jeep Compass nähert sich nun seinem 20-jährigen Bestehen. Dieser Meilenstein fällt mit dem Start der dritten Generation zusammen, die ich mir in Barcelona ansehen konnte. In Portugal ist sie bereits ab 39.000 Euro bestellbar.
Mit der neuen Generation verfolgt Jeep im C-SUV-Segment einen deutlich veränderten Ansatz. Nach Angaben der Marke wurde das Modell in Europa entworfen und entwickelt, wobei Effizienz, Komfort und die vollständige Digitalisierung des Innenraums im Mittelpunkt standen. Die neue elektrifizierte Plattform und das überarbeitete Fahrwerk bilden zwei Säulen dieser Entwicklung – beide waren bei der Testfahrt spürbar.
Antriebe des neuen Jeep Compass
Zum Marktstart in Portugal stehen zwei Antriebe zur Wahl: ein Elektroantrieb und ein Mild-Hybrid (MHEV). Die vollelektrische Ausführung verfügt über einen 157 kW (213 PS) starken Motor und eine 74-kWh-Batterie. Damit sind bis zu 500 km Reichweite nach WLTP möglich. Beim Schnellladen mit Gleichstrom (DC) und 160 kW steigt der Ladestand in rund 31 Minuten von 20 % auf 80 %. Zum System gehört auch der One-Pedal-Drive-Modus, der den Alltag in der Stadt erleichtern soll.
Beim Mild-Hybrid arbeitet ein 1,2-Liter-Motor mit 136 PS mit einem 21 kW (28 PS) starken Elektromotor zusammen. Die kombinierte Leistung beträgt 145 PS. Geschaltet wird über ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen.
Jeep gibt den Verbrauch mit 5,6 bis 5,8 l/100 km an; angetrieben werden weiterhin die Vorderräder. Damit positioniert sich der Compass mitten im elektrifizierten Markt, ohne extern geladen werden zu müssen.
Am Steuer des neuen Jeep Compass
In Barcelona legte ich die meisten Kilometer mit dem Mild-Hybrid zurück. Die Route führte von der Marina im Stadtzentrum hinaus auf die Bergstraßen. Nach etwas Stadtverkehr und kurvenreichen Straßen kam der aufschlussreichste Abschnitt: eine unbefestigte Strecke mit Bodenwellen und unebenem Untergrund.
Das überarbeitete Fahrwerk zeigte dort nicht nur, dass der Jeep Compass deutlich komfortabler ist als sein Vorgänger. Es schluckte die Unebenheiten auch sanft und kontrolliert. Dabei wurde die Wirkung der von Jeep angegebenen Reduktion der Vertikalbeschleunigung um 15 % und der seitlichen Wankbewegung um 20 % deutlich.
Am Steuer überzeugen die ergonomische Sitzposition und die gute Sicht. Weniger zufrieden war ich allerdings mit der Nähe des Dachs zum Kopf, insbesondere bei einer Körpergröße von 1,85 m. Für eine millimetergenaue Einstellung aller Komponenten war die Fahrzeit zu kurz, doch der erste Eindruck fällt sehr positiv aus. Die Lenkung ist in der Stadt leichtgängig und auf der Straße ausreichend präzise – das trägt zum ausgewogenen Fahrverhalten des mittelgroßen SUV bei.
Innenraum und Ausstattung des Jeep Compass
Auch im Innenraum fallen weitere Verbesserungen auf. Das Kofferraumvolumen wächst auf 550 Liter und liegt damit um 45 Liter über dem bisherigen Wert. Im Fond stehen den Passagieren außerdem 20 mm mehr Beinfreiheit zur Verfügung.
Vorne verleihen die neuen Displays mit 10,25 und 16 Zoll dem Innenraum ein moderneres Erscheinungsbild. Vernetzte Technik einschließlich der Jeep-2.0-App unterstreicht die digitale Ausrichtung des Modells. Dazu kommt ein deutlich robusterer Auftritt mit zahlreichen versteckten Details, sogenannten Easter Eggs, die auf die Markengeschichte und das Thema Abenteuer verweisen.
Diese Fortschritte bringen den Jeep Compass näher an die Konkurrenz und beheben einige Schwächen, an denen das Alter der Vorgängergeneration allmählich erkennbar wurde. Die Ergonomie ist wesentlich sorgfältiger gestaltet, und die Zahl der Ablagen für kleine Gegenstände ist deutlich gestiegen.
Preise und Modellpalette in Portugal
In Portugal kann der Jeep Compass bereits bestellt werden. Der Mild-Hybrid in der Ausstattung Altitude kostet ab 39.000 Euro, der vollelektrische Compass mit derselben Ausstattung ab 49.750 Euro. Die exklusivere „First Edition“ kostet jeweils 2.000 Euro mehr als der Grundpreis und wird für beide Antriebe angeboten.
Später sollen 4xe-Versionen als Plug-in-Hybride mit Allradantrieb und Leistungsstufen bis 195 PS die Compass-Palette ergänzen. Jeep bestätigte außerdem eine künftige elektrische Allradvariante mit 276 kW (375 PS), was die Ambitionen der Marke für diese Generation unterstreicht.
Mit dieser Erneuerung präsentierte sich der neue Jeep Compass deutlich komfortabler, technologisch fortschrittlicher und für die europäischen Anforderungen gerüstet. Die ersten Eindrücke in Barcelona waren überzeugend, vor allem beim Fahrwerk und beim Ambiente an Bord. Wie sich der neue Jeep Compass bei einem längeren Test auf portugiesischem Boden schlägt, bleibt abzuwarten.






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